Bogen, Bremsen und Pistenregeln

„Hinunter kommen sie alle“ heißt es, wenn es ums Erlernen des Skifahrens geht. Die Frage ist nur „wie?" Am sichersten gelangen Sie nach unten, wenn Sie nicht den geraden Weg talwärts wählen. Denn Skifahren bedeutet eigentlich Bogen fahren. Anfänger starten mit dem Pflugbogen, Fortgeschrittene praktizieren den Parallelschwung.

Der Pflugbogen

Beim Pflugbogen stellt man die Skier vorne spitz zueinander. Dann belastet man die Innenkante, um die Kurve einzuleiten. Das fällt Ihnen bzw. Ihrem Kind leichter, wenn Sie die Hände vor die Beine geben und den Oberkörper nach vorne beugen.  

Der Parallelschwung

Beim Parallelschwung, auch Temposchwung genannt, gleitet der Sportler mit beinahe parallel geführten Skiern um die Kurven. Der Parallelschwung ist die grundlegende Technik für Steilhänge, Buckelpiste, Tiefschnee und für sofortiges Bremsen.  

Das Bremsen

Beim Fahren im Schneepflug ergibt sich die Bremswirkung durch das starke und gleichmäßige Belasten der Innenkanten, indem man die Knie nach innen beugt. Auf steileren Pisten und zum schnellen Bremsen sind jedoch andere Techniken notwendig: der Stoppschwung und das Seitrutschen.

  • Mit dem Stoppschwung bremsen alle, die im Parallelschwung unterwegs sind. Er gelingt durch ein schnelles Tiefgehen und Querstellen der Ski. Dabei wird vor allem die Innenkante des Talskis kräftig in den Schnee gedrückt und der Körper gleichzeitig zum Hang gelehnt.
  • Beim Seitenrutschen stehen die Ski parallel seitlich zum Hang, während die Knie in Richtung Hang geneigt sind. Dadurch drückt die Kante des Skis in den Schnee, das dosierte Bewegen der Knie zur Talseite führt zum Abrutschen.

Die 10 Pistenregeln der FIS*

Zum Skifahren gehört neben dem Beherrschen der Technik auch ein gewisses Verständnis für das richtige Verhalten auf der Piste dazu. Um Unfälle zu vermeiden, muss ein Skifahrer sein Können, seine Kondition und die Pistensituation richtig einschätzen. Außerdem sollten unbedingt die Hinweisschilder beachtet werden, denn abseits der gekennzeichneten Pisten kann Lawinengefahr bestehen. Der Internationale Skiverband (FIS) hat deshalb allgemeingültige Regeln für die Piste erarbeitet. Das Ziel: maximale Sicherheit und Genuss für jeden Skifahrer.

  1. Rücksicht auf die anderen Skifahrer und Snowboarder
    Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.
  2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise
    Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
  3. Wahl der Fahrspur
    Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.
  4. Überholen
    Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.
  5. Einfahren, Anfahren und hangaufwärts Fahren
    Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Skiabfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.
  6. Anhalten
    Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.
  7. Aufstieg und Abstieg
    Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.
  8. Beachten der Zeichen
    Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.
  9. Hilfeleistung
    Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.
  10. Ausweispflicht
    Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.    

*http://www.fis-ski.com/mm/Document/documentlibrary/Administrative/02/04/32/10FISRulesofConduct-German-A4_Neutral.pdf