Milchprodukte

Milcherzeugnisse und Rindfleisch

Weltweit sichern tierische Lieferketten – darunter die Milch- und Rindfleischproduktion – mehr als einer Milliarde Menschen ihre Lebensgrundlage. Gleichzeitig stehen diese wichtigen Sektoren vor zunehmend komplexen und miteinander verbundenen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. HOFER als Teil der ALDI SÜD Gruppe unterstützt die Transformation der Nutztierhaltung durch einen umfassenden Ansatz, der die Verbesserung des Tierwohls, die Förderung regenerativer Landwirtschaft und die Reduzierung von Treibhausgasemissionen einschließt.

Eckdaten:

  • Weltweit produzieren rund 270 Millionen Milchkühe Milch* und mehr als 6 Milliarden Menschen konsumieren Milch und Milchprodukte.**
  • Die weltweite Nachfrage nach Fleisch wächst weiter, jährlich werden mehr als 350 Millionen Tonnen produziert.***
  • Tierische Lieferketten verursachen schätzungsweise 7,1 Gigatonnen CO₂-Äquivalent-Emissionen pro Jahr, wobei Rindfleisch- und Milchproduktion rund 41 Prozent bzw. 20 Prozent davon ausmachen.****
  • Rund 25 Prozent der in unseren Filialen angebotenen Produkte entfallen auf Fleisch und Milchprodukte.

Zentrale Herausforderungen und Chancen in der Milch- und Rindfleischproduktion

Milch- und Rindfleischproduktion sind unverzichtbar für die globale Landwirtschaft und die ländliche Lebensgrundlage, doch sie stehen unter wachsendem Druck. Die Herausforderungen unterscheiden sich je nach Markt, die zugrundeliegenden Risiken und Chancen sind jedoch eng miteinander verbunden.

Viele Landwirt:innen und Viehhalter:innen arbeiten unter erheblichem wirtschaftlichem Druck: steigende Betriebskosten, niedrige und schwankende Milchpreise, starker globaler Wettbewerb und knappe Gewinnspannen bestimmen ihren Alltag. Gleichzeitig beeinflussen klimabedingte Auswirkungen wie Hitzestress, Dürren und veränderte Wettermuster die Tiergesundheit, die Weidebedingungen und die Gesamtproduktivität.

Umgekehrt tragen die Milch- und Rindfleischproduktion durch Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch und Ressourcenbedarf erheblich zur Umweltbelastung bei. Die Ausdehnung der Futterproduktion kann zudem zu Entwaldung, Bodendegradation und Biodiversitätsverlust beitragen, während unzureichendes Abfallmanagement die Wasserressourcen gefährden kann.  

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, bedarf es koordinierter Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Kein einzelnes Unternehmen kann den Wandel allein vorantreiben. Langfristiger Fortschritt hängt von Zusammenarbeit ab, die Landwirt:innen unterstützt, die Resilienz stärkt und Umweltverbesserungen erzielt, bei gleichzeitig wirtschaftlich tragfähigen Produktionssystemen.

Kühe fressen Heu

Reduzierung von Emissionen auf landwirtschaftlichen Betrieben

Wir unterstützen unsere Lieferanten bei der Einführung von Lösungen zur Reduzierung von Methanemissionen aus der Tierhaltung. Dazu gehören der Einsatz von Futterzusatzstoffen, optimierte Fütterungsstrategien sowie Verbesserungen in der Tiergesundheit und im Tierwohl. Parallel dazu fördern wir die Einführung und kontinuierliche Weiterentwicklung regenerativer Landwirtschaftspraktiken. Das umfasst sowohl innovative Agrartechnologien wie digitales Bodenmonitoring, als auch praktische Maßnahmen wie die Nutzung von Festmist und Gülleseparation, die Integration von Gras-Klee-Fruchtfolgen, die Verbesserung der Bodenstruktur, Portionsweide und die betriebseigene Herstellung von Kraftfutter.

Diese Ansätze können dazu beitragen, Treibhausgasemissionen zu senken. Gleichzeitig bieten sie wichtige Zusatznutzen wie verbesserte Bodengesundheit, höhere Wasserqualität und eine größere langfristige Resilienz der Betriebe. Außerdem eröffnen sie Möglichkeiten zur Steigerung der Milchproduktion und -leistung durch langfristige Produktivitätsgewinne.  

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Bauer hält Milchflaschen, Kühe im Hintergrund

Förderung regenerativer Landwirtschaft  

Regenerative Landwirtschaft bedeutet praxisnahe Ansätze, die im Einklang mit der Natur arbeiten anstatt konventioneller Produktionsmodellen. In enger Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten entwickeln wir Projekte, um das Potenzial regenerativer Landwirtschaftspraktiken besser zu verstehen und zu erforschen, wie sie in unseren Milchlieferketten ausgeweitet werden können.

Dazu sind wir der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) Platform beigetreten. Gemeinsam arbeiten wir an einer global abgestimmten Definition und einem einheitlichen Ansatz für regenerative Landwirtschaft – dem Regenerating Together Framework. Das Framework definiert regenerative Landwirtschaft als „einen ergebnisorientierten Landwirtschaftsansatz, der die Bodengesundheit, Biodiversität und Wasserressourcen schützt und verbessert und gleichzeitig die Lebensgrundlagen der Landwirt:innen unterstützt." Diese Definition gibt allen SAI Plattform-Mitgliedern einen gemeinsamen Rahmen, um über konventionelle Praktiken hinauszugehen und natürliche Ressourcen im großen Maßstab wiederherstellen und schützen zu können.

