Blauer Himmel über dem Meer

Klima

Die Klimakrise belastet die Umwelt und stellt landwirtschaftliche Lieferketten vor große Herausforderungen. Das wiederum wirkt sich auf die Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Produkten aus. Deshalb arbeitet HOFER als Teil der ALDI SÜD Gruppe eng mit Lieferanten und Partnern zusammen, um Treibhausgasemissionen in ausgewählten landwirtschaftlichen Lieferketten gezielt zu senken.

Zahlen und Fakten:

  • Die elf Jahre zwischen 2015 und 2025 waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.*
  • Rund 3,6 Milliarden Menschen leben bereits heute in Gebieten, die durch die Klimakrise stark gefährdet sind.**
  • Weltweit sind über 2.400 ALDI SÜD Filialen mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, wobei HOFER bis Ende 2026 insgesamt 250 PV-Anlagen auf den Filialdächern errichten wird.
  • Der überwiegende Teil (rund 99%) unserer Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) besteht aus Scope-3-Emissionen, die entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette entstehen.

Wie sich die Klimakrise auf uns auswirkt

Unter Klimawandel versteht man die langfristige Veränderung von Temperaturen und Wetterverhältnissen. In den vergangenen 200 Jahren haben menschliche Aktivitäten zu einem stetigen Anstieg der Treibhausgasemissionen und damit zur globalen Erwärmung geführt. Die Auswirkungen dieser Erwärmung sind bereits in der heutigen Klimakrise deutlich spürbar:  

Steigende Temperaturen, sich verändernde Wetterverhältnisse und häufigere Extremwetterereignisse beeinträchtigen Ernteerträge, tierische Erzeugnisse sowie natürliche Ressourcen wie Boden, Wasser und Artenvielfalt. Diese Faktoren belasten das gesamte Ernährungssystem: Landwirt:innen müssen mit Unsicherheiten umgehen, Lieferanten sind mit Preisschwankungen konfrontiert und Kund:innen spüren Veränderungen bei der Verfügbarkeit und den Preisen.

Weizenfeld

Was sind Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Treibhausgasemissionen?  

  • SCOPE 1:  Scope-1-Emissionen sind direkte Treibhausgasemissionen aus Quellen, die sich im Besitz von HOFER bzw. der ALDI SÜD Gruppe befinden oder von HOFER bzw. Der ALDI SÜD Gruppe betrieben werden. Dazu zählen in der Regel Emissionen, die durch die Verbrennung von Kraftstoffen sowie durch das Austreten von Kältemitteln aus unseren Anlagen und Fahrzeugen entstehen.
  • SCOPE 2:  Scope-2-Emissionen sind indirekte Treibhausgasemissionen aus der von HOFER bzw. ALDI SÜD Gruppe eingekauften und genutzten Energie. Dazu zählen typischerweise Emissionen aus eingekauftem Strom, Dampf, Wärme oder Kälte für die Versorgung von Filialen und anderen Einrichtungen.  
  • SCOPE 3:  Scope-3-Emissionen sind indirekte Treibhausgasemissionen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette von HOFER bzw. Der ALDI SÜD Gruppe entstehen. Sie entstehen nicht unmittelbar durch unsere eigenen Betriebsabläufe, sondern durch externe Partner, Lieferanten und andere Dritte. Dazu zählen die Emissionen aus der Rohstoffproduktion und dem Verkauf von Produkten durch HOFER bzw. ALDI SÜD, dem Transport und der Logistik, der Herstellung von Verpackungen sowie der Nutzung der verkauften Produkte durch Verbraucher:innen.

Als Lebensmitteleinzelhändler verursacht ALDI SÜD (darunter HOFER) einen Großteil seiner Scope-3-Emissionen entlang der Lieferketten, insbesondere durch die landwirtschaftliche Produktion und durch Emissionen auf landwirtschaftlichen Betrieben. Beispielsweise führen die Verdauungsprozesse und Gülle bei der Erzeugung tierischer Produkte wie Milch und Rindfleisch zu erheblichen Methanemissionen. Bei der Landwirtschaft anderer Erzeugnisse hingegen werden große Emissionen durch die Boden- und Landnutzung verursacht, wie beispielsweise durch den Einsatz von Düngemitteln.

