Fischschwarm

Fisch und Meeresfrüchte

Im Rahmen der Fisch- und Meeresfrüchtestrategie der ALDI SÜD Gruppe – darunter HOFER - möchten wir in Zusammenarbeit mit dem Fischerei- und Aquakultursektor verantwortungsvolle Maßnahmen und mehr Transparenz fördern. Durch unabhängige wissenschaftliche Beratung, anerkannte und geprüfte Zertifizierungen sowie gezielte Initiativen für Fischerei und Aquakultur, versuchen wir die globale Lieferketten für Fisch und Meeresfrüchte langfristig zu stärken.  

Wichtige Kennzahlen:

  • Weltweit leben rund 65 Millionen Menschen von der Fischerei und Aquakultur.*

  • Jährlich werden über 195 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte gefangen oder gezüchtet.*

  • 95 Prozent der Fisch- und Meeresfrüchteprodukte unserer Eigenmarken beziehen wir nach Kriterien, die dabei helfen, Umweltrisiken in unseren Lieferketten zu minimieren.**

Hohe Nachfrage hat ihren Preis

Fisch und Meeresfrüchte sind weltweit eine wichtige Nahrungsquelle und spielen eine entscheidende Rolle für den Lebensunterhalt sowie die wirtschaftliche Entwicklung. Die weltweiten Fischbestände und Meeresökosysteme stehen jedoch unter erheblichem Druck, da sie für mehr als 3,2 Milliarden Menschen mindestens 20 Prozent ihres tierischen Eiweißbedarfs decken.

Steigende Nachfrage nach Fisch- und Meeresfrüchteprodukten, für den menschlichen Verzehr und für Fischmehl und -öl, klimabedingte Bedrohungen sowie illegale, ungemeldete und unregulierte Fischerei (IUU) belasten die Fischbestände und die biologische Vielfalt der Ozeane zusätzlich. Als Reaktion auf die steigende Nachfrage und das begrenzte Angebot an wild gefangenem Fisch ist die Aquakulturproduktion rasant gewachsen. Sowohl beim Wildfang als auch in der Zucht können jedoch ökologische, menschenrechtliche und arbeitsrechtliche Risiken entstehen (ILO).  

Fischschwarm schwimmt im Kreis

Unser Ansatz für eine verantwortungsvollere Beschaffung

HOFER als Teil der ALDI SÜD Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, negative ökologische und soziale Auswirkungen im Bereich Fisch und Meeresfrüchten zu reduzieren. Deshalb verpflichten wir uns, Fisch- und Meeresfrüchteprodukte unserer Eigenmarken aus Wildfang und Aquakulturen zu beziehen, die festgelegte Umwelt- und Sozialstandards erfüllen und wissenschaftlich fundierte Methoden anwenden. Wir nutzen unabhängig überprüfte Zertifizierungs- und Bewertungssysteme, die eine breite Marktanwendung ermöglichen. Ebenso unterstützen wir Projekte zur Verbesserung von Fischerei und Aquakultur und arbeiten mit Lieferanten und Industriepartnern zusammen, um verantwortungsvolle Steuerungs- und Regulierungsstrukturen für Fischerei- und Aquakulturpraktiken zu stärken.    

Die ALDI SÜD Nachhaltigkeitsstandards für Geschäftspartner definieren verbindliche Mindestanforderungen für unsere Geschäftspartner. Sie umfassen wesentliche Normen wie Sorgfaltspflichten, Umweltschutz, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie eine Null Toleranz gegenüber Diskriminierung, Zwangsarbeit und Kinderarbeit.      

Fischfarm

Unsere Mindestanforderungen sind:

  • Aquakultur:  

  • EU-Bio-Standard

  • Sofern keine Zertifizierung vorliegt, stammen die Rohstoffe aus  

  • einem Aquakultur-Verbesserungsprojekt mit nachgewiesenen Fortschritten,

→ Mehr erfahren: Standards und Zertifizierungen

Woher stammen unser Fisch und unsere Meeresfrüchte?