Darüber hinaus beabsichtigen wir, die gemeinsame Entwicklung praxisorientierter Lösungen zu unterstützen, die einen systemischen Wandel ermöglichen. Als Lebensmitteleinzelhändler, der in mehreren SAI Plattform-Arbeitsgruppen aktiv ist, trägt ALDI SÜD (darunter HOFER) zu etablierten Instrumenten und Initiativen bei und profitiert von ihnen, darunter das Farm Sustainability Assessment (FSA), das Regenerating Together Programme (RTP) und die Sustainable Dairy Partnership (SDP). Über diese Arbeitsgruppen tragen wir gemeinsam zur Unterstützung der Transformation des Lebensmittelsystems bei.  

Wir haben uns für die SAI Plattform entschieden, weil sie produktübergreifende Konsistenz bietet und Landwirt:innen in den Mittelpunkt der Transformation stellt. Landwirtschaftliche Systeme, Herausforderungen und Chancen unterscheiden sich je nach Region, Betriebstyp und Rahmenbedingungen erheblich. Landwirt:innen sind daher am besten in der Lage zu beurteilen, welche Ansätze nachhaltige und dauerhafte Ergebnisse liefern.

Als Lebensmitteleinzelhändler sind wir überzeugt davon, dass die Unterstützung von Ansätzen, die die Resilienz, Produktivität und Rentabilität landwirtschaftlicher Betriebe stärken, unerlässlich ist, um zu einem verbesserten Ernährungssystem beizutragen.

Initiativen mit Wirkung

In enger Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten und Branchenpartnern beteiligen wir uns an Initiativen, die das Potenzial haben, die Transformation des Lebensmittelsystems zu unterstützen, die Resilienz von Lieferketten zu stärken und dauerhaften Wandel anzustoßen. Durch gezielte finanzielle Co-Investitionen möchte HOFER Landwirt:innen die Mittel bereitstellen, die sie benötigen, um in nachhaltigere Produktionssysteme zu investieren. Dazu gehören Prämienzahlungen oder zusätzliche Unterstützung, damit Landwirt:innen regenerative und emissionsarme Praktiken einführen können. Denn wir wissen, dass es Investitionen in neue Instrumente, Fähigkeiten und Anbaumethoden erfordert.

Weiterentwicklung der Tierhaltungsstandards

Die Nachfrage nach tierischen Produkten bleibt hoch und mit ihr die Erwartungen unserer Kund:innen. Auch wenn die Produktion und Beschaffung tierischer Produkte viele Herausforderungen mit sich bringt, möchten wir Produkte anbieten, die anerkannte Tierwohl-Standards erfüllen. In Österreich hat HOFER mit den Eigenmarken Zurück zum Ursprung und FairHOF eine Vorreiterrolle bei der Förderung von Tierwohl eingenommen:

Zurück zum Ursprung Produkte sind BIO-Produkte, deren Anforderungen an den Tierschutz in vielen Bereichen deutlich über die gesetzlich vorgeschriebenen EU-Bio-Richtlinien hinausgehen. Das Wohl der Tiere wurde schon in den Grundwerten der Marke verankert. Artgerechte Tierhaltung wird somit von Beginn an ganzheitlich gedacht: Von der Herkunft der Tiere, über die Haltung und Fütterung, bis hin zur Schlachtung. So genießen unsere Milchkühe beispielsweise täglichen Auslauf im Freien und im Schnitt 180 Tage im Jahr auf der Weide. Auch die Hühner, Schafe, Schweine und Ziegen dürfen ins Freie und ihr natürliches Verhalten ausleben. Alle Details dazu finden Sie unter Grundwerte I Tierschutz & Tierhaltung.

FairHOF ist ein Pionierprojekt zur Verbesserung der konventionellen Tierhaltung. Dabei setzen wir uns zum Ziel, die Haltungs- und Produktionsbedingungen in der konventionellen Landwirtschaft sowohl für die Tiere als auch für die Landwirt:innen zu verbessern. Auch die regionale Landwirtschaft wird dadurch gefördert. Bei unserem gesamten FairHOF Sortiment stellen wir sicher, dass die Nutztiere nach den strengen Kriterien des Standards "Tierwohl verbessert" der "Gesellschaft !Zukunft Tierwohl!" gehalten werden und garantieren den Landwirt:innen einen Aufschlag bei der Bezahlung für ihre Produkte.

→ Mehr erfahren: Tierwohl

Zusammenarbeit und Interessenvertretung für den Wandel

Wir entwickeln derzeit unseren Ansatz für die politische Interessenvertretung im Bereich Landwirtschaft weiter, um besser zu verstehen, wie wir Landwirt:innen wirksam dabei unterstützen können, Emissionen auf Betriebsebene zu reduzieren und gleichzeitig ihre Betriebssysteme widerstandsfähiger für die Zukunft zu machen. Dazu versuchen wir:  

  • praxisnahe Wege zu erkunden, um regenerative Landwirtschaftsansätze zu integrieren,
  • Innovationen in der Tierfütterung und im Betriebsmanagement zu fördern und  
  • Lösungen zu verankern, die sowohl wirtschaftlich tragfähig als auch ökologisch verantwortungsvoll sind.

Wir arbeiten zusammen mit:

Branchenübergreifenden Initiativen wie dem Dairy Sustainability Framework, dem Global Roundtable on Sustainable Beef (GRSB). Ziel ist der Wissensaustausch und die gemeinsame Förderung von Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen, der Verbesserung von Weideland und Wassermanagement sowie der Stärkung des Tierwohls.

Kühe im Stall fressen Heu

Einsatz entlang der Lieferketten

Obst und Gemüse

Obst und Gemüse

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Fußnoten:

*  WWF (Dairy)  

**  FAO

***  Our World in Data

**** iffs