Schutz von Wäldern
Wir bei HOFER setzen uns dafür ein, Entwaldung und die Umwandlung natürlicher Ökosysteme in unseren kritischen Lieferketten zu vermeiden. Zertifizierungen, Transparenz und eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten sind zentrale Bausteine, um dieses Ziel zu erreichen und den Schutz von Wäldern zu fördern.
Wichtige Fakten:
- Rund 15 Prozent der globalen CO₂-Emissionen entstehen durch Waldrodung und -degradierung.*
- Mehr als eine Milliarde Menschen leben in Wäldern und waldnahen Gebieten und sind auf sie als Quelle von Nahrung, Unterkunft und Lebensgrundlage angewiesen.**
- Seit 2018 sind 100 Prozent des in unseren Lebensmittel- und Non-Food-Produkten eingesetzten Palmöls gemäß dem Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziert.
Warum Wälder für Mensch und Klima unverzichtbar sind
Fast ein Drittel der weltweiten Landfläche ist von Wäldern bedeckt. Wälder sind vielfältige und komplexe Ökosysteme. Sie speichern bedeutende Mengen des weltweiten Süßwassers und dienen zahlreichen Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum. Für Millionen von Menschen sind Wälder eine existenzielle Grundlage, die wichtige Ressourcen wie Nahrung, Brennholz, Wasser oder Zutaten für Medizin liefern. Viele indigene Völker und lokale Gemeinschaften nennen den Wald ihre Heimat und sind auf ihn als Einkommensquelle angewiesen.
Gleichzeitig sind Wälder für die Bekämpfung der Klimakrise unerlässlich, da sie als Kohlenstoffsenken fungieren und große Mengen CO₂ aus der Luft aufnehmen und im Boden speichern. Durch das Fällen oder Verbrennen von Bäumen und natürlicher Vegetation wird dieser Kohlenstoff freigesetzt – allein im Jahr 2022 entsprach dies etwa sieben Prozent der globalen Emissionen.
Unsere Wälder sind zunehmend bedroht. In den vergangenen 30 Jahren sind rund zehn Prozent der weltweiten Waldfläche durch Entwaldung verloren gegangen. Tropische Regenwälder sind weltweit besonders gefährdet – rund 17 Prozent des Amazonasgebiets wurden bereits zerstört. Die Entwaldung schreitet in einem alarmierenden Tempo voran und befeuert sowohl die Klimakrise als auch den Verlust biologischer Vielfalt.
Risikominderung von Entwaldung und Walddegradierung
Die Ausweitung der Landwirtschaft ist einer der Hauptgründe für die globale Zerstörung der Wälder. Mit besonders hohen Risiken verbunden sind dabei Rohstoffe wie Rindfleisch, Milchprodukte, Palmöl, Soja, Holz, Kaffee und Kakao. Für diese Lieferketten setzt HOFER als Teil der ALDI SÜD Gruppe auf eine verstärkte Anwendung von Standards und Zertifizierungen zum Schutz von Wäldern sowie natürlicher Ökosysteme. Um sicherzustellen, dass unsere Lieferanten Standards erfüllen, setzen wir auf:
Nutzung unabhängiger Zertifizierungssysteme von Drittparteien
Einhaltung von Chain-of-Custody-Standards
Priorisierte Beschaffung aus Niedrigrisikoregionen (basierend auf der Länderklassifizierungsliste der EU-Entwaldungsverordnung). Eine höhere Lieferkettentransparenz ist entscheidend, um die Einhaltung unserer Anforderungen zu überprüfen und potenzielle Risiken zu identifizieren. Dazu gehört die Kartierung von Rohstofflieferketten sowie regelmäßige Bewertungen – entweder eigenständig oder gemeinsam mit unseren Partnern – um die Leistung zu überwachen und kontinuierliche Verbesserungen voranzutreiben.
Unser Einsatz gegen Entwaldung
Im Jahr 2024 hat die Science Based Targets initiative (SBTi) die Emissionsreduktionsziele für Treibhausgase (GHG) der ALDI SÜD Gruppe – darunter HOFER – validiert. Zusätzlich zu diesen Zielen haben wir uns auch das anspruchsvolle Ziel gesetzt, die Entwaldung in den Hochrisikolieferketten bis 2025 zu eliminieren.
Obwohl ALDI SÜD (darunter HOFER) in dieser Hinsicht nennenswerte Fortschritte erzielen konnte, haben wir unser Ziel, die Entwaldung bis zum gesetzten Datum vollständig aus allen Hochrisikolieferketten zu eliminieren, nicht vollständig erreicht. Dies ist auf branchenweite Herausforderungen sowie strukturelle und regulatorische Hürden zurückzuführen. Dazu zählen die Komplexität der Verifizierung von Soja in Tierfutter über mehrere Lieferkettenstufen hinweg, anhaltende Lücken bei der Rückverfolgbarkeit bei Palmöl und Kakao sowie die verzögerte Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung.
Die Science Based Targets Initiative (SBTi) empfiehlt, dass Unternehmen, die ihre früheren Ziele nicht erreichen konnten, ihre Zeitpläne für entwaldungsfreie Lieferketten überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Im Rahmen unserer neuen Nachhaltigkeitsstrategie entscheiden wir, wie wir die verbleibenden Hindernisse in einzelnen Lieferketten angehen können – etwa durch ein stärkeres Engagement in Hochrisiko-Beschaffungsregionen. Unser Ziel ist es, die bisher erzielten Fortschritte beim Thema Entwaldung zu sichern und einen glaubwürdigen Weg aufzuzeigen, wie wir die Reduktion von Treibhausgasen unterstützen können.
