Tierische Mitbewohner - Schädlinge und Nützlinge im Garten

Schnecken

Besonders bei Schnecken ist das regelmäßige Absammeln immer noch eine der wirksamsten Methoden. Man kann den Tieren dazu Holzbretter oder Steine als Unterschlupf bieten. Sie verkriechen sich an warmen Tagen darunter und können so ganz leicht abgesammelt werden. Ein Schneckenzaun rund um die Gemüsebeete hält die Plagegeister höchst erfolgreich vom Salat fern, ist  allerdings etwas teurer in der Anschaffung. Wer trotzdem ein Mittel einsetzen möchte, weil mit den anderen Methoden kein Erfolg erzielt wurde, sollte zu einem Schneckenkorn-Präparat mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat greifen. Dieser Wirkstoff ist in geringer Menge auch natürlich im Boden enthalten und nicht ganz so schädlich für das Bodenleben.

Blattläuse

Wenn Sie an Ihren Pflanzen Blattlausbefall feststellen, gibt es ganz einfache Mittel, die ohne chemische Keule auskommen. Bei leichtem Befall können Sie die Pflanzen ganz einfach mit Wasser abspritzen. In hartnäckigeren Fällen hilft ein kalter Brennnesselauszug. Geben Sie klein geschnittenes Brennnesselkraut in einen 10-Liter-Kübel und füllen Sie diesen am besten mit Regenwasser auf. Lassen Sie den Kübel 1-2 Tage stehen und rühren Sie zwischendurch mehrmals um. Füllen Sie den Auszug anschließend in eine Sprühflasche und besprühen Sie damit die befallenen Pflanzen. Tragen Sie dabei Handschuhe. Häufig kommt die Lösung mit ein bisschen Geduld auch ganz von selbst. Denn die natürlichen Fressfeinde der Blattläuse wie Marienkäfer, Spinnen oder Vögel lassen meist nicht lange auf sich warten.

Maulwürfe

Auch wenn sie in unseren Gärten meist sehr unbeliebte braune Hügel im Rasen hinterlassen, zählen Maulwürfe nicht zu den Schädlingen. Sie fressen Insekten und lockern die Gartenerde auf. Wer sie aber nicht unbedingt auf dem Zierrasen haben möchte, kann sie mit Knoblauch oder Mottenkugeln vertreiben. Diese werden direkt in die Tunnel gelegt. Mit Lebendfallen lassen sich die Tiere ebenfalls fangen und können im Anschluss ganz leicht umgesiedelt werden.

Ameisen

Die Ameise ist an sich kein Schädling im eigentlichen Sinn. Sie sind sogar sehr nützlich für das Bodenleben, lockern die Erde auf und arbeiten als Bodenputztrupp. Doch in der Nähe von Terrassen und Hauseingängen können sie zu Plagegeistern werden. Denn haben sie erst einmal den Weg ins Haus gefunden, wird man sie nicht so schnell wieder los. Hier hilft nur eine radikale Umsiedelung der Ameisen zurück in den Garten. Dichten Sie alle Fugen, Ecken und möglichen Löcher ab und blockieren Sie ihnen den Weg ins Haus. Zur Vertreibung können Sie auch mit verschiedenen Duftstoffen wie Chilipulver, Gewürznelken oder Zitrone arbeiten. Auch Backpulver hat sich als effiziente Barriere erwiesen. Wenn gar nichts hilft, gibt es auch chemische Ameisenköder, diese sollten aber nur vorsichtig und nicht bei Pflanzen verwendet werden. Ameisen haben außerdem ein für die Pflanzen im Garten eher ungünstiges Laster. Sie halten sich Blattläuse quasi als Nutztiere und melken diese. Denn sie möchten an den süßen Tau kommen, den die Blattläuse produzieren. So beschützen sie die Pflanzenschädlinge und diese können sich ungestört vermehren.  

Schädlinge und Nützlinge – Gartentipps von Karl Ploberger

Nacktschnecken zählen zu den lästigsten Schädlingen. Neben dem Absammeln setzt der Biogärtner vor allem auf die Nützlinge Igel und Laufkäfer. Beide verstecken sich gerne unter Herbstlaub – also nichts wegrechen!

Blattläuse tauchen immer dann auf, wenn es große Temperaturunterschiede gibt. Daher im Frühsommer im Gewächshaus, Frühbeet oder auch unter dem Vlies tagsüber gut durchlüften. Gegner sind die Marienkäfer und die Ohrwürmer. Gutes Biospritzmittel ist Schmierseifenwasser.

Der Buchsbaumzünsler ist in den letzten Jahren zum großen Problem geworden. Bis zu sechs Generationen werden in einem Gartenjahr aktiv und fressen die geliebten Buchsbäume von innen heraus ab. Neben dem Absammeln (mühsam!) helfen Biomittel (z.B.: „XenTari“).

Der Dickmaulrüssler gehört auch zu den Schädlingen, die sich seit den letzten Jahren stark ausbreiten. Die Käfer fressen die Blätter am Rand ab, die Larven fressen die Wurzeln. Beim Umtopfen von Balkonblumen diese einfach aussortieren und betroffene Pflanzen mit Nematoden, das sind für Mensch und Haustiere ungefährliche Fadenwürmer, gießen.