Entsprechend den Vorgaben der Science Based Targets initiative (SBTi) unterteilen wir unsere Treibhausgasemissionen über alle Scopes hinweg in zwei Bereiche:

  • Forst-, Land- und Agrarwirtschaft (Forest, Land and Agriculture, FLAG): FLAG-Emissionen sind Treibhausgasemissionen, die mit der Landnutzung und -bewirtschaftung in Zusammenhang stehen. Dazu zählen Entwaldung, Landumwandlung, Tierhaltung und der Einsatz von Düngemitteln. Der FLAG-Bereich umfasst auch Maßnahmen, durch die Kohlenstoff aus der Atmosphäre gebunden werden kann. Dazu gehören der Schutz und die Wiederherstellung von Wäldern, die Verbesserung der Bodengesundheit sowie landwirtschaftliche Praktiken, die dazu beitragen, dass mehr Kohlenstoff im Boden gespeichert wird.
  • Energie und Industrie (Energy and Industry, E&I): E&I-Emissionen entstehen durch den Energieverbrauch für den Betrieb von Gebäuden, Anlagen und Transportmitteln sowie bei der Herstellung und Verarbeitung unserer Produkte. Dazu gehören beispielsweise der Stromverbrauch in Filialen und Logistikzentren, der Kraftstoffverbrauch für den Transport sowie Emissionen aus den Herstellungsprozessen bei unseren Lieferanten.

Quelle: Science-Based Targets initiative (SBTi)

Unsere Leitprinzipien für den Klimaschutz

Wir engagieren uns für den Klimaschutz durch partnerschaftliche Zusammenarbeit und gezielte Initiativen, die sich auf die Reduzierung der Scope-3-Treibhausgasemissionen im Bereich „Forest, Land and Agriculture“ (FLAG) konzentrieren – also jener Emissionen, die entlang unserer Wertschöpfungskette außerhalb unserer direkten Geschäftstätigkeit entstehen. Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen ausgewählte landwirtschaftliche Lieferketten wie Milchprodukte, Rindfleisch, Obst, Gemüse, Kaffee und Kakao.

Unsere Leitprinzipien sind:

  • Fokus: Wir konzentrieren uns auf Maßnahmen, mit denen wir messbare Veränderungen am besten erreichen können. Rund 99 Prozent unserer Treibhausgasemissionen fallen unter Scope 3. Diese indirekten Emissionen entlang unserer Wertschöpfungskette, wie sie etwa bei der landwirtschaftlichen Produktion von Rohstoffen entstehen, können wir nicht immer direkt kontrollieren oder beeinflussen. Angesichts der Komplexität unserer Lieferketten konzentrieren wir unsere Bemühungen und Ressourcen derzeit auf die Reduzierung der Scope-3-Emissionen im FLAG-Bereich in der Forst-, Land- und Agrarwirtschaft. Diese machen mehr als die Hälfte unserer gesamten Scope-3-Emissionen aus. Hier sehen wir das größte Potenzial, einen disziplinierten und zielgerichteten Ansatz Klimaschutzmaßnahmen in großem Maßstab voranzutreiben.

  • Partnerschaften: Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen in Ernährungssystemen kann nur gemeinsam gelingen. Deshalb arbeiten wir eng mit Landwirt:innen, Lieferanten, NGOs, Regierungen und Branchenpartnern zusammen. Unser Ziel ist es, Lösungsansätze gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen, systemische Hürden abzubauen und den Übergang zu emissionsärmeren landwirtschaftlichen Methoden zu unterstützen. Dazu gehören gemeinsame Investitionen in gezielte Initiativen zur Emissionsreduzierung in landwirtschaftlichen Betrieben sowie das Engagement in Multi-Stakeholder-Plattformen, um in unseren Schwerpunktbereichen Fortschritte voranzutreiben.

  • Resilienz: Wir verknüpfen den Klimaschutz mit unserem Anspruch, Lebensmittel für unsere Kund:innen verfügbar und leistbar zu machen. Unser Ziel ist es, die langfristige Widerstandsfähigkeit   unserer ausgewählten Lieferketten (Kaffee, Kakao, Obst und Gemüse, Milcherzeugnisse und Rindfleisch) und der dazugehörigen landwirtschaftlichen Gemeinschaften zu stärken. Dabei stellen wir sicher, dass unsere Maßnahmen wirtschaftlich tragfähig und praxistauglich sind.

