Die richtige Unterstützung bei den Hausaufgaben

Wenn das Kind seine Hausaufgaben nicht in der Nachmittagsbetreuung, sondern zuhause macht, müssen Eltern häufig in die Rolle des hauseigenen Nachhilfe-Lehrers schlüpfen. Schließlich hilft man doch gern, wenn das Kind Fragen stellt. Das kann jedoch dazu führen, dass den Kindern ein Stück Selbstständigkeit verwehrt wird. Probleme zu lösen und bei Unklarheiten nicht sofort aufzugeben, muss nämlich ebenso trainiert werden wie Lesen und Schreiben. Wenn etwas nicht auf Anhieb klappt, ermutigen Sie Ihr Kind dazu, dem Problem auf den Grund zu gehen. Wird ein Wort in der Aufgabenstellung nicht verstanden? Oder ist der Satz zu lang? Versuchen Sie nicht sofort die Lösung zu verraten, sondern führen Sie Ihr Kind schrittweise heran. Erklären Sie das unverständliche Wort oder teilen Sie die Aufgabenstellung in mehrere kurze Sätze, damit die Aufgabe erledigt werden kann. So zeigen Sie Ihrem Kind, wie es in Zukunft bei Problemen vorgehen muss und helfen ihm dabei, Aufgaben selbstständig zu lösen.1,2

Fehler machen erlaubt

Sollte es Ihr Kind einmal nicht schaffen, die Hausaufgabe vollständig oder fehlerfrei zu lösen, bleiben Sie entspannt. Hausaufgaben haben keinen Anspruch auf Perfektion, sondern dienen der Lehrerin oder dem Lehrer als Überblick über den aktuellen Wissensstand der SchülerInnen. Wenn Sie die Fehler Ihres Kindes in der Hausübung korrigieren oder immer helfen, bekommt die Lehrperson einen falschen Eindruck und kann Wissenslücken nicht entsprechend füllen. Besser ist, Sie lassen Ihr Kind mit unvollständigen und fehlerhaften, dafür aber ehrlichen, Hausaufgaben in die Schule gehen und die Lehrkraft korrigiert und erklärt noch mal. Wenn Sie nicht zur HilfslehrerIn werden, fördert das auch eine innige Eltern-Kind-Beziehung.1

Die richtige Umgebung für Hausaufgaben

Um zuhause erfolgreich lernen und Hausaufgaben machen zu können, benötigt Ihr Kind einen gut ausgestatteten Lernbereich. Ein eigener Schreibtisch für Kinder mit rückenschonendem Schreibtischsessel ist besonders geeignet. Die Umgebung sollte hell und frei von Ablenkungen sein. Ein Fernseher in der Nähe oder spielende Geschwister sind für die Konzentration natürlich nicht sehr förderlich. Stellen Sie auch sicher, dass immer alle benötigten Materialien vorhanden und griffbereit sind. Muss Ihr Kind erst vom Tisch aufstehen, um Stifte, Blöcke, Hefte, Bücher, Lineal oder Radiergummi zu suchen, kann es sich leicht wieder von etwas anderem ablenken lassen.1

Kinder zum Lernen motivieren

Wenn Ihr Kind nicht lernen will, können Sie es mit bestimmten Verhaltensweisen und Lerntipps dazu motivieren. Versichern Sie Ihren Kindern, dass Schule und Lernen Spaß machen und wichtig für „die Großen“ ist. Ihre eigenen (schlechten) Schulerfahrungen sollten Sie keinesfalls auf Ihre Kinder übertragen2. Nützen Sie die natürliche Neugier und den Ehrgeiz der Kinder und loben Sie immer wieder oder fassen Sie die eben erbrachte Leistung noch mal zusammen. Ein spontanes „schön geschrieben!“ oder „super gemacht!“ bestärkt Ihre Kinder darin, weiterzumachen. 

Gehen Sie selbst als gutes Beispiel voran, indem Sie Ihren Kindern vorleben, dass Lesen, Schreiben und Computerarbeit im Alltag dazugehört und verlässlich und gewissenhaft erledigt wird. Planen Sie zudem fixe Pausen ein und halten Sie die Lernzeiten kurz. Bei Volksschülern sollte nach 30 bis 60 Minuten konzentrierter Arbeit eine Pause gemacht werden. So sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind nicht ermüdet und motiviert am Ball bleibt.1 

1 https://www.urbia.de/magazin/schulkind/sollen-eltern-bei-den-hausaufgaben-helfen
2 http://www.familien-psychologie.info/fileadmin/content/ratgeber/kind/Hausaufgaben.pdf