Kräuter ernten

Der Monat August ist seit jeher der wichtigste im Kräuterjahr. Rund um den 15. August (Maria Himmelfahrt) werden die meisten Kräuter geerntet, es werden Kräuterbuschen gebunden und in vielen Orten findet eine kirchliche Kräuterweihe statt. Der gesammelte Kräutervorrat für das nächste Jahr soll schließlich Segen und Gesundheit für die Familie bringen.

Natürlich lassen sich die meisten Kräuter während der ganzen Saison bis in den Frühherbst laufend ernten. Die beste Tageszeit dafür ist spätmorgens, wenn der Tau bereits aufgetrocknet ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der Anteil an ätherischen Ölen und Aromastoffen am höchsten. Im Spätherbst sollte man die Kräuter nicht mehr beschneiden, denn dadurch wird erneut das Wachstum angeregt. Junge Triebe würden den Winter allerdings nicht schadlos überstehen.

Für das Konservieren und Aufbewahren größerer Kräutermengen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Frische Kräuter lassen sich besonders gut in Form von Pesto konservieren. Dafür werden sie einfach mit einem guten Speiseöl, z.B. Olivenöl, Rapsöl oder Sonnenblumenöl, und Salz und Pfeffer vermischt und püriert. In Gläsern abgefüllt und kühl gelagert, hält sich Kräuterpesto über viele Monate. Die bekannteste Methode zum Haltbarmachen von Kräutern ist natürlich das Trocknen in gebundenen Sträußen. Die meisten Kräuter lassen sich aber auch ohne Probleme frisch geerntet und zerkleinert einfrieren. Eine besonders schmackhafte Form der Konservierung ist auch das Ansetzen von verschiedenen Kräuterölen und -essigen, die für Salate, Saucen und Marinaden verwendet werden können.

Kräuter sollten nach der Ernte nicht zu intensiv gewaschen werden, da sie sonst ihr Aroma verlieren. Besser ist kurzes Abwaschen unter fließendem Wasser und danach sofort trocken schütteln, z.B. in einer Salatschleuder. Mediterrane Kräuter können Sie auch sehr gut am Vortag der Ernte gründlich mit dem Schlauch reinigen, denn sie sollten nach dem Schneiden nicht mehr gewaschen werden. Achten Sie beim Zerkleinern der Kräuter auf ein scharfes Messer, damit nicht zu viel Aroma auf dem Schneidbrett bleibt.

Kräuter trocknen

Kräuter werden getrocknet, indem sie bündelweise kopfüber aufgehängt werden. Nach 3-4 Tagen können Sie die Kräuter herunternehmen und zerkleinern. Am besten halten sich getrocknete Kräuter in luftdichten Behältern wie Schraubgläsern.

Besonders gut zum Trocknen geeignet sind die meisten mediterranen Kräuter wie Lavendel, Majoran oder Thymian.

Kräuter einfrieren

Einige Kräuter verlieren beim Trocknen einen Großteil ihres Aromas. Sie sollten also besser eingefroren werden. Liebstöckel, Kresse, Schnittlauch, Petersilie oder Minze können ganz einfach grob zerkleinert in Gefrierbeutel verpackt werden. Sie sollten dabei trocken sein. Sie können auch gleich fertige Kräutermischungen für Salate, Suppen oder Saucen herstellen und einfrieren.  

Kräuteröl selbst herstellen

Kräuteröl lässt sich mit frischen oder getrockneten Kräuterzweigen ganz leicht selbst herstellen. Besonders Rosmarin, Thymian oder auch Bärlauch eignen sich sehr gut dafür. Geben Sie die ganzen Kräuterzweige bzw. frische Bärlauchblätter in eine Flasche und befüllen Sie diese mit einem hochwertigen Pflanzenöl nach Ihrem Geschmack. Zusätzlich können Sie Knoblauchzehen oder Chilischoten zum Aromatisieren verwenden. Die Flasche sollte für 2-3 Wochen an einem kühlen und dunklen Ort gelagert werden. Danach können Sie das Öl abseihen und in eine möglichst dunkle Glasflasche umfüllen.  

Kräuteressig selbst herstellen

Ähnlich funktioniert auch die Herstellung von selbstgemachtem Kräuteressig. Füllen Sie die gewünschten Kräuter und, falls gewünscht, auch ein paar Knoblauchzehen, Chilischoten oder andere Gewürze mit dem gewünschten Essig in eine Flasche. Am besten eignet sich heller Essig oder Balsamico bianco. Lagern Sie die Flasche 2-4 Wochen kühl und dunkel und seihen Sie danach den Essig ab. Füllen Sie ihn in eine dekorative Flasche. So wird Ihre Salatmarinade garantiert zum persönlichen Familienrezept.

Kräutersalz selbst herstellen

Frische und getrocknete Kräuter eignen sich auch hervorragend zum Herstellen eines eigenen Gewürzsalzes. Sie können Ihre Gewürzmischung ganz nach den eigenen Vorlieben kreieren. Wie wäre es zum Beispiel mit einem lieblichen Lavendelsalz oder einem würzigen italienischen Kräutersalz? Wenn Sie noch weitere Gewürze hinzufügen, können Sie so auch ganz leicht eine Kräuter-Gewürz-Salzmischung für das Marinieren von Fleisch oder eine hausgemachte Suppenwürze herstellen. Am besten verwenden Sie dafür ein grobkörniges Salz.  

Kräutergeschenke

Dekorativ verpackt eignen sich diese selbst hergestellten Kräuterprodukte nicht nur für die eigene Küche sondern auch zum Verschenken. Über eine Flasche feines Kräuteröl mit schöner Beschriftung oder ein farbenfrohes Gewürzsalz in einem dekorativen Glas freut sich sicher jeder Kräuterliebhaber.