Obst und Gemüse
Um die künftige Lebensmittelversorgung zu sichern und eine ausgewogene Ernährung zu fördern, setzt die ALDI SÜD Unternehmensgruppe auf die Zusammenarbeit mit Lieferant:innen und Partner:innen, um regenerative Landwirtschaft zu fördern, verantwortungsvolles Wassermanagement zu stärken und Lebensmittelverschwendung in unseren Lieferketten zu reduzieren.
Wichtige Fakten:
- Rund 38 Prozent eines Durchschnittwarenkorbs bestehen aus frischem Obst und Gemüse*
- Heute verbrauchen 7,3 Milliarden Menschen 1,6-mal so viele natürliche Ressourcen, wie die Erde bereitstellen kann**
- 100 Prozent unserer verkauften Bananen und Ananas sind nach anerkannten Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert***
Herausforderungen in den Obst- und Gemüselieferketten
Unsere Kund:innen verlassen sich täglich auf uns. Sie erwarten frisches, erschwingliches Obst und Gemüse. Doch der Klimawandel, Extremwetterereignisse, Wasserknappheit und sozialer Druck verändern zunehmend die Anbaubedingungen.
Globale Ernährungssysteme belasten die Umwelt erheblich. Sie sind für rund 70 Prozent des weltweiten Süßwasserverbrauchs, 33 Prozent der Bodendegradation und mehr als ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Der übermäßige Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden gefährdet die Artenvielfalt, Süßwasservorkommen und die Ökosysteme, die eine resiliente Lebensmittelproduktion erst ermöglichen. Der Klimawandel (-> Link zur Klimaseite) verschärft diese Lage zusätzlich. Er erhöht die Risiken für Ernteerträge und Wasserverfügbarkeit in wichtigen Anbauregionen und beeinträchtigt die Lebensgrundlagen landwirtschaftlicher Gemeinschaften.
Neben ökologischen Herausforderungen sind auch soziale Probleme weit verbreitet, darunter niedrige Löhne, saisonaler Arbeitskräftedruck und Risiken im Zusammenhang mit Wanderarbeiter:innen. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung voraussichtlich auf fast 10 Milliarden Menschen anwachsen. Um die steigende Nachfrage zu decken, braucht es eine Transformation der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion, mit messbaren Fortschritten bei ökologischen und sozialen Standards.
Als Antwort darauf haben wir im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie neue, ambitionierte Ziele für Klima, Umwelt und Mensch festgelegt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Obst- und Gemüselieferketten sowie auf Rindfleisch, Milcherzeugnissen, Kaffee und Kakao. Um diese Ziele zu erreichen, setzen wir auf aufeinander abgestimmte Maßnahmen. Diese adressieren gleichzeitig mehrere Nachhaltigkeitsherausforderungen und treiben einen systemischen Wandel voran.
Förderung von Beschaffungsstandards
Wir arbeiten eng mit unseren Lieferanten in den Obst- und Gemüselieferketten zusammen. Ziel ist es, unsere Anforderungen an eine verantwortungsvolle Beschaffung zu erfüllen und potenzielle Menschenrechts- sowie Umweltrisiken wirksam zu managen. Die ALDI SÜD Nachhaltigkeitsstandards für Geschäftspartner legen verbindliche Mindestanforderungen für alle Geschäftspartner fest. Sie umfassen grundlegende Normen zu Sorgfaltspflichtprozessen, Umweltverantwortung und Arbeitssicherheit. Ebenso gilt eine Null-Toleranz-Regelung gegenüber Diskriminierung, Zwangsarbeit und Kinderarbeit.
Darüber hinaus verankern wir Naturschutzprinzipien in unseren Beschaffungs- und Einkaufsrichtlinien. Dazu gehören Standards zum Schutz der Artenvielfalt, zum Erhalt natürlicher Lebensräume, zur Verhinderung von Entwaldung, zum Schutz der Wasserqualität und zur Erhaltung der Bodengesundheit. Diese Richtlinien entwickeln wir kontinuierlich weiter. Dabei orientieren wir uns an aktuellen Branchenstandards und Best Practices, wie etwa der Alliance for Water Stewardship (AWS). So fördern wir verantwortungsvolles Wassermanagement entlang unserer Frischeprodukte- und weiterer priorisierter Lieferketten.
