Ostern – ein uraltes Frühlingsfest

Was war wohl zuerst, der Osterhase oder das Ei? Fröhliches Eiersuchen, Schokohasen und Osterlamm…ohne diese Dinge können wir uns das Osterfest kaum vorstellen. Doch warum wir genau Ostern feiern, was es mit dem Osterhasen und den bemalten Ostereiern auf sich hat und welche Bräuche es rund um das wichtigste aller christlichen Feste1 gibt, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

Der Ursprung des Osterfestes lässt sich nicht mehr genau feststellen, eindeutig ist allerdings, dass dieses beliebte Frühlingsfest seine Wurzeln bereits in vorchristlichen Kulturen hat. Noch heute wird über die Verwandtschaft des Wortes „Ostern“ mit dem altgermanischen „Austro“ bzw. im Altenglischen „Eostre, Eastre“ diskutiert, das so viel wie „Morgenröte“ bedeutet und auf ein germanisches Frühlingsfest zu Ehren der Göttin Ostara hindeutet.Vermutlich hat sich auch die christliche Kirche der Magie des aufkeimenden Frühlingszaubers nicht entziehen können und so Ostern zum höchsten Fest des christlichen Jahreskreises gemacht.3 

Die Woche vor Ostern wird als „Karwoche“ bezeichnet und steht symbolisch für das Leiden, das Sterben und die Auferstehung Jesus Christus4. Als sogenanntes „bewegliches Fest“ variiert das Datum des Osterfestes jedes Jahr aufs Neue. Der Ostersonntag ist stets der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond, was bedeutet, dass er frühestens am 22. März und allerspätestens am 25. April stattfindet5.

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag.6 An diesem Tag wird dem Einzug Jesus Christus in Jerusalem gedacht. Die Menschen streuten damals ihm zu Ehren Palmwedel aus. Palmen galten im alten Palästina als Zeichen der  Königswürde und des Friedens. Auch heute noch ist die Palmbuschen-Weihe am Palmsonntag in der katholischen Kirche ein wesentlicher Osterbrauch.7 

Am Gründonnerstag fand laut Bibel das letzte Abendmahl von Jesus mit seinen Jüngern statt. Der Ursprung des Wortes Gründonnerstag hat aber vermutlich nichts mit der Farbe Grün zu tun, sondern geht auf das mittelhochdeutsche „Greinen“ oder „Grienen“ für „Wehklagen“ zurück. An diesem Tag wurden Sünder, die Buße geleistet hatten, wieder in der Kirchengemeinschaft aufgenommen.8 In vielen Familien kommen dennoch traditionell grüne Lebensmittel auf den Tisch, zum Beispiel die klassische Gründonnerstagssuppe oder auch die 9-Kräuter-Suppe, da sie aus 9 Frühlingskräutern besteht. Ebenfalls ein Hinweis auf eine vorchristliche Bedeutung dieser Tradition, denn die ersten Frühlingskräuter sollten dem Glauben nach besondere Kräfte verleihen und nach langen, harten Wintern die müden Glieder wecken und den Kreislauf in Schwung bringen.

Der Karfreitag ist der Sterbetag Jesus und der höchste Feiertag für evangelische Christen. An diesem Tag wurde Jesus in Jerusalem verurteilt und gekreuzigt, ehe er um drei Uhr nachmittags starb. Am Karfreitag widmen sich Christen dem Gebet, der Buße und dem Fasten. Der Name leitet sich vom althochdeutschen „Kara“ ab, was so viel wie „Klage“, „Kummer“ oder „Trauer“ bedeutet.10 

Der Ostersonntag ist der Höhepunkt des Kirchenjahres. An diesem Tag wird die Auferstehung Jesus gefeiert. Als Zeichen dafür wird die Osterkerze angezündet und die vorangegangene Fastenzeit endet offiziell.11 

Der Ostermontag ist in vielen Ländern, so auch in Österreich, ein gesetzlicher Feiertag. In der Katholischen Kirche markiert er ein Ereignis, das drei Tage nach Jesus Tod stattgefunden haben soll: Zwei Jünger trafen auf der Reise nach Emmaus einen Unbekannten, den sie als Jesus erkannten. Daraufhin kehren sie nach Jerusalem zurück und berichten alle von der Auferstehung Jesus.12

Die Fastenzeit

Die christliche Fastenzeit dauert traditionell vom Aschermittwoch bis zum Ostersonntag. Ursprünglich fastete man in dieser Zeit Fleisch, Milchprodukte und Eier, heute nutzen viele Menschen die 40 Tage, um ganz bewusst auf bestimmte Dinge zu verzichten.13 Fastenzeiten gibt es übrigens nicht nur im Christentum, sondern in nahezu allen Religionen. Diese Zeit des Verzichts soll die Menschen wieder stärker auf ihren Glauben und auf Gott konzentrieren.14

Das Osterei

Einer der bekanntesten Osterbräuche wirft auf den ersten Blick vielleicht Fragen auf: Warum färben und essen wir eigentlich Eier zu Ostern? Das hat vielerlei Gründe: Das Ei ist in vielen Kulturen ein Symbol für neues Leben und Wiedergeburt, daher galt das Ei bei den Urchristen als Zeichen für die Auferstehung Jesus. Oft wurden die Eier rot gefärbt, um an das Blut und den Opfertod Jesus zu erinnern. Bunte und verschiedenfarbige Eier kamen erst sehr viel später auf, heute hat das gemeinsame Ostereier-Färben und Bemalen in vielen Familien Tradition.