Unser Ansatz für den Klimaschutz

Wir konzentrieren uns darauf, Maßnahmen im Zusammenhang mit den Scope-3-FLAG-Emissionen zu unterstützen und zur langfristigen Widerstandsfähigkeit ausgewählter Lieferketten beizutragen.

Obwohl diese Scope-3-Emissionen außerhalb unserer direkten operativen Kontrolle liegen, sind wir davon überzeugt, dass unsere ausgewählten landwirtschaftlichen Rohstoffgruppen Potenzial für eine Zusammenarbeit, die Umsetzung von Reduzierungsmaßnahmen sowie die Messung der erzielten Fortschritte bieten.

Fortschritte bei den Scope-3-Emissionen hängen oft von den Maßnahmen zahlreicher Akteur:innen entlang der Wertschöpfungskette sowie von der Entwicklung und Nutzung neuer Technologien ab. Das kann die Reduzierung von Emissionen komplexer, langwieriger und schwieriger messbar machen. Unser Ansatz konzentriert sich auf Bereiche, in denen wir bereits heute wirksame Maßnahmen vorantreiben können. Gleichzeitig beobachten und bewerten wir kontinuierlich weitere Möglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dabei verfolgen wir aktuelle Entwicklungen und prüfen gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen zur Reduzierung von Scope-3-Emissionen, sobald sich neue Erkenntnisse und Technologien, politische Rahmenbedingungen oder praktische Lösungsansätze ergeben.

Wir sind uns bewusst, dass Fortschritte von der Entwicklung und Verfügbarkeit von Technologien sowie externen Rahmenbedingungen abhängig sind. Dazu zählen unterstützende politische Maßnahmen und Regulierungen, Finanzierungen, die Verfügbarkeit kohlenstoffarmer Energien sowie der Zugang zu hochwertigen Daten, die sich je nach Markt unterscheiden und im Laufe der Zeit verändern können.

Frau steht bei Obstregal in einem Lebensmittelgeschäft

Reduzierung von Emissionen in unseren Lieferketten

Da die Scope-3-Emissionen machen den überwiegenden Teil unseres CO₂-Fußabdrucks ausmachen, sind wir uns bewusst, dass wir Fortschritte beim Klimaschutz in unseren ausgewählten Lieferketten nur gemeinsam erreichen können. Um diese Emissionen zu senken, arbeiten wir in langfristigen Partnerschaften mit Landwirt:innen, Lieferanten, NGOs und Regierungen in anerkannten Brancheninitiativen zusammen.

Unsere Maßnahmen zu Scope-3-FLAG-Emissionen:

Reduzierung von Emissionen in unseren eigenen Betriebsabläufen

Operative Emissionen (Scope 1 + 2 Energie und Industrie, kurz E&I) machen weniger als 1 Prozent des gesamten CO₂-Fußabdrucks der ALDI SÜD Gruppe (darunter HOFER) aus. Diese Emissionen stammen aus Stromverbrauch, Kältetechnik, Heizsystemen und Transport. In den vergangenen Jahren haben wir Fortschritte bei der Reduzierung unserer operativen Emissionen erzielt. Trotz der Erweiterung unserer Betriebsflächen und der Eröffnung neuer Filialen und Logistikzentren konnte ALDI SÜD die Scope-1- und Scope-2-Emissionen (E&I) im Jahr 2023 um 21 Prozent senken (Basisjahr 2021).

In unseren eigenen Betriebsabläufen konzentrieren wir uns auf:

Erneuerbarer Strom

Wir bei HOFER beziehen weiterhin erneuerbaren Strom für unsere Filialen, regionalen Logistikzentren und Büros. Durch die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Filialen und Logistikzentren leisten wir einen Beitrag zum Ausbau der Produktion von sauberem Strom in Österreich. Tatsächlich errichten wir bis Ende 2026 insgesamt 250 PV-Anlagen auf unseren HOFER Filialdächern. 

Photovoltaik

Kohlenstoffarme Technologie

Wir setzen kohlenstoffarme Technologien gezielt in unseren Filialen ein. Dazu gehören Wärmepumpen zur Dekarbonisierung der Heizsysteme, Kältemittel mit geringerem Treibhauspotenzial (Global Warming Potential, GWP), ein verbesserter Umgang mit austretendem Kältemittel. Darüber hinaus werden wir den Einsatz fortschrittlicher Monitoringsysteme ausweiten, um den Energieverbrauch in unseren Immobilien effektiv zu steuern und zu reduzieren.

