Menschenrechte
HOFER ist ein Lebensmitteleinzelhändler mit globalen Lieferketten. Wir sehen es als unsere Verantwortung an, Menschenrechte zu respektieren und Lebensgrundlagen entlang unserer Lieferketten zu stärken. Das setzen wir durch einen globalen Sorgfaltspflichtansatz um – ergänzt durch Initiativen, die die Lebenssituation von Landwirt:innen und Gemeinschaften in zentralen Lieferketten konkret verbessern.
Wichtige Fakten:
- Rund 27,6 Millionen Menschen sind jährlich von den Auswirkungen von Zwangsarbeit betroffen.*
- Jedes fünfte Kind in einkommensschwachen Ländern war 2025 von Kinderarbeit betroffen.**
- Die ALDI SÜD Nachhaltigkeitsstandards für Geschäftspartner:innen definieren Mindestanforderungen an die Nachhaltigkeit für alle Lieferanten.
Achtung der Menschenrechte
Die Achtung von Menschenrechten ist ein universeller Standard und die Verantwortung aller Unternehmen, so wie es in den UN Guiding Principles on Business and Human Rights verankert ist. Als Lebensmitteleinzelhändler mit komplexen Lieferketten verpflichtet sich HOFER als Teil der ALDI SÜD Gruppe dazu, Menschenrechte in allen Geschäftsbereichen und Beschaffungsprozessen zu achten sowie faire und ethische Praktiken entlang der Lieferketten zu fördern.
Unsere Richtlinien und Verpflichtungen zu Menschenrechten
Die ALDI SÜD Gruppe (darunter HOFER) hat einen umfassenden Sorgfaltspflichtansatz entwickelt. Dieser steuert alle relevanten Richtlinien, Anforderungen und Prozesse zu menschenrechtlichen und umweltbezogenen Themen entlang unserer Lieferketten. Gleichzeitig unterstützen wir die Einhaltung geltender Sorgfaltspflichtgesetze.
Die Human Rights and Environmental Due Diligence Policy beschreibt, wie wir wesentliche menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken angehen. Sie wurde in Übereinstimmung mit international anerkannten Standards entwickelt, darunter die UN Guiding Principles on Business and Human Rights, die OECD Due Diligence Guidance for Responsible Business Conduct sowie zentrale Übereinkommen der International Labour Organization (ILO).
Weitere Anforderungen und Verpflichtungen sind in einzelnen Richtlinien festgelegt:
Unsere Child Labour Policy beschreibt unser Engagement und unsere Anforderungen zur Prävention von Kinderarbeit sowie zum Umgang festgestellter Verstöße.
Unsere International Policy on Forced Labour unterstreicht unsere klare Haltung: Jede Form von Leibeigenschaft, Sklaverei, Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, Menschenhandel oder unfreiwilliger Arbeit ist inakzeptabel.
Minderung von Lieferkettenrisiken
Die ALDI SÜD Nachhaltigkeitsstandards für Geschäftspartner definieren unsere Mindestanforderungen an Nachhaltigkeit für alle Geschäftspartner in unseren Lieferketten. Diese sozialen und umweltbezogenen Standards berücksichtigen zentrale menschenrechtliche Themen wie Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Diskriminierung, ebenso wie Anforderungen an Umweltverantwortung, Koalitionsfreiheit sowie Arbeitsschutz und -sicherheit.
Ein Beispiel ist unser Corporate Responsibility Supplier Evaluation (CRSE)-Programm, das in zentralen Lieferketten eingesetzt wird, darunter Textilien und Schuhe, frisches Obst und Gemüse sowie Fisch und Meeresfrüchte. Das Programm hilft uns dabei, Lieferanten mit starken Nachhaltigkeitsmanagementsystemen zu priorisieren und fördert kontinuierliche Verbesserungen.
Unsere Supply Chain Monitoring Teams mit Standorten in Hongkong (SVR China), Österreich und Bangladesch überwachen die Einhaltung von ALDI SÜD Nachhaltigkeitsstandards bei Lieferanten und Produktionsstätten – durch regelmäßige ALDI Sustainability Assessments (ASAs) sowie die Auswertung anerkannter Auditergebnisse von Drittanbietern. Diese Teams unterstützen außerdem Lieferanten dabei, ihr Risikomanagement im Bereich Menschenrechte und Umwelt auszubauen.
Zugang zu Beschwerdestellen
Wir stellen Meldekanäle bereit, über die Anliegen zu Menschenrechten, Compliance oder ethischem Verhalten sicher und niedrigschwellig gemeldet werden können. Stakeholder können die in unseren nationalen Märkten verfügbaren Beschwerdestellen nutzen:
Verbesserung der Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette
Rückverfolgbarkeit ist ein zentraler Baustein unserer Nachhaltigkeitsstrategie und zahlt auf unsere Bemühungen ein, Risiken zu identifizieren, Transparenz zu stärken und wirksame Sorgfaltspflichtmaßnahmen umzusetzen.