Die Rückverfolgbarkeit ist ein wichtiges Instrument, um rechtliche, ökologische und soziale Risiken entlang der Lieferketten für Fisch und Meeresfrüchte zu steuern. HOFER als Teil der ALDI SÜD Gruppe fordert eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und Transparenz der gesamten Lieferkette. Die Lieferanten von Fisch und Meeresfrüchten für unsere Eigenmarkenprodukte sind zudem verpflichtet, vierteljährlich die Herkunft der Rohstoffe auf der Metrics-Plattform der Sustainable Fisheries Partnership (SFP) offenzulegen. Wir arbeiten eng mit unseren Geschäftspartnern zusammen, um die Transparenz unserer Lieferketten kontinuierlich auszubauen und bestehende Instrumente zur Rückverfolgbarkeit zu verbessern

→ Mehr erfahren: Transparenz und Rückverfolgbarkeit

Bewertung von Geschäftspartnern  

Als Unternehmen mit globalen Lieferketten verpflichtet sich HOFER, die Menschenrechte in den eigenen Prozessen und entlang der Lieferketten zu achten.  

Unser Ansatz ist in unseren Richtlinien zur menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflicht festgehalten. Die Richtlinien beschreiben unseren allgemeinen Ansatz zur Sorgfaltspflicht und wie wir mit unseren wesentlichen menschenrechtlichen und ökologischen Risiken umgehen. Die Lieferketten für Fisch und Meeresfrüchte gelten dabei als zentrale Lieferketten mit erhöhten Menschenrechtsrisiken.

Um verstärkte Kontrollen und kontinuierliche Verbesserungen voranzutreiben, müssen alle Produktionsstätten in Risikoländern lt. amfori BSCI, die Fisch- und Meeresfrüchteprodukte für HOFER herstellen, an unserem Social Monitoring Program (SMP) teilnehmen und während des Produktionszeitraums gültige Sozialaudits von unabhängigen Drittanbietern, wie amfori BSCI, Sedex/SMETA, SA8000 oder GSA SPS, vorweisen. Werden bei den Audits Mängel festgestellt, fordern wir von den Lieferanten, dass sie entsprechende Maßnahmen zur Behebung ergreifen. Wir überwachen die daraus resultierenden Maßnahmenpläne (CAPs) und begleiten die Umsetzung, um sicherzustellen, dass festgestellte Mängel wirksam behoben werden.

Fischerboot

In Zusammenarbeit mit EcoVadis bewerten wir zudem jährlich Fisch- und Meeresfrüchtelieferanten im Rahmen unseres Corporate Responsibility Supplier Evaluation (CRSE)-Programms. Lieferanten müssen die von EcoVadis definierten Mindestanforderungen an die Nachhaltigkeit erfüllen, um für die Beschaffung von Fisch und Meeresfrüchten in Betracht gezogen zu werden. Zusätzlich führen wir jährlich ALDI Sustainability Assessments (ASAs) bei unseren strategischen Partnern durch. Diese Bewertungen erhöhen die Transparenz in der Lieferkette, erweitern die Sichtbarkeit über die direkten Zulieferer hinaus und helfen dabei zu überprüfen, wie Risiken inklusiver IUU-Fischerei in der gesamten Lieferkette für Fisch und Meeresfrüchte identifiziert, gehandhabt und reduziert werden.    

→ Mehr erfahren: Menschenrechte

Projekte mit positiver Wirkung

Gemeinsam mit ausgewählten Lieferanten und Partnern unterstützen wir derzeit Initiativen, um die Lieferketten für Fisch und Meeresfrüchte zu stärken. Im Jahr 2026 ist die ALDI SÜD Gruppe (darunter HOFER) der von der Sustainable Fisheries Partnership (SFP) geleiteten Initiative Global Marine Commodities 2 (GMC2) beigetreten. GMC2 wird vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) unterstützt. Das Ziel ist es, kleine pelagische Fischereien in Marokko, Mauretanien und Senegal zu verbessern. Durch den regionalen Ansatz von GMC2 sollen Fischereien nachhaltiger und sozial verantwortungsvoller aufgestellt und Risiken reduziert werden.