  

Photovoltaik

Partner für den Wandel

Die ALDI SÜD Gruppe (darunter HOFER) arbeitet mit führenden Branchenplattformen und Expert:innenorganisationen zusammen. Unser gemeinsames Ziel ist es, wirksame Klimalösungen entlang unserer Wertschöpfungskette voranzutreiben und gleichzeitig einen umfassenden Systemwandel zu fördern.

  • Als Pilotunternehmen der Taskforce for Corporate Action Transparency (TCAT) beteiligen wir uns an der Entwicklung neuer Leitlinien. Diese sollen die Konsistenz und Vergleichbarkeit unternehmerischer Klimaschutzmaßnahmen verbessern.

  • Im Rahmen der Value Change Initiative (VCI) arbeiten wir mit Branchenkolleg:innen und Expert:innen zusammen. Unser Ziel ist es, die Messung und Bilanzierung von Treibhausgasminderungen entlang der Wertschöpfungskette zu optimieren und einheitlichere sowie verlässlichere Rahmenbedingungen für die Klimaberichterstattung mitzugestalten.

  • Als Mitglied der Sustainable Agriculture Initiative (SAI)-Plattform orientieren wir uns am „Regenerating Together“-Programm. Es ist der branchenweit erste globale Ansatz und das Regelwerk für regenerative Landwirtschaft. Über die SAI-Plattform arbeiten wir mit Branchenkolleg:innen, Lieferanten und technischen Partnern zusammen, um einheitliche Standards zu fördern, die Qualität und Verfügbarkeit von Daten zu verbessern und den Übergang zu emissionsärmeren und widerstandsfähigeren landwirtschaftlichen Systemen zu unterstützen.

  • Wir sind der Low Carbon Fertilizer Alliance (LCFA) beigetreten. Dabei handelt es sich um eine Multi-Stakeholder-Initiative, die einen vereinfachten und gemeinschaftlichen Ansatz fördert, um die Dekarbonisierung der Düngemittelproduktion voranzutreiben.

  • Wir möchten uns weiterhin in Initiativen wie der „Partners for Plant-Based Declaration“ einbringen, die den Aufbau einer widerstandsfähigen, pflanzenbasierten Lebensmittelwertschöpfungskette unterstützen. Wir sind davon überzeugt, dass dieser partnerschaftliche Ansatz entscheidend ist, um Umweltauswirkungen zu minimieren, die langfristige Ernährungssicherheit zu gewährleisten und eine gesündere Ernährung zu unterstützen, von der Mensch und Planet gleichermaßen profitieren.

→ Mehr erfahren: Mitgliedschaften und Partnerschaften

Politisches Engagement für den Klimaschutz

HOFER als Teil der ALDI SÜD Gruppe möchte seine Stimme und seinen Einfluss nutzen, um die Entwicklung politischer Maßnahmen, Standards und Rahmenbedingungen zu unterstützen. Diese können dabei helfen, die Dekarbonisierung des Ernährungssystems deutlich zu beschleunigen.hmen zu stärken. Dazu gehört die Förderung fundierter und verifizierbarer Ansätze, mit denen sich die tatsächliche Reduzierung von Emissionen in der Praxis besser erfassen und nachweisen lässt.

Zu den Schwerpunkten im Bereich Klima zählen:

  • Die Teilnahme an Diskussionen über politische Maßnahmen und Regulierungen, um glaubwürdige, transparente und wirksame Rahmenbedingungen für den Klimaschutz zu fördern. Dazu gehört die Beteiligung an Konsultationsverfahren und die Unterstützung von Initiativen, wie einem offenen Brief von Eurosif. In diesem werden verpflichtende Pläne für den Klimakrise im Rahmen der EU-Richtlinie zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten für nachhaltige Lieferketten (CSDDD) gefordert.

  • Die Zusammenarbeit mit Partnern, Lieferanten und Expertenorganisationen wie der TCAT und der VCI, um die Messung, Berichterstattung und Anerkennung von Klimaschutzmaßnahmen zu stärken. Dazu gehört die Förderung fundierter und verifizierbarer Ansätze, mit denen sich die tatsächliche Reduzierung von Emissionen in der Praxis besser erfassen und nachweisen lässt.

Windrad

Erfahren Sie mehr über unseren Ansatz und unsere Initiativen:

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