Verbesserung der Transparenz
Mehr Transparenz in unseren Obst- und Gemüselieferketten stärkt unsere Fähigkeit, Risiken zu erkennen und gesetzliche Anforderungen einzuhalten. Die ALDI SÜD Unternehmensgruppe (darunter HOFER) hat umfassende Prozesse eingeführt: Risikoanalysen, Audits und Lieferantenbewertungen helfen dabei, tatsächliche und potenzielle soziale sowie ökologische Risiken in unseren ausgewählten Lieferketten systematisch zu identifizieren. Diese nachhaltigkeitsbezogenen Kennzahlen integrieren wir schrittweise in unsere Einkaufsentscheidungen. Damit verankern wir verantwortungsvolle Beschaffung und treiben die Resilienz unserer Lieferketten voran.
Game Changer: Das Bananen-Beschaffungsmodell von ALDI SÜD
Um die Bananenlieferkette zu stärken, haben wir 2023 einen weiterentwickelten Beschaffungsansatz eingeführt. Dieser wurde gemeinsam mit ausgewählten Lieferanten entwickelt und basiert auf der Fairtrade-Methodik. Im Rahmen dieses Ansatzes überprüfen wir regelmäßig unsere Preisstrukturen. So stellen wir sicher, dass sie relevante Marktentwicklungen und Wertschöpfungskettenaspekte angemessen berücksichtigen.
Das Beschaffungsmodell ist darauf ausgelegt, langfristige Partnerschaften mit unseren direkten Geschäftspartner:innen und Produzent:innen zu fördern. Durch stabile Bananen-Abnahmemengen schaffen wir mehr finanzielle Sicherheit und Planbarkeit für unsere wichtigsten Lieferant:innen. Das gibt ihnen die Möglichkeit, in nachhaltigere Praktiken zu investieren und positive soziale Ergebnisse für ihre Gemeinschaften zu erzielen.
Nach der erfolgreichen Einführung wurde die Initiative auf Ananas und Avocados ausgeweitet. Wir prüfen derzeit, ob das Modell auch auf weitere Produktkategorien übertragen werden kann, darunter Mangos, Zitrusfrüchte, Melonen und Weintrauben.
Weitere Schwerpunkte und Initiativen:
Reduzierung von Lebensmittelverschwendung
Nicht jede Form von Lebensmittelverschwendung lässt sich vermeiden. Doch wir setzen uns dafür ein, sie so weit wie möglich zu reduzieren. Da ein erheblicher Teil der Lebensmittelverschwendung außerhalb unserer eigenen Betriebe entsteht, arbeiten wir daran, besser zu verstehen, wie wir unsere Lieferant:innen beim Reduzieren und Umverteilen von Überschüssen unterstützen können.
Hierfür nutzen wir verschiedene Maßnahmen: verbesserte Bedarfsprognosen, die Akzeptanz eines breiteren Spektrums an Obst- und Gemüsegrößen und -formen sowie die Weitergabe von Überschüssen, wo immer es möglich ist. Wo eine Umverteilung nicht realisierbar ist, fördern wir alternative Verwendungszwecke. Dazu zählen Tierfutter und Kompostierung.
→ Mehr erfahren: Lebensmittelverschwendung
Mehr pflanzenbasierte Produktoptionen
Als Lebensmitteleinzelhändler erkennen wir das Potenzial pflanzenbasierter Ernährungsweisen. Sie können ernährungsbedingte Treibhausgasemissionen, den Verlust von Artenvielfalt und den landwirtschaftlichen Flächenverbrauch reduzieren. Hinzu kommen gesundheitliche Vorteile. Bis 2030 streben wir bei HOFER an, den absoluten Nettoumsatz pflanzenbasierter Produkte im Vergleich zu 2025 um 15 Prozent zu steigern.
Dieses Ziel umfasst neben pflanzenbasierten Proteinquellen, Milchalternativen, pflanzenbasierte Fette und Öle sowie Obst und Gemüse. Wir prüfen zudem Möglichkeiten zur Rezepturoptimierung in unserem gesamten Sortiment und zur Erweiterung unseres Obst- und Gemüseangebots.
