Adieu, unerwünschte Gartenbewohner!

Der Schrecken aller Gartenbesitzer: Ungebetene Gäste, die liebevoll gehegte Blumen befallen, das Gemüse verzehren oder Wurzeln abfressen. Den biologischen Kampf gegen Ungeziefer überlässt man am besten ihren natürlichen Feinden.

Die Natur stellt jedem Schädling auch Nützlinge gegenüber. Damit diese unsere Verbündeten werden, benötigen sie einen möglichst naturbelassenen Garten mit Winkeln, um sich anzusiedeln, zu verkriechen und zu vermehren. Eine große Vielfalt an heimischen Pflanzen, kleine Wassertränken sowie Sonnen- und Schattenplätze sind die besten Voraussetzungen zum natürlichen „Sieg des Guten über die Bösen“. Manchmal genügt das alles nicht und man braucht stärkere Mittel, um die lästigen Quälgeister zu vertreiben.

Schutz für den Obst- und Gemüsegarten

Kaum sind die ersten Setzlinge in den Gemüsegarten gepflanzt, muss man sich auch schon Gedanken über den passenden Schutz vor ungebetenen Gästen machen. Grundsätzlich ist es sehr positiv, wenn sich auch Tiere in unserem grünen Reich einnisten und wohlfühlen, denn das spricht für ein gesundes Ökosystem. Allerdings können gerade bei der Neuanlage von Beeten auch sehr schnell Schädlinge über das junge Gemüse herfallen. Ohne effiziente Gegenmaßnahmen bleibt dann höchstwahrscheinlich auch die Ernte aus. Wir zeigen Ihnen hier ein paar Tipps und Tricks, wie Sie die lästigen Schädlinge wieder loswerden.

Vorbeugen

Schneckengelege können aus mehreren hundert Eiern bestehen, die über den Winter in der Erde ruhen. Zur Vernichtung kann man im Herbst den Boden bis in die tieferen Schichten lockern oder das Beet im Frühling gründlich umgraben. Der Nachteil dabei ist, dass das gesamte Bodenleben dabei beeinträchtigt wird. Zu dieser Maßnahme sollte man also nur in besonders hartnäckigen Fällen greifen. Auch pflanzliche Extrakte zum Beispiel aus Brennnessel, Schachtelhalm oder Farnkraut dienen, regelmäßig auf die Pflanzen aufgesprüht, der natürlichen Abwehr. Der Schutz muss allerdings nach Regengüssen erneuert werden.

Natürliche Flora und Fauna fördern

Wenn sich ein Schädling hartnäckig im Garten breit gemacht hat, ist meist auch der Nützling nicht weit. Wenn Sie in Ihrem Garten ein natürliches Gleichgewicht des Ökosystems erreichen möchten, sollten Sie also entsprechend attraktive Wohnmöglichkeiten für Nützlinge wie Marienkäfer, Igel oder Vögel bieten. Wenn diese sich wohlfühlen, bleiben Sie in Ihrem Garten und sorgen dafür, dass die Schädlinge nicht überhand nehmen. Dafür eignen sich beispielsweise Rückzugsmöglichkeiten wie Reisig- oder Laubhaufen, lebende Hecken mit Wildsträuchern, Nistkästen und Wassertränken. Insektenhotels locken Bienen und andere nützliche Insekten an, die wichtig für die Bestäubung und den Fruchtertrag Ihrer Obstbäume sein können.

Bunte Vielfalt im Gemüsebeet

Orientieren Sie sich am Vorbild des Bauerngartens und pflanzen Sie Ihr Gemüse nicht in Monokulturen. Die bunte Mischung von Kräutern, Blumen und Gemüse bewirkt, dass die Schädlinge nicht nur von einer Pflanzenart angelockt werden und diese völlig kahlfressen. Nutzen Sie auch die natürlichen Duft- und Aromastoffe der Kräuter, die abstoßend auf manche Schädlinge wirken, z.B. Kamille, Bohnenkraut oder Kräuter mit sehr starken ätherischen Ölen.

Mechanische Hilfsmittel

Schneckenzäune, Bierfallen oder Sägespäne – auch diese mechanischen Barrieren können helfen, vor allem die gefräßigen Schnecken vom Salat fernzuhalten. Schneckenzäune sind eine sehr effektive, allerdings auch etwas kostenaufwendige Schutzmaßnahme. Die klassische Bierfalle steht im Verdacht, durch ihren Geruch mehr Schnecken anzulocken, als sie beseitigt. Es können auch leicht andere nützliche Tiere wie z.B. Käfer in der Bierfalle ertrinken. Schutzringe aus Streugut wie Sägemehl, Steinmehl oder Kalk haben eine entfeuchtende Wirkung und können die Schnecken vorübergehend abhalten. Allerdings muss auch diese Schutzmaßnahme regelmäßig wiederholt werden, damit sie wirksam bleibt.