Auch Ihr Garten braucht Aufmerksamkeit

Üppige Blütenfülle, reiche Ernte, saftig grüner Rasen – so hätte es wohl jeder Hobbygärtner gerne. Meist braucht die Natur dafür jedoch unsere Unterstützung in Form von Düngung.

Rund 40 verschiedene chemische Elemente braucht eine Pflanze zum Leben. Die Natur regelt das selbst: Verrottende Pflanzenteile und Organismen setzen jene Nährstoffe frei, die der „Nachwuchs“ benötigt. Im Garten aber entnehmen wir diesem Kreislauf mehr, als er nachbilden kann. Den fehlenden Anteil müssen wir daher in Form von Dünger wieder zurückgeben.

Selbst behutsamste Bio-Gärtner „stehlen“ der Natur Lebenswichtiges. Rasenmähen, Unkraut- und Laubentfernung sowie Ernten entziehen dem natürlichen Kreislauf wertvolle Rohstoffe, die er zur Regulierung seines Nährstoffhaushaltes bräuchte.

Die Elemente des Lebens in der Erde

Dem Agrarwissenschafter Carl Sprengel und dem Chemiker Justus von Liebig (19. Jh.) verdanken wir die Erkenntnis, dass Pflanzen nicht nur Licht und Wasser, sondern auch viele Nährstoffe zum Gedeihen brauchen. Von Liebig stellte fest, dass steigende Ernten der Erde immer mehr Mineralien entziehen, die wir ihr wieder zuführen müssen. Ohne seine Forschungen wäre unsere Ernährung heute kaum gesichert. Denn während die Urmenschen einfach weiterzogen, wenn der Boden nichts mehr hergab, können wir nicht zu raubbautreibenden Nomaden werden. Wir müssen den Boden düngen.

Die „inneren Werte“ des Bodens

Die Düngeart hängt von Beschaffenheit, Beanspruchung und Säuregrad (pH-Wert) des Bodens ab. Der Säuregrad beeinflusst, wie gut Pflanzen im Boden vorhandene Nährstoffe aufnehmen können. Ein pH-Wert von 0 bedeutet „ extrem sauer“, 14 „extrem alkalisch“. Zwischen 5,5 und 7 fühlen sich die meisten Pflanzen am wohlsten. Weicht der Wert deutlich ab (z.B. unter 5 oder über 7), drohen Mangelerscheinungen und Krankheiten. Kalkdünger optimiert zu sauren Boden, Nadelkompost und Rhododendronerde können zu alkalischen Boden verbessern. Humusdünger (Kompost, Rindenhumus) sowie geringe Mengen Gesteinsmehl oder Algenpräparat, zeitig im Frühling eingearbeitet, mag jeder Boden.

Düngung – „Wellnesskur“ für den Boden

Jede Pflanze hat andere Bedürfnisse. Die eine wächst gut auf sandigem Boden (z.B. Erdapfel, Karotte, Rote Rübe etc.), die andere benötigt zum Gedeihen nährstoffreichen Lehmboden. Saure Humusböden (am ehesten für Heidel- oder Preiselbeeren, Rhododendren und Hortensien geeignet), stellen andere Ansprüche als klebrige Tonböden. Diese müssen stark aufgelockert, mit Kompost und Sand angereichert werden, damit zarte Wurzeln sie durchdringen können. Besonders „pflegebedürftig“ sind nährstoffarme, trockene Kalkböden.

Richtig düngen

Zur Wahl des richtigen Düngers holen Sie bitte fachlichen Rat ein und folgen Sie den Anweisungen auf den Packungen. Auch alte Hausmittel kann man probieren: Kaffeesatz, Holzasche, Brennnesseln, Eierkochwasser u.v.m. unterstützen die Versorgung mit unterschiedlichen Nährstoffen. Zuvor sollte jedoch die Ursache für Wuchsprobleme geklärt werden – denn nicht jedes Hausmittel eignet sich für jede Pflanze. Meist genügt es, vom ersten Austrieb bis zum Triebabschluss zu düngen. Der Boden wird es danken, wenn wir ihm etwas von dem zurückgeben, was er uns so reichlich schenkt.

Gießen wie ein Profi

Der Gartenprofi Karl Ploberger gibt Ihnen Tipps zum richtigen Gießen. - Grundsätzlich gilt: Der Morgen ist die beste Zeit zum Gießen, denn dann können durch das rasch abtrocknende Wasser keine Pilzkrankheiten verursacht werden. Auch Schnecken werden weniger stark angelockt. Das Wichtigste aber: Im Garten sollte man bei Trockenheit alle drei bis fünf Tage  durchdringend wässern. Das bedeutet etwa 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter. Damit werden die Pflanzen angeregt, tiefer zu wurzeln. Das macht sie robuster und widerstandsfähiger bei Trockenheit.

Quellen: www.bio-gaertner.de | www.richards-garten.de| www.gartendatenbank.de | www.immergruen.de | www.mein-schoener-garten.de | www.k-plus-s.com/de/wissen/produkte