Palm(kern)öl
Knapp 100 Prozent des in unseren Eigenmarken eingesetzten Palmöls sind nach dem Chain-of-Custody-Standard des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziert.
Rund 75 Prozent des in unseren europäischen Märkten verwendeten Palmöls sind zusätzlich nach dem RSPO-Segregated-Chain-of-Custody-Standard zertifiziert. Dieser Standard erhöht die Rückverfolgbarkeit der Palmölherkunft.
Als Mitglied der Retailers Palm Oil Group (RPOG) und des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) arbeiten wir gemeinsam an systemischen Herausforderungen und tragen zu branchenweiten Lösungen bei.
Wir haben ein Projekt in Côte d’Ivoire unterstützt, das Kleinbäuer:innen fördert und einen verantwortungsvollen Palmanbau sowie die Wiederherstellung von über 250 Hektar Waldfläche unterstützt. Ähnliche Initiativen wollen wir auch künftig unterstützen.
Soja
Im Rahmen der Collective Soy Reporting (CSR)-Initiative berechnen wir regelmäßig unseren Soja-Fußabdruck, um Entwaldungsrisiken und mögliche negative Auswirkungen in unseren Lieferketten zu identifizieren.
HOFER als Teil der ALDI SÜD Gruppe unterstützt die Transparenzanforderungen für Sojaimporte gemäß der EU-Entwaldungsverordnung.
Als Mitglied der Retail Soy Group und der Consumer Goods Forum’s Forest Positive Coalition arbeiten wir mit relevanten Stakeholdern zusammen, um systemische Herausforderungen anzugehen.
Holz und holzbasierte Produkte
(einschließlich Papier und Verpackungen)
100 Prozent der holzbasierten Produkte und Verpackungen unseres Eigenmarkensortiments sind zertifiziert. Zum Beispiel gemäß den Standards des Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) oder des Blauen Engels.
Rinderhaltung
Wir setzen auf die Förderung von regional beschafftem Rindfleisch in unseren nationalen Märkten.
Unsere interne Entwaldungsrisikobewertung aus dem Jahr 2020 ergab, dass weniger als ein Prozent des globalen Rindfleischeinkaufs der gesamten ALDI SÜD Gruppe (darunter HOFER) aus Hochrisikoregionen in Südamerika – wie Brasilien und Argentinien – stammt.
Wir priorisieren die Beschaffung von Rindfleisch aus Niedrigrisikoregionen und ziehen uns aus Hochrisikoländern zurück, in denen keine Schutzmaßnahmen vorhanden sind (auf Basis unserer internen Entwaldungsrisikobewertung aus dem Jahr 2020).
Kakao
Knapp 100 Prozent unserer Eigenmarken-Schokoladenprodukte sind zertifiziert (2025).
Wir arbeiten mit Multi-Stakeholder-Initiativen zusammen, darunter die Retailer Cocoa Collaboration (RCC) und German Initiative on Sustainable Cocoa (GISCO).
Wir unterstützen Mission Ally von Tony’s Open Chain (TOC). Im Rahmen dieses Engagements ist der für den CHOCEUR CHOCO CHANGER verwendete Kakao vollständig rückverfolgbar.
Nicht alle Nachhaltigkeitsstandards im Kakaobereich gewährleisten eine vollständige Rückverfolgbarkeit bis zum Ursprung. Daher prüfen wir weitere Maßnahmen, um Entwaldungs- und Flächenumwandlungsrisiken in unseren Kakaolieferketten zu adressieren.
Kaffee
100 Prozent des in unseren Eigenmarken eingesetzten Kaffees sind nach entwaldungsfreien Standards zertifiziert, darunter Fairtrade, 4C EUDR , Rainforest Alliance oder BIO.
Zusammenarbeit und Engagement für den Waldschutz
Um Entwaldung auf der ganzen Welt entgegenzuwirken, ist schnelles und wirkungsvolles Handeln erforderlich. Wir planenden Austausch mit politischen Entscheidungsträger:innen und die Teilnahme an anerkannten Standardsetzungsprozessen, um freiwillige und gesetzliche Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Lebensmittelproduktion zu unterstützen. Außerdem setzen wir uns weiterhin für eine stärkere Regulierung, staatliche Unterstützung und finanzielle Anreize ein, die den Übergang zu einer Wirtschaft ermöglichen, welche die Natur aktiv fördert.
Wir erkennen an, dass gesetzliche Maßnahmen wie die EU Deforestation Regulation eine bedeutende Rolle bei der Reduktion von Entwaldung spielen können, indem sie importbedingte Auswirkungen adressieren und die Anforderungen an entwaldungsfreien Produkten stärken. Wir sprechen uns deshalb öffentlich für eine starke und wirksame Regulierung aus – unter anderem durch die Unterzeichnung eines gemeinsamen offenen Briefes, der die zeitnahe und konsequente Umsetzung der EUDR fordert.
Unsere Zusammenarbeit mit:
- Standardorganisationen, um Zertifizierungskriterien und -prozesse zu stärken, wie dem Roundtable for Sustainable Palm Oil, Roundtable for Responsible Soy und Rainforest Alliance for cocoa and coffee.
- Direktlieferanten und Rohstoffhändlern, um die Umsetzung unserer Anforderungen in entwaldungsgefährdeten Lieferketten sicherzustellen beispielsweise bei Soja, Palmöl, Kaffee, Kakao, Holz und Rindfleisch.
- Branchenverbänden wie der Retailer Palm Oil Group, dem Consumer Goods Forum (CGF) und der Retail Soy Group (RSG).
