Bunte Kleidungsstücke auf Kleiderstange

Textilien

HOFER, als Teil der ALDI SÜD Unternehmensgruppe, setzt sich für eine verantwortungsvollere Beschaffung und Produktion der Eigenmarken-Bekleidung und -Heimtextilien ein: Gemeinsam mit unseren Lieferanten arbeiten wir daran, ökologische und soziale Risiken entlang unserer Lieferketten zu minimieren. Darüber hinaus beziehen wir Baumwolle für ausgewählte Produkte über anerkannte Zertifizierungen unabhängiger Drittanbieter.

Wichtige Kennzahlen:

  • 2024 wurden weltweit rund 132 Millionen Tonnen Textilfasern produziert.*

  • Für die Herstellung eines einzigen Baumwollhemds werden etwa 2.700 Liter Frischwasser benötigt.**

  • 100 Prozent der Baumwolle in unserer HOFER Eigenmarken-Bekleidung und unseren Heimtextilien werden über anerkannte Zertifizierungssysteme von Dritten bezogen (2025).***    

Nachhaltigkeitsanforderungen in der Textilproduktion

Die globale Textilproduktion wächst kontinuierlich. Im Jahr 2024 wurden 132 Millionen Tonnen produziert. Aufgrund der veränderten Produktions- und Konsumweisen wird ein Anstieg auf 169 Millionen Tonnen bis 2030 prognostiziert. Da Textilfasern häufig aus der Landwirtschaft, aus Wäldern und aus erdölbasierten Materialien gewonnen werden, erhöht dieses Wachstum den Druck auf natürliche Ressourcen.  

Die Herstellung und Verarbeitung von Textilien erfordern große Mengen an Rohstoffen, Wasser und Chemikalien und verursachen Treibhausgasemissionen. Beispielsweise verbraucht der Baumwollanbau viel Wasser und erfordert den Einsatz von Pestiziden. Zudem werden in manchen Fällen natürliche Lebensräume für die landwirtschaftliche Produktion umgewandelt. Dies kann sich auf die Artenvielfalt und Ökosysteme auswirken.

Gleichzeitig sichert die Baumwollproduktion weltweit den Lebensunterhalt von mehr als 250 Millionen Menschen. Als Unternehmen ist es unser Anspruch, Beschaffung und Produktion in unseren Textillieferketten verantwortungsvoll zu gestalten und dabei ökologische wie soziale Risiken zu minimieren.

Fadenspulen von großer Nähmaschine

Verantwortungsvolle Beschaffung und Zertifizierung

Mehr als 80 Prozent unserer Eigenmarken-Bekleidung und -Heimtextilien werden in Produktionsstätten in Asien hergestellt. Wir arbeiten eng mit unseren Lieferanten in der Region zusammen, um die Umsetzung unserer Beschaffungsanforderungen zu unterstützen.

Die ALDI SÜD Nachhaltigkeitsstandards für Geschäftspartner:innen definieren verbindliche Mindestanforderungen für alle ALDI SÜD Geschäftspartner. Sie umfassen wesentliche Normen, darunter Sorgfaltspflichten, Umweltschutz, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie eine Null Toleranz gegenüber Diskriminierung, Zwangsarbeit und Kinderarbeit.  → Mehr erfahren: Menschrechte

Die ALDI SÜD Unternehmensgruppe (darunter HOFER) setzt sich für eine verantwortungsvolle Produktion ein, indem sie Lieferanten systematisch bewertet und ausgewählte Produktionsstätten überwacht. Dazu gehört die Beurteilung des Nachhaltigkeitsmanagements der Lieferanten, wie beispielsweise Richtlinien und Verfahren zu Menschenrechten, Arbeitsbedingungen und Umweltauswirkungen. Wir überprüfen die Produktionsstätten anhand anerkannter Sozialaudits und Nachhaltigkeitsbewertungen unabhängiger Dritter. Zusätzlich besucht unser Nachhaltigkeitsteam regelmäßig Produktionsstandorte in Hongkong, China und Bangladesch.  

Diese Maßnahmen unterstützen uns dabei, potenzielle Risiken in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit und Umwelt in unseren Textillieferketten zu identifizieren und zu bewerten. Werden Missstände festgestellt, sind die Lieferanten verpflichtet, innerhalb vereinbarter Fristen Maßnahmenpläne zu entwickeln und umzusetzen sowie Nachweise über erzielte Verbesserungen vorzulegen, etwa in Form von Folgeauditberichten oder Dokumentationen aus Standortbesuchen.

Baumwolle ist die am häufigsten verwendete Faserart in ALDI SÜD Bekleidungs- und Heimtextilien. Für ALDI SÜD Eigenmarkenprodukte mit Baumwollanteil setzen wir auf anerkannte, unabhängige Zertifizierungen von Dritten, die sich als zuverlässig erwiesen haben und eine breite Marktanwendung ermöglichen. Bis Ende 2025 wurden  100 Prozent der Baumwolle in unserer HOFER Eigenmarken-Bekleidungs- und Heimtextilien über anerkannte Zertifizierungssysteme von Drittparteien bezogen. Dazu zählen der Global Organic Textile Standard (GOTS), der Organic Content Standard (OCS) und BCI-Baumwolle im Rahmen des Mass-Balance-Rückverfolgungsmodells. Diese Standards befassen sich mit unterschiedlichen Aspekten der Baumwollproduktion und -beschaffung, darunter landwirtschaftliche Praktiken, Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette und ausgewählte Sozialkriterien.

