Glücksbringer für Groß und Klein

Zu Silvester verschenken wir kleine Glücksbringer an Familie, Freunde und Bekannte, um ihnen Glück und Erfolg im neuen Jahr zu wünschen. Doch woher stammt dieser Brauch eigentlich? Und warum sind es gerade diese Symbole, die wir heute noch mit Glück verbinden? Der Ursprung vieler Traditionen rund um Glück und Unglück, sowie Sagen und Legenden aus Volks- und Aberglauben, ist uns heutzutage leider oftmals gar nicht mehr bekannt. Lassen Sie sich von den Hintergrundgeschichten unserer Glücksbringer überraschen und erfahren Sie mehr von ihren Ursprüngen und ihren Bedeutungen.

Das Glücksschwein

Schon die Redensart „Schwein gehabt“ macht deutlich, dass das Schwein ein glückverheißendes Tier ist. Wenn man Schwein gehabt hat, ist alles gut gegangen, dann hat etwas einen glücklichen Ausgang, ein glückliches Ende genommen. Für die germanischen Völker war der Eber ein heiliges Tier. Das Schwein ist ein Fruchtbarkeitssymbol und gilt als Zeichen für Stärke, Reichtum und Wohlstand. Wer sich Schweinehaltung leisten konnte, galt bei den Griechen und Römern als wohlhabend.

Das Kleeblatt

Das vierblättrige Kleeblatt ist eine Mutation, die nur selten in der Natur vorkommt. Also muss schon allein das Finden eines solchen Exemplars Glück verheißen. Dieses Finden muss zufällig passieren und das Kleeblatt darf nicht gezüchtet sein. So sagt es jedenfalls der Volksmund. Es soll den Reisenden vