„Gewächshaus light“ für Kinder

Je früher Kinder mit dem Wunder von Säen und Wachsen vertraut werden, umso intensiver wird ihre Beziehung zur Natur. Lassen Sie Ihr Kind selbst ein Pflänzchen vom Säen bis zur Ernte betreuen. Ein kleiner Topf mit Aussaaterde und ein umgedrehtes Marmeladeglas als Abdeckhaube ergeben ein günstiges Kindergewächshaus. Leiten Sie das Kind zum vorsichtigen Befeuchten und täglichen Lüften an. Die Freude über die eigene Pflanze wird riesig sein!  


Bio-Dünger ist klug

Bio-Dünger wirkt genau in dem Maß, wie die Pflanzen die Nährstoffe benötigen. Das deshalb, weil die Stoffe erst vom Bodenleben so umgewandelt werden, wie sie die Pflanzen brauchen. Je nach Temperatur und Feuchtigkeit erfolgt dies langsamer oder schneller. Überdüngen ist praktisch ausgeschlossen.


Schädlinge und Nützlinge

Nacktschnecken zählen zu den lästigsten Schädlingen. Neben dem Absammeln setzt der Biogärtner vor allem auf die Nützlinge Igel und Laufkäfer. Beide verstecken sich gerne unter Herbstlaub – also nichts wegrechen!

Blattläuse tauchen immer dann auf, wenn es große Temperaturunterschiede gibt. Daher im Frühsommer im Gewächshaus, Frühbeet oder unter Vlies tagsüber gut lüften. Gegner sind die Marienkäfer und die Ohrwürmer. Gutes Biospritzmittel ist Schmierseifenwasser.

Der Buchsbaumzünsler ist in den letzten Jahren zum großen Problem geworden. Bis zu sechs Generationen werden in einem Gartenjahr aktiv und fressen die geliebten Buchsbäume von innen heraus ab. Neben dem Absammeln (mühsam!) helfen Biomittel (zum Beispiel: „XenTari“).

Der Dickmaulrüssler gehört auch zu den Schädlingen, die sich seit den letzten Jahren stark ausbreiten. Die Käfer fressen die Blätter am Rand ab, die Larven fressen die Wurzeln. Beim Umtopfen von Balkonblumen aussortieren und betroffene Pflanzen mit Nematoden, das sind für Mensch und Haustiere ungefährliche Fadenwürmer, gießen.


Gießen, aber richtig!

Wann und wie wird gegossen? Grundsätzlich gilt: Der Morgen ist die beste Zeit zum Gießen, denn dann können durch das rasch abtrocknende Wasser keine Pilzkrankheiten verursacht werden. Auch Schnecken werden weniger stark angelockt. Das Wichtigste aber: Im Garten sollte man bei Trockenheit alle drei bis fünf Tage durchdringend wässern. Das bedeutet etwa 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter. Damit werden die Pflanzen angeregt, tiefer zu wurzeln. Das macht sie robuster und widerstandsfähiger bei Trockenheit.


Rosen richtig schneiden

Der richtige Zeitpunkt ist, wenn die Forsythie blüht. Edelrosen schneidet man dann um gut 2/3 zurück. Wildrosen, historische Rosen und auch viele englische Rosen werden dagegen nur ausgeschnitten.


Haltbarkeit von Saatgut

Jeder Gartler kennt das: Am Ende der Gartensaison findet man noch das eine oder andere Samensackerl halbgefüllt mit Saatgut. Ist das noch verwendbar? Im Prinzip ja, wenn man von Beginn an gleich alles richtig macht. Reste von Samen immer in geschlossenen Behältern aufbewahren – am besten dunkel, kühl und trocken! Wer die kleinen Säckchen mit Kieselgel (findet man oft als Beipack bei Ware, um sie trocken zu halten) zu den Samen gibt, erreicht die besten Aufbewahrungsbedingungen.
Um zu testen, wie gut die Keimfähigkeit ist, gibt es eine einfache Möglichkeit: Man legt 10 Samen auf einen Teller mit feuchter Küchenrolle und hält diese einige Tage feucht. Keimen 50 % der Samen und mehr, dann kann man die Samen problemlos verwenden.