Baumwolle

Reduzierung von Chemikalien in der Produktion

Chemikalien, die in der Textilproduktion eingesetzt werden, insbesondere bei Nassverfahren wie Bleichen und Färben, können unbehandelt in Gewässer gelangen, wenn das Abwasser nicht ordnungsgemäß behandelt wird. Dies kann zur Wasserverschmutzung beitragen, lokale Ökosysteme belasten und die Gesundheit der angrenzenden Bevölkerung gefährden.

Für Nassverarbeitungsanlagen entlang unserer Textil- und Schuhlieferketten schreiben wir Anforderungen sowie Maßnahmen zur Einhaltung von Umweltvorschriften vor, um einen verantwortungsbewussteren Umgang mit Chemikalien zu fördern.

Im Jahr 2021 stellte das Consumer Goods Forum im Rahmen seiner Kampagne „Better Lives through Better Business“ Fallstudien aus Bangladesch vor. Die Kampagne umfasste Beispiele aus ausgewählten, von ALDI SÜD unterstützten Produktionsstätten. Der Schwerpunkt lag auf einem sichereren Umgang mit Chemikalien und verbesserten Verfahren zur Abwasserbehandlung. Ziel dieser Maßnahmen war es, potenzielle Risiken für Arbeitnehmer:innen, lokale Gemeinschaften und die Umwelt zu verringern.

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Blaue Kleidungsstücke in Waschwasser

Initiativen mit positiver Wirkung

In enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten und Branchenpartnern engagieren wir uns in Initiativen und Projekten, die einen positiven Wandel bewirken:

  • ALDI ist Unterzeichner des rechtsverbindlichen Abkommens International Accord for Health and Safety in the Garment & Textile Industry. Im Rahmen des Internationalen Abkommens unterstützen wir länderspezifische Programme in Bangladesch und Pakistan, die den Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit in den teilnehmenden Fabriken verbessern. Zu den konkreten Maßnahmen zählen unabhängige Sicherheitskontrollen, die Überwachung der Umsetzung von mit den Fabriken vereinbarten Sanierungsplänen, Schulungen zu bewährten Praktiken im Bereich Gesundheit und Arbeitssicherheit, Kapazitätsaufbau sowie ein unabhängiges Beschwerdeverfahren für Anliegen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz. Zusammen tragen diese Maßnahmen zu mehr Sicherheit und größerer Transparenz in der gesamten Branche bei.

  • Im Jahr 2025 hat sich die ALDI SÜD Unternehmensgruppe im Rahmen des Dialogue and Impact for Sustainable Textiles gemeinsam mit weiteren Branchenpartnern an einer Kreislaufwirtschaftsinitiative beteiligt. Das Projekt diente der Vorbereitung auf die Anforderungen der Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR). Im Rahmen des Projekts wurde zudem ein Baby-Strampler als Pilotprojekt von ALDI SÜD bewertet. Grundlage dafür war der Circular Design Standard V5.0 von circular.fashion. Das Produkt wurde anhand von Kriterien wie Haltbarkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und Produktlebensdauer bewertet. Nach der unabhängigen Zertifizierung wurde der Strampler 2026 auf dem deutschen Markt eingeführt.  

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Zusammenarbeit und Engagement für Veränderungen

Wir arbeiten mit Lieferanten, Branchenpartnern und weiteren Stakeholdern zusammen, um menschenrechtliche und ökologische Herausforderungen in Textillieferketten zu bewältigen.  

Verbindliche gesetzliche Vorschriften zur menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflicht sind für Unternehmen ein wichtiger Baustein, um Menschenrechte in globalen Lieferketten zu stärken.

Daher hat die ALDI SÜD Gruppe (darunter HOFER) die Einführung der EU-Richtlinie zur unternehmerischen Nachhaltigkeitssorgfaltspflicht (CSDDD) öffentlich unterstützt und bringt sich aktiv in die politischen Diskussionen zu deren Umsetzung ein. Wir suchen weiterhin den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern und Partnern, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in unseren Märkten zu fördern.

Frauen sitzen an Tischen mit Nähmaschinen

Wir arbeiten zusammen mit:

  • Branchenplattformen wie Better Cotton. Die ALDI SÜD Unternehmensgruppe ist Mitglied der Better Cotton Initiative (BCI™), die Baumwollanbaugemeinschaften dabei unterstützt, nachhaltigere landwirtschaftliche Praktiken einzuführen und ihre Lebensgrundlagen zu verbessern. Durch die Beschaffung von BCI-Baumwolle im Rahmen des Mass-Balance-Rückverfolgungsmodells wird die Nachfrage nach Better Cotton gefördert und das übergeordnete Better-Cotton-Programm gestärkt. Bei BCI-Baumwolle, die nach dem Mass-Balance-Modell bezogen wird, lässt sich die Baumwolle physisch nicht bis zum Endprodukt zurückverfolgen. Wir nutzen die Better Cotton Platform (BCP), um die über das Better Cotton Chain of Custody-System bezogenen Mengen zu erfassen und zu überwachen.

  • Multi-Stakeholder-Initiativen wie dem Dialogue and Impact for Sustainable Textiles. Im Rahmen dieser Initiative beteiligen wir uns an Arbeitsgruppen und Projekten, die sich mit Themen wie existenzsichernden Löhnen, den Rechten von Kindern und Jugendlichen sowie dem Umgang mit Chemikalien in Produktionsstätten in wichtigen Beschaffungsländern wie China, Bangladesch, Pakistan, Indien und Kambodscha befassen.

→ Mehr erfahren: Mitgliedschaften und Partnerschaften

  

Fußnoten:

*  Textile Exchange

**  European Parliament

***  the Global Organic Textile Standard (GOTS), the Organic Content Standard (OCS) oder BCI-Baumwolle im Rahmen des Mass-Balance-Rückverfolgungsmodells