Ist Milch wirklich sinnvoll?

Kaum ein Nahrungsmittel wird so heiß diskutiert, wie die Milch. Wer sich im Internet über Milch schlau machen möchte, stößt dabei unweigerlich auf eine Menge Negativmeldungen, die die gesamte Ernährung mancher Menschen infrage stellt: Sie verschleimt, übersäuert, macht die Knochen brüchig und führt zu Übergewicht1. Sowohl für diese wie auch für gegenteilige Behauptungen gibt es Befürworter2. Für viele Ernährungsexperten ist Milch dennoch ein wichtiges Grundnahrungsmittel3.

Nährstoffe: Das ist drin in der Milch

Fakt ist: In der Milch sind viele wichtige Nährstoffen enthalten: So liefern Kuhmilchprodukte Eiweiß in besonders hoher Qualität. Durch das enthaltene Milchprotein können wir schnell körpereigene Muskelmasse aufbauen. Aber auch Kalzium, das als wichtigster Bestandteil unserer Knochen und Zähne gilt, beziehen wir aus der weißen Flüssigkeit. Besonders bis zum 30. Lebensjahr ist es wichtig, den Körper täglich mit ausreichend Kalzium (800 bis 900 Milligramm) zu versorgen. In diesem Alter ist die Knochendichte nämlich am höchsten, danach beginnt bereits ihr Abbau.4

Knochen und Nervensystem danken

Sind die Knochen mit genügend Kalzium versorgt, nehmen sie in der Folge auch weniger Umweltschadstoffe wie Blei oder Kadmium auf. Der Nährstoff gilt auch als „Manager“ des Nervensystems. Milch ist ein guter Kalziumlieferant und kann daher positiv auf Knochen und Nervensystem wirken5.

Die weiße Vitaminbombe

Die Suche nach den wichtigsten Vitaminen für eine gesunde Ernährung gleicht manchmal der Detektivarbeit im Supermarkt. Tatsächlich liefert Milch viele wichtige Vitamine: B-Vitamine für Energie und Nerven, Vitamin-E als Jungbrunnen für den Körper, Magnesium für Herz und Kreislauf, Zink für das Abwehrsystem und Eisen für das Blut6.

Vorsicht bei Rohmilch

Bei aller Bemühung um möglichst reine und unbehandelte Lebensmittel: Roh- oder Ab-Hof-Milch sollte nur in kleinen Mengen genossen werden. Da sie weder erhitzt oder auf eine andere Art und Weise verarbeitet wird, können krankmachende Keime enthalten sein. Aus medizinischer und hygienischer Sicht wird daher eher von Rohmilch abgeraten. Insbesondere Schwangere und Kleinkinder sollten darauf verzichten. Wer sie dennoch genießen möchte, sollte sie vorher abkochen.7

Für manche Menschen unverträglich

Dass Milch immer wieder als „ungesundes Nahrungsmittel“8 dargestellt wird, liegt wohl auch daran, dass viele Menschen den darin enthaltenen Milchzucker (Laktose) nicht vertragen. Zwischen zwei und zwanzig Prozent der Österreicher leiden vermutlich an dieser Form der Unverträglichkeit, genaue Zahlen gibt es leider nicht9. Um diesen abzubauen, ist das Enzym Laktase notwendig. Ansonsten gelangt die Laktose ungespalten in den Dickdarm, wo es von Bakterien abgebaut wird. Die schmerzhaften Folgen: Durchfall und Blähungen.10

Wer Milchzucker nicht verträgt, kann mittlerweile auf ein breites Sortiment an laktosefreien Milchprodukten zurückgreifen.

Eigenschaften: Woraus besteht Milch eigentlich?

