Wer hat den Valentinstag erfunden?

Der Valentinstag hat sich inzwischen zum weltweit verbreiteten „Brauch“ etabliert, welcher entgegen der landläufigen Meinung nicht von der Schokoladenindustrie und dem Blumenhandel ins Leben gerufen wurde, sondern scheinbar wirklich seinen historischen Ursprung besitzt.

Tatsächlich gab es drei verschiedene heilige Valentins - aber manche der Geschichten scheinen nachträglich erfunden, geschönt oder ausgeschmückt worden zu sein. Vermutlich haben sich hier die Lebensgeschichten von mehreren Personen zu einer einzelnen Legende vereint, die im Wesentlichen Folgendes besagt:

Im 3. Jahrhundert nach Christus soll in der Nähe von Rom ein heldenhafter Bischof namens Valentin verliebte Paare aus unterschiedlichen Kulturkreisen und Städten kirchlich getraut und sich dabei dem Staatswillen und den gesellschaftlichen Gepflogenheiten zu dieser Zeit widersetzt haben. Zur Trauung soll er ihnen auch Blumen aus dem eigenen Garten geschenkt haben. In anderen Quellen wird im Zusammenhang mit dem heiligen Valentin außerdem von Wunderheilungen und Geschenken an Verliebte berichtet. Kaiser Claudius II. war von den sittenwidrigen Eheschließungen des Bischofs jedenfalls nicht angetan und ließ den heldenhaften Bischof im Jahr 269 hinrichten.

Weitere Geschichten um die Entstehung des Valentinstags finden sich im antiken Rom. Im Monat Februar wurde Juno, die römische Göttin der Ehe und Familie, gefeiert. Sie gilt als Ratgeberin der Frauen in Liebesangelegenheiten und der Partnerwahl und wurde dementsprechend mit Blumenopfern verehrt. Ebenfalls bekannt ist das Fest des Fruchtbarkeitsgottes Lupercus, bei dem junge Männer und Frauen per Losentscheid miteinander auf Zeit verbunden wurden. Im Mittelalter war dieser Brauch auch in England üblich. Junge Männer suchten sich für einen Tag ihre „Valentine“, die per Los gezogen wurde, und verbrachten mit ihr den Tag.

Die Siedler aus England waren es auch, die den Brauch mit nach Amerika nahmen, von wo aus er die ganze Welt erreichte. Dass der Valentinstag auch im deutschen Sprachraum gefeiert wird, lässt sich in erster Linie auf die Besatzung durch US-amerikanische Soldaten nach dem zweiten Weltkrieg zurückführen. Sie sorgten dafür, dass dieser Brauch auch hierzulande populär wurde. Und spätestens seit den 50er Jahren haben auch Blumenhandel, sowie Schokoladen- und Geschenkeindustrie, den Tag der Liebe als „Brauch“ etabliert.