Zu wissen, woher Produkte und Rohstoffe stammen, ermöglicht es uns, potenzielle menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken besser einzuschätzen und gemeinsam mit unseren Geschäftspartnern auf deren Reduzierung hinzuarbeiten.
Wir arbeiten weiterhin mit Lieferanten und anderen Stakeholdern zusammen, um die Rückverfolgbarkeit in unseren Lieferketten zu verbessern und die Transparenz über direkte Beschaffungsbeziehungen hinaus zu erhöhen.
Nutzung von Zertifizierungssystemen
Zertifizierungssysteme sind ein wichtiges Instrument in unserem übergreifenden Sorgfaltspflichtrahmen. Sie helfen uns dabei, unsere Anforderungen in die Lieferketten weiterzugeben.
Neben der Nutzung anerkannter Zertifizierungsstandards arbeiten wir mit Zertifizierungsstellen und Brancheninitiativen zusammen, um Standards zu stärken und Verbesserungen für Arbeitnehmer:innen, Landwirt:innen und Gemeinschaften zu erzielen.
→ Mehr erfahren: Standards und Zertifizierungen
Projekte zur Verbesserung der Lebensgrundlage
m Einklang mit unserem Anspruch, ein gutes Leben leistbar zu machen, engagieren wir uns für Initiativen, die darauf abzielen, die Lebensgrundlagen von Landwirt:innen und Gemeinschaften in zentralen Lieferketten zu verbessern.
Dazu gehören:
Unterstützung von Initiativen für existenzsichernde Einkommen in den Lieferketten für Kakao, Kaffee, Obst und Gemüse, Milch und Rindfleisch.
Mitfinanzierung und Umsetzung von Programmen zur finanziellen Stärkung und Kapazitätsentwicklung für Kakao- und Kaffeelandwirt:innen.
Mitfinanzierung regenerativer Landwirtschaftspraktiken, um Landwirt:innen bei der Verbesserung ihrer Anbausysteme zu unterstützen.
Gemeinsame Investitionen in Initiativen und Partnerschaften für den Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene (WASH) für Arbeitnehmer:innen und Gemeinschaften in ausgewählten Lieferketten.
→ Mehr erfahren: ECAMOM project
→ Mehr erfahren: CHOCO CHANGER project]
→ Mehr erfahren: Living Wage bananas
→ Mehr erfahren: Honduras Coffee
Zusammenarbeit und politisches Engagement für Veränderung
Viele menschenrechtliche Herausforderungen in Lieferketten – darunter die Unterschreitung gesetzlicher Mindestlöhne – sind systemischer Natur und können von einzelnen Unternehmen allein nicht bewältigt werden. Dafür setzen wir auf branchen- und sektorübergreifende Zusammenarbeit auf nationaler wie internationaler Ebene, die Beteiligung an Multi-Stakeholder-Initiativen und den regelmäßigen Austausch mit betroffenen Interessengruppen. Wir bekennen uns dazu, integer zu handeln und im gesamten Sorgfaltspflichtprozess ein effektiver und informierter Partner zu sein – mit dem Ziel, transparente und verantwortungsvolle Lieferketten zu fördern.
Wir unterstützen die Einführung robuster, wirksamer und rechtsverbindlicher menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichtgesetze auf nationaler wie internationaler Ebene – in Einklang mit den UN Guiding Principles. Damit sollen gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen und die Achtung von Menschenrechten entlang von Lieferketten verbindlich verankert werden.
ALDI SÜD hat die Einführung der EU-Richtlinie zur unternehmerischen Nachhaltigkeitssorgfaltspflicht (CSDDD) öffentlich unterstützt und engagiert sich weiterhin konstruktiv in den politischen Diskussionen zu ihrer Umsetzung. Wir werden den Dialog mit politischen Entscheidungsträger:innen und Partner:innen auf dem Weg zu gleichen Wettbewerbsbedingungen für die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in unseren Märkten fortsetzen.
Wir arbeiten zusammen mit
Multi-Stakeholder-Initiativen wie dem UN Global Compact, um uns für verantwortungsvolle Geschäftspraktiken und nachhaltige Beschaffung einzusetzen und zu ihrer Umsetzung beizutragen.
Dem Centre for Child Rights and Business (The Centre), um die Prävention von Kinderarbeit und Abhilfe bei festgestellten Fällen zu unterstützen.
Multi-Stakeholder-Initiativen für Arbeitnehmerrechte und Beschwerdekanäle wie dem Issara Institute und Appellando, um den Zugang von Arbeitnehmer:innen zu Beschwerdeverfahren und Abhilfe zu stärken.
Fußnoten:
* Forced labour: what is forced labour? | Anti-Slavery International (antislavery.org)