Gefärbte Eier hatten aber auch einen praktischen Nutzen: Um die Eier in der Fastenzeit und bis Ostern vor dem Verderben zu schützen, wurden sie gekocht. Die Farbe diente dann dazu, gekochte von rohen Eiern zu unterscheiden.15 

Als Brauch ist das Eierpecken in Österreich besonders beliebt. Dabei werden zwei hart gekochte Eier jeweils mit Spitze und mit der runden Seite aufeinander geschlagen. Sieger ist der, dessen Ei am Ende noch ganz ist.16 

Der Osterhase

Der Hase, der versteckt zwischen Büschen und Sträuchern herumhoppelt und seine bunten Eier in die Osternester legt, ist jedem Kind als Ostersymbol bekannt. Aber warum bringt eigentlich ein Hase zu Ostern die Geschenke? Grundsätzlich hat der Hase mit Eiern wenig zu tun, er gilt aber ebenso als Fruchtbarkeits- und Wiederauferstehungssymbol, da er einer Legende nach die Auferstehung Christi gesehen hat. In der christlichen Symbolik steht der Hase auch für Jesus Christus selbst.17 Ein möglicher Erklärungsversuch  ist auch, dass  besonders im Frühjahr die ausgehungerten Hasen in die Gärten kamen, um Essbares zu finden. Im Volksglauben verbreitete sich daraufhin das Märchen, dass die Hasen in die Gärten kamen, um die Eier zu verstecken. Ab dem 19. Jahrhundert hat sich das Bild des Osterhasen, der die Eier bringt, endgültig etabliert.18

Das Osterlamm

Das Lamm Gottes ist eines der ältesten christlichen Symbole. Es versinnbildlicht Jesus Christus – zu Ostern wird es auch mit einer Siegesfahne dargestellt und verkörpert damit die Wiederauferstehung und Jesus Triumph über den Tod.19 Schon in vorchristlicher Zeit war Lamm das traditionelle Essen zum Frühlingsbeginn. Heute stellen viele Familien statt Lammfleisch ein gebackenes, süßes Osterlamm aus Biskuit oder Rührteig auf den Ostertisch.20 Traditionell wird das Osterlamm am Gründonnerstag gebacken und in der Osternacht bei der Speisenweihe gemeinsam mit den anderen mitgebrachten Speisen wie Eiern, Fleisch, Gebildbroten, Osterkränzen, Milch und Honig gesegnet. Die geweihten Speisen stehen dann am darauffolgenden Ostersonntag auf der festlich gedeckten Frühstückstafel.21

 

https://www.theology.de/kirche/kirchenjahr/osterneinekleinebegriffsklaerung.php

https://de.wikipedia.org/wiki/Ostern#Etymologie

https://www.kathpress.at/goto/dossier/1494157/karwoche-ostern

https://www.dioezese-linz.at/karwoche

http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=6624

https://www.katholisch.at/karwoche

https://www.erzdioezese-wien.at/die-karwoche

https://www.erzdioezese-wien.at/die-karwoche

http://www.wildkrautgarten.de/2013/03/26/gruendonnerstagssuppe_die_gruene_neune/

10 http://cms.vivat.de/themenwelten/jahreskreis/die-karwoche/was-ist-karfreitag.html

11 https://www.dioezese-linz.at/portal/glaubenfeiern/heiligezeiten/kirchenjahr/ostern/article/21073.html

12 http://www.brauchtumskalender.ooe-volkskultur.at/brauch-129-ostermontag

13 https://www.katholisch.at/kirchenjahr/fastenzeit

14 http://www.brauchtumskalender.ooe-volkskultur.at/brauch-169-fastenzeit

15 http://cms.vivat.de/themenwelten/jahreskreis/ostern/ostereier-brauch-bedeutung.html

16 http://www.brauchtumskalender.at/brauch-116-ostereier 

17 https://www.erzdioezese-wien.at/von-ostereiern-osterhasen-und-osterfeuern

18 https://www.planet-wissen.de/kultur/religion/ostern/pwiederosterhase100.html

19 https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/lamm-lamm-gottes/ch/28d310b45a980d04c19c83b38fcd7cff

20 http://www.kleinezeitung.at/lebensart/lokalerezepte/rezepte/5200148/Rezept_Ostern-kulinarisch_Das-Lamm-hat-zu-Ostern-Tradition

21 http://www.brauchtumskalender.at/brauch-149-osternacht