→ Mehr erfahren

Zusammenarbeit und Interessenvertretung für den Wandel

Wir sind davon überzeugt, dass gemeinsame Initiativen und Partnerschaften der effektivste und wirkungsvollste Weg sind, um Mensch und Umwelt zu schützen. HOFER arbeitet eng mit Lieferanten und Stakeholder-Initiativen zusammen, um sich für verbesserte Strukturen einzusetzen, verantwortungsvolle Praktiken in Fischerei und Aquakultur zu fördern und die Transparenz in der Lieferkette voranzutreiben.  

Wir unterstützen wirksame, rechtlich verbindliche Regelungen zur menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflicht auf nationaler und internationaler Ebene, im Einklang mit den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. So schaffen wir gleiche Wettbewerbsbedingungen und machen Menschenrechte entlang der Lieferkette unverhandelbar.    

ALDI SÜD (darunter HOFER) hat die Einführung der EU-Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit (CSDDD) öffentlich unterstützt und bringt sich weiterhin konstruktiv in politische Diskussionen zu ihrer Umsetzung ein.

Hand befreit Fisch aus Fangnetz

Unsere Zusammenarbeit mit:

  • Multi-Stakeholder-Initiativen wie der Sustainable Fisheries Partnership (SFP), die entlang der gesamten Wertschöpfungskette für Fisch und Meeresfrüchte tätig ist, um die Nachhaltigkeit von Wildfang und Aquakultur zu verbessern. Sie berät uns unabhängig zu Fragen der Nachhaltigkeit in Sachen Fisch und Meeresfrüchte auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und gibt Empfehlungen zur Behebung der Ursachen von Fischereiproblemen. Durch unsere Partnerschaft gewinnen wir bessere Einblicke, um nachhaltigere Fisch- und Meeresfrüchteprodukte zu beziehen.

  • Wichtigen Branchenplattformen wie der North Atlantic Pelagic Advocacy Group (NAPA) zur Verbesserung der Bewirtschaftung der pelagischen Fischerei oder der Global Tuna Alliance (GTA) zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der Thunfisch-Lieferketten und um sicherzustellen, dass die Thunfischbeschaffung den höchsten Standards in Bezug auf Umweltleistung und soziale Verantwortung entspricht. Die GTA bringt Lebensmitteleinzelhändler und Unternehmen der Thunfisch-Lieferkette zusammen, um eine nachhaltige, legale und vollständig transparente Thunfischfischerei zu fördern. Konkret setzt die GTA sich für den Schutz von Thunfischbeständen, die Verringerung von Umweltauswirkungen, die Verbesserung von Überwachungs- und Arbeitsstandards sowie die Umsetzung der Tuna 2020 Traceability Declaration des Weltwirtschaftsforums (WEF) ein.  

→ Mehr erfahren: Mitgliedschaften und Partnerschaften

Einsatz entlang der Lieferketten

Obst und Gemüse

Obst und Gemüse

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Kühe fressen Heu

Milcherzeugnisse und Rindfleisch

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Fußnoten:

* FAO

** Beschaffungskriterien: Von der Global Seafood Initiative (GSSI) anerkannte Zertifizierungssysteme, registrierte Fischerei-Verbesserungsprojekte (Fishery Improvement Projects, FIP) mit der Bewertung A, B, oder C, oder das MSC-Verbesserungsprogramm (MSC Improvement Program), Bewertungen der Sustainable Fisheries Partnership (SFP) sowie die International Seafood Sustainability Association (ISSA) für Thunfisch.