Zusammenarbeit und politisches Engagement für Veränderung
Um Herausforderungen zu bewältigen und eine nachhaltigere Agrarproduktion voranzutreiben, setzen wir auf Partnerschaften in gemeinsamen Initiativen und den Dialog mit relevanten Stakeholdern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Wir sind überzeugt: Die Einführung verpflichtender unternehmerischer Sorgfaltspflichtgesetze ist ein wichtiger Schritt zum besseren Schutz von Menschenrechten entlang internationaler Lieferketten, einschließlich Obst und Gemüse.
ALDI SÜD hat sich öffentlich für die Einführung der EU-Richtlinie zur Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability Due Diligence Directive, CSDDD) ausgesprochen und ist während der Verhandlungen zum „Sustainability Omnibus I“ konsequent dafür eingetreten, die Kernprinzipien der Richtlinie zu wahren.
Wir streben an, den Dialog mit politischen Entscheidungsträger:innen und Branchenpartner:innen fortzusetzen, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in allen unseren Märkten voranzutreiben.
Wir engagieren uns gemeinsam mit:
Organisationen zur Stärkung von Zertifizierungskriterien, etwa durch die Teilnahme an Überprüfungen des Fairtrade-Standards. Wir unterstützen die Entwicklung abgestimmter Indikatoren für den neuen Global G.A.P. Environmental Solutions Standard und integrieren zusätzliche regenerative Ergebnisse. So treiben wir Fortschritte in ausgewählten Obst- und Gemüseanbauregionen mit ökologischen Herausforderungen voran, basierend auf der Umweltrisikoabschätzung von ALDI SÜD.
wichtigen Branchenplattformen zur Bewältigung von Wasserrisiken und zur Förderung regenerativer Landwirtschaft, darunter die Sustainability Initiative Fruit and Vegetables (SIFAV) und Food for Biodiversity (FfB).
der Alliance for Water Stewardship (AWS), um verantwortungsvolles Wassermanagement entlang unserer Lieferketten zu fördern und den International Water Stewardship Standard zu verbreiten.
dem World Banana Forum, wo wir an Multi-Stakeholdergesprächen zu zentralen Nachhaltigkeitsthemen der globalen Bananenindustrie teilnehmen. Zusätzlich unterstützen wir die Anwendung des FAO-Tools zur Berechnung von Wasser- und CO₂-Fußabdrücken.
→ Mehr erfahren: Mitgliedschaften & Partnerschaften
Unabhängige Drittpartei-Zertifizierungssysteme sind ein zentrales Instrument, um unser Engagement für Klimaschutz, Naturregeneration und bessere Lebensbedingungen in unseren Obst- und Gemüselieferketten zu stärken. In unseren Filialen sind bereits 100 Prozent der verkauften Bananen und Ananas nach Rainforest Alliance und Fairtrade zertifiziert.
Für konventionelle Bananen erkennt ALDI SÜD zudem eine Reihe etablierter Sozialstandards an: SCS, SMETA, SA8000, the SAI Platform Farm Sustainability Assessment silver level sowie GRASP auf länderspezifischer Basis, in Übereinstimmung mit dem SIFAV Basket of Social Standards. Besonders in unserem Fokus steht die Ausweitung von Zertifizierungen, die Risiken durch Entwaldung und Wasserverbrauch adressieren. Dazu gehört der GLOBAL G.A.P. SPRING (Sustainable Program for Irrigation and Groundwater Use sowie Fairtrade mit Blick auf Landnutzung. (-> Link zur Seite Waldschutz)
Wir setzen zudem auf Drittpartei-Standards wie Spring oder AWS, die verantwortungsvolles Wassermanagement bei ausgewähltem Obst und Gemüse aus wasserarmen Regionen fördern. Parallel dazu arbeiten wir daran, anerkannte Wassermanagementstandards im Einklang mit dem harmonisierten SIFAV Basket of Water Standards einzuführen. Dieser gilt für Obst und Gemüse aus Regionen mit hohem Wasserrisiko (basierend auf der European Commission EUDR Benchmark Country Classification List).
Einsatz entlang der Lieferketten
Fußnoten:
*Kantar research, **WWF, *** gemäß den Standards von Rainforest Alliance oder Fairtrade
