Einen eigenen Kräutergarten anlegen

Was muss ich beim Pflanzen beachten?  

Ein Kräutergarten zu Hause oder ein kleines Kräuterbeet am eigenen Balkon ist wie ein Gewürzregal für die schmackhafte Küche. Viel Platz ist dafür nicht nötig, denn die meisten Küchenkräuter sind äußerst genügsam und anspruchslos. Ein paar Dinge sollte man beim Anlegen eines Kräutergartens jedoch beachten. Wer sich verträgt und welche Licht- und Bodenverhältnisse optimal sind, verraten wir Ihnen weiter unten.  

Welche Kräuter passen zusammen?

  • Pflanzen Sie mediterrane Kräuter am besten zusammen, denn sie vertragen direkte Sonne sehr gut und benötigen weniger Wasser. Lavendel, Thymian, Salbei und Rosmarin brauchen ähnliche Bedingungen und vertragen sich gut.
  • Majoran und Thymian vertragen sich gar nicht. Setzen Sie diese beiden also nicht nebeneinander.
  • Petersilie braucht einen Ort im Halbschatten, ohne direkte Sonneneinstrahlung, aber dennoch hell. Sie braucht mehr Wasser, verträgt aber keine Staunässe.
  • Kerbel ist sehr hitzeempfindlich und benötigt einen Platz im Schatten.
  • Rosmarin fördert das Wachstum von Basilikum und Basilikum hält wiederum Schädlinge (z.B. die Weiße Fliege) und Pilze (z.B. Mehltau) von benachbarten Kräutern und Tomatenpflanzen fern.
  • Zitronenmelisse wirkt sich positiv auf das Wachstum der anderen Kräuter in ihrer Umgebung aus. Sie darf daher in keinem Garten fehlen.
  • Gruppieren Sie im Kräutergarten jeweils die einjährigen und die mehrjährigen Kräuter zusammen, je nach Standortansprüchen, Wuchshöhe und Wasserbedarf.

Kräuter richtig pflanzen

Kräuter lassen sich entweder als Saatgut vorziehen oder im bereits vorgezogenen Stadium als Topfware kaufen und direkt anpflanzen, sobald die Temperaturen warm genug dafür sind. Der Frühling eignet sich am besten zum Ansetzen neuer Kräuter, denn bis in den Herbst haben sie sich in der Regel gut entwickelt und können auch den Winter bestens überstehen. Frostempfindliche Kräuter sollten Sie am besten gleich in einen ausreichend großen Topf pflanzen, den Sie im Warmen überwintern können.
Wenn Sie die Kräuter als Saatgut kaufen und selbst vorziehen möchten, kommt es auf die richtige Topfgröße an. Für Schnittlauch, Petersilie und Thymian reicht ein Topf mit 20 cm Durchmesser, für größere Kräuterarten wie Rosmarin oder Lavendel sollten Sie eine Topfgröße mit 30-40 cm Durchmesser wählen. Verwenden Sie Töpfe mit mehreren Abflusslöchern und lockere, durchlässige Erde für die Anzucht.  

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Bei der Bepflanzung eines neuen Kräuterbeets oder neuer Kräutertöpfe spielen Standort, Licht- und Witterungsverhältnisse eine wichtige Rolle. Viele aus dem Süden stammende Kräuter lieben trockenen, sandigen Boden und einen vollsonnigen Standort, andere jedoch wie die Petersilie oder der Kerbel benötigen mehr Wasser und ein Plätzchen im Halbschatten. Positionieren Sie also die Töpfe oder das Beet so, dass Sie den verschiedenen Ansprüchen gerecht werden können. Grundsätzlich benötigen Kräuter im Topf etwas mehr Pflege und gegebenenfalls auch etwas Dünger, da sie sich die Nährstoffe nicht direkt aus dem Boden holen können.

Eine Kräuterschnecke im Garten bauen

Für das Kräuterbeet im eigenen Garten ist die Kräuterschnecke besonders gut geeignet. Sie bietet auf kleinstem Raum genügend Platz für ein buntes Kräuterallerlei und lässt sich durch ihre Form auch gut für die verschiedenen Anforderungen an Standort, Boden und Lichtverhältnisse adaptieren.

Die Kräuterspirale wird in vier unterschiedliche Zonen eingeteilt, die sich vor allem hinsichtlich der Bodenzusammensetzung und der Feuchtigkeit unterscheiden. Da bei der Spirale in die Höhe gearbeitet wird, befinden sich die Wasser und Halbschatten liebenden Kräuter weiter unten, während die trockenen Südländer wie Rosmarin, Thymian oder Salbei meist ganz oben angesiedelt sind. Die Übergänge zwischen den Zonen sind nicht strikt getrennt, so findet jede Pflanze optimale Standortbedingungen. Mit der Kräuterschnecke haben Sie ganzjährig einen frischen Gewürzvorrat, ein optisches Highlight und sehr blühfreudige Pflanzen, die auch zahlreiche Nützlinge wie Bienen, Käfer oder Hummeln in Ihren Garten locken.

Richtige Kräuterpflege

Besonders auf dem  Balkon, in Töpfen oder auf der Fensterbank benötigen Kräuter etwas mehr Pflege, als direkt im Garten. An heißen Tagen sollten sie im Idealfall zweimal täglich gegossen werden, frühmorgens und spätabends. Der Wasserbedarf der einzelnen Kräuter kann sehr unterschiedlich sein. Auch der Nährstoffbedarf der verschiedenen Kräuter variiert sehr stark. Starkzehrer im Kräuterbeet sind zum Beispiel Schnittlauch, Bärlauch, Estragon oder Liebstöckel. Die meisten mediterranen Kräuter hingegen nehmen bei zu viel Dünger und zu viel Wasser eher Schaden. Passen Sie die Pflege also individuell auf Ihre Kräuter an.

Generell gilt beim Düngen eher: Weniger ist mehr! Besonders bei neu bepflanzten Kräutertöpfen mit frischer Blumenerde ist bereits schon ausreichend Dünger enthalten. Die ersten 6-8 Wochen müssen Sie also nicht düngen. Gartenerde ist grundsätzlich sehr viel nährstoffreicher als herkömmliche Blumenerde, deshalb ist hier das Düngen meist gar nicht nötig.

Damit Ihre Kräuter sowohl im Garten als auch im Topf üppig wachsen, entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Äste und Blätter und die ersten Blütenansätze. Je später die Pflanzen blühen, umso mehr Blätter und Triebe produzieren sie. Im Hochsommer können Sie die Kräuter dann aufblühen lassen und ebenfalls in der Küche verwenden. Außerdem sind sie eine wertvolle Anlaufstelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Im Spätherbst können Sie eine Schicht Stroh auf die Kräuterbeete legen, um sie vor dem Frost zu schützen. Für Töpfe und Balkonkästen eignen sich Vlies oder Sisalmatten.