Was ist beim Säen zu beachten? Wichtig ist, dass man zum Aussäen immer nur ganz frische Erde verwendet. Aussaaterde vom Vorjahr kann zwar noch zum Umpflanzen verwendet werden, doch für das Saatgut ist eine frische, pilzfreie Erde wichtig. Töpfe und Schalen gut reinigen und an einem hellen und warmen Platz aufstellen. Wichtig ist, dass die Erde immer gleichmäßig feucht gehalten wird. Schon ein Tag Trockenheit vernichtet die kleinen Pflänzchen. Sind die Keimblätter (das sind die ersten beiden Blätter) voll ausgebildet, dann wird vereinzelt. Keine zu großen Töpfe verwenden, sonst gibt es Staunässe. Lieber zwei bis drei Mal in etwas größere Töpfe und dann an den endgültigen Standort setzen. Fürs Umpflanzen immer Erde mit etwas mehr organischem Dünger verwenden. Immer möglichst hell und kühl aufstellen!


Hochbeet - der Gartenhit

Das Hochbeet hat große Vorteile. Da ist zum einen einmal die rückenschonende Beethöhe (ca. 80 cm), dann die rasche Erwärmung des Bodens im Frühjahr durch den schichtweisen Aufbau (ganz unten: grober Gehölzschnitt, dann halbreifer Kompost, dann fertiger Kompost und obenauf 10 cm normale Gartenerde) und die vielen Nährstoffe, die den Pflanzen zur Verfügung stehen und so ein kräftiges Wachstum fördern. Sinkt das Beet im 2. Jahr zusammen, zuerst die Gartenerde zur Seite schaufeln, Kompost einfüllen, dann wieder mit Erde abdecken und viel gießen.


Töpfe für jede Gelegenheit

Ob Obstbaum oder Salat, Kräuter oder Rosenstock – in Töpfen lässt sich alles kultivieren. Das Wichtigste ist das richtige Substrat. Ganz unten soll das Abzugsloch mit einer großen Tonscherbe abgedeckt werden, dann kommen darauf Splitt oder Leca-­Kugeln, anschließend ein Vlies, erst danach die Erde. Diese sollte zu gut einem Drittel aus Splitt und Sand bestehen, der Rest ist Humus und normale Gartenerde. Oder man verwendet spezielles Kübelpflanzensubstrat, das ist bereits so gemischt, dass es den Pflanzen im Topf lange Zeit einen lockeren Boden bietet. Gedüngt wird mit organischen Langzeitdüngern.
Welche Pflanzen können verwendet werden? Bei Gemüse ist im Prinzip alles möglich: Salat, Kohlrabi, Radieschen, Karotten und natürlich Tomaten, Gurken und Paprika. Bei Kräutern gibt es keinerlei Einschränkungen. Gerade mediterrane Kräuter, wie Rosmarin, Salbei oder Thymian, lieben die Hitze an den exponierten Standorten von Topfgärten.
Bei Obstgehölzen muss man zu sogenannten Säulenobstbäumen greifen. Diese schlank wachsenden Bäume sind ideal für Töpfe. Säulenapfelbäume sind auf streng aufrechtes Wachstum getrimmt und müssen kaum geschnitten werden. Alle anderen Bäume, wie Kirsche, Marille, Zwetschke oder Birne, müssen regelmäßig geschnitten werden, sonst werden sie zu normalen kleinen Bäumen. Besonders attraktiv wachsen im Topf alle Beerengehölze: Himbeeren, Brom­­beeren, aber auch Ribisel oder Stachelbeeren. Wichtig sind die ausreichende Wasserversorgung und die Startdüngung im Frühjahr.

 

 

Quelle: www.biogaertner.at/