Milch hat verhältnismäßig wenig Kalorien (etwa 170 pro Glas) und ist zugleich reich an Nährstoffen. 100 Gramm Vollmilch enthalten 3,3 Gramm Milcheiweiß, welches eine hohe biologische Wertigkeit besitzt11. Dies bedeutet, dass der menschliche Organismus daraus relativ einfach körpereigenes Eiweiß herstellen kann. Am besten kombinieren Sie die Milch noch mit pflanzlichen Lebensmitteln wie Brot oder Kartoffeln, um die Eiweißwertigkeit zusätzlich zu steigern. Ein guter Tipp etwa für Vegetarier, um ausreichend hochwertiges Eiweiß in ihren Ernährungsplan zu integrieren. Milcheiweiß setzt sich zu 80 Prozent aus Kasein und zu 20 Prozent aus Molkenprotein zusammen. Somit ist Milch gerade auch für Schwangere, stillende Menschen, Sportler und Kinder zu empfehlen, da sie besonders viele Proteine benötigen. Zudem sind in 100 Gramm Vollmilch 3,5 Gramm Milchfett enthalten, das aufgrund seiner kurzkettigen Fettsäuren vom Körper leicht verdaut werden kann12. Es fungiert als Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Weiterer wesentlicher Bestandteil der Milch ist der Milchzucker (2,8 Gramm). Er ist einzigartig und nur in Milch und Milchprodukten zu finden. Milchzucker besitzt eine feine, milde Süße, der für den vollmundigen Charakter der Milch sorgt. Zudem wirkt er sich positiv auf die Darmflora aus.13

Milch richtig lagern

Milch reagiert empfindlich auf Licht und Wärme – Haltbarkeit und Geschmack werden dadurch beeinträchtigt. Ein guter Tipp ist es daher, die Milch erst am Schluss des Einkaufs aus dem Kühlregal zu nehmen. Befördern Sie sie an heißen Tagen im Idealfall in einer Kühltasche nach Hause und lagern Sie sie am besten im Innenfach des Kühlschranks bei etwa 3 bis 6 °C. Auch Haltbarmilch sollte nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Da Milch schnell fremde Gerüche annimmt, sollte sie im Kühlschrank immer gut verschlossen gelagert werden.

Qualitätskontrolle in Österreich

Prinzipiell ist Milch in die Güteklassen S, 1 und 2 unterteilt. Erstere hat besonders strengen Bestimmungen zu entsprechen. Die in Österreich produzierte Milch unterliegt strengsten Qualitätskontrollen und erfüllt damit höchste Gütekriterien. 99 Prozent der hierzulande geprüften Milch erfüllen die Kriterien der Güteklasse 1, 87 Prozent davon sogar die der Güteklasse S. Somit wird in Österreich nahezu ausschließlich die beste Güteklasse hergestellt. Für zusätzliche Sicherheit sorgen die gängigen Gütesiegel: Das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel sowie das ARGE Gentechnik-frei-Kontrollzeichen. Um mit dem AMA-Gütesiegel gekennzeichnet zu werden, muss die Milch von Kühen stammen, die in Österreich leben und gemolken werden. Zusätzlich sind zahlreiche weitere Kriterien hinsichtlich Dünge- und Futtermittel, Stalleinrichtung usw. zu erfüllen. Bei Milch, die mit dem ARGE Gentechnik-frei-Kontrollzeichen gekennzeichnet ist, ist das Futter, das die Kühe erhalten, vollständig gentechnikfrei. In Österreich wird übrigens ausschließlich solche Milch produziert.14 

 

1Quelle: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/milch-krankheiten-ia.html

2 Quelle: http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/milch-ist-sie-gesund-oder-ungesund-a-1048735.html

3Quelle: https://www.netdoktor.at/gesundheit/gesunde-ernaehrung/milch-und-milchprodukte-5619

4Quelle: https://amainfo.at/ama-themen/produktvielfalt/milchprodukte/milch/https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/milch/wissenswert

5Quelle: http://www.die-gesunde-wahrheit.de/kalzium/

6Quelle: https://www.stern.de/gesundheit/ernaehrung/grundlagen/naehrstoffe-essen-treibt-das-kraftwerk-des-koerpers-an-3084400.html

7Quelle: https://amainfo.at/ama-themen/produktvielfalt/milchprodukte/milch/https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/milch/wissenswert

8Quelle: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/wie-ungesund-ist-milch-wirklich-14157605.html

9Quelle: ebenda

10Quelle: https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/milch/wissenswert

11Quelle: www.wikifit.de/kalorientabelle/milchprodukte/milch-3,5  

12Quelle: www.netdoktor.at/gesundheit/gesunde-ernaehrung/milch-und-milchprodukte-5619

13Quelle: https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/milch/wissenswerthttps://amainfo.at/ama-themen/produktvielfalt/milchprodukte/milch/

14Quelle: https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/milch/wissenswert