Neues vom Bienenschutzfonds: Hofer schützt Streuobstwiesen

(Sattledt, 30. April 2014; Hofer) Gemeinsam mit dem | naturschutzbund | hat Hofer im Vorjahr im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsinitiative Projekt 2020 einen eigenen Bienenschutzfonds ins Leben gerufen. Dieser nimmt sich lokaler Projekte in ganz Österreich an und legt dabei den Schwerpunkt auf den Schutz der Wildbienen. Das jüngste Projekt hat seinen Schauplatz in Oberösterreich: Im Naturpark Obst-Hügel-Land setzen sich die Kooperationspartner für die Pflege und den Erhalt von alten Obstbäumen auf Streuobstwiesen ein.

Ob Äpfel, Beeren, Marillen, Gurken, Kohl, Kräuter, Mandeln oder Wein: Jedes dritte Lebensmittel gibt es nur dank der Bestäubung durch Bienen. Doch unsere geflügelten Helferinnen sind durch eine Reihe von Umwelteinflüssen bedroht: Eingeschleppte Milben gefährden die Honigbienen, Monokulturen, Pestizide und Futtermangel machen ihnen und den Wildbienen das Leben schwer und führen zu wissenschaftlich nachgewiesenem Bienensterben. „Diese Situation ist auch für den Lebensmittelhandel bedenklich. Daher wollen wir gemeinsam mit unseren Kunden zur Rettung der Bienen beitragen“, so die Hofer-Generaldirektoren Friedhelm Dold und Günther Helm. Gemeinsam mit dem | naturschutzbund | hat der Lebensmittelhändler daher einen Bienenschutzfonds eingerichtet, der lokale, österreichische Projekte zum Schutz von Wild- und Honigbienen im Fokus hat.

Seit dem Frühjahr 2014 unterstützt der mit bisher insgesamt 100.000 Euro dotierte Bienenschutzfonds eine Initiative in Oberösterreich. Nach einem ersten Projekt 2013 im Burgenland, in welchem die Naturvielfalt entlang von Böschungen und Straßenrändern im Vordergrund stand, setzen sich der | naturschutzbund | und Hofer im Naturpark Obst-Hügel-Land nun für die Pflege und den Erhalt von alten Hochstamm-Obstbäumen auf Streuobstwiesen ein. Denn genau diese Obstbäume dienen den Bienen und vielen anderen Insekten- und Tierarten als wertvoller Lebensraum und überlebenswichtige Nahrungsquelle. Streuobstwiesen zählen nicht zuletzt wegen ihres Insektenreichtums zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Die sanfthügelige Landschaft des Naturparks Obst-Hügel-Land ist geprägt durch ausgedehnte Streuobstwiesen und Obstbaumreihen. Das 26 km² große Landschaftsschutzgebiet liegt in den Gemeinden Scharten und St. Marienkirchen an der Polsenz (Bezirk Eferding).

Streuobstwiesen: ein Paradies für Bienen

Bei Streuobstwiesen handelt es sich um klassische Mischkulturen: Die Halb- und Hochstamm-Obstbäume, die mehr oder weniger verstreut wachsen, werden seit Jahrhunderten zur Gewinnung von Obst für die Safterzeugung genutzt. Die Wiesen darunter dienen als Viehfutter. Um sie zu schützen, braucht es eine schonende Wiesenmahd, die nur ein bis zwei Mal jährlich stattfindet. Die vielen Insekten in einer Wiese sind allerdings nicht nur für die Artenvielfalt wichtig, auch Bauern freuen sich über die kleinen Krabbler als Bestäuber der Obstbäume. Denn viele Bienen bestäuben viele Blüten, und aus gut bestäubten Blüten entwickeln sich köstliche Äpfel, Birnen oder Zwetschken. So wird die Natur bunter und die Ernte fällt gleichzeitig größer aus.

Unterstützung kommt auch vonseiten der Schulen: Gymnasium-Schüler aus Dachsberg haben im Rahmen des Biologie-Unterrichts neue Obstbäume gepflanzt. Auch erhielt so manch alter Streuobstwiesen-Baum bereits die eine oder andere Verjüngungskur verpasst: Dazu gab es im März einen Obstbaumschnittkurs im Obstlehrgarten St. Marienkirchen an der Polsenz und in einer Streuobstwiese. In den Kursen wurde gezeigt, wie man alte Obstbäume richtig schneidet.

Um zusätzliche Nistplätze zu schaffen, werden gemeinsam mit den Volksschulen des Nationalparks Wildbienennisthilfen gebaut und in Streuobstwiesen aufgestellt. Ein weiteres Projekt steht bereits in den Startlöchern: Die Volksschüler wollen sich künftig nicht mehr bewirtschafteten Obstgärten annehmen und diese pflegen.

Hummeln kennen, erforschen und schützen

Der Bienenschutzfonds greift insbesondere einer Gruppe von Wildbienen „unter die Flügel“, nämlich den Hummeln. Denn genauso wie alle anderen Insekten, leiden auch Hummeln in unserer „ausgeräumten“ Landschaft unter einem verminderten Nahrungsangebot. Beim Hummelschutz setzen der | naturschutzbund | und Hofer auf bewusstseinsbildende Maßnahmen. So ist auf der Meldeplattform Naturbeobachtung seit Kurzem ein Hummelbestimmungsservice zu finden. Hier können Interessierte die heimischen Hummelarten kennenlernen, alles zu Verbreitung, Biologie und Schutz der dicken Brummer erfahren, Beobachtungen wie beispielsweise eine neu entdeckte Hummelart melden und von einem Expertenteam die Art bestimmen lassen. Da Hummel nicht gleich Hummel ist, hat der | naturschutzbund | diesen Frühling mit seinen Experten ein kostenloses Kursangebot zur Hummelbestimmung in ganz Österreich erstellt. Ganz nebenbei erhalten die Teilnehmer auch noch wertvolle Tipps und Tricks für eine naturnahe Gartengestaltung.

Ort und Zeit der Hummelseminare finden sich auf www.naturschutzbund.at. Alle Informationen zur Hofer-Initiative „Wir schwärmen für Bienen“ und zum Bienenschutzfonds gibt es auch auf www.projekt2020.at!

Über Projekt 2020

Unter „Projekt 2020“ bündelt Hofer seit Frühjahr 2013 sämtliche Nachhaltigkeitsaktivitäten. Dazu gehören bestehende Umstellungs- und Optimierungsprozesse ebenso wie jährlich zwei Leuchtturmprojekte, die sich durch aktive Kundeneinbindung auszeichnen. Inhaltlich konzentrieren sich die neuen Projekte auf die fünf Schwerpunkte Gesundheit, Klimaschutz, Ressourcen, Vertrauen und Miteinander. Die Initiative „Projekt 2020” läuft mindestens bis zum Jahr 2020 und wird inhaltlich von einem Stakeholder-Beirat bestehend aus externen Experten aus dem Energie-, Gesundheits-, Umwelt- und Medienbereich begleitet. Weitere Informationen finden sich unter www.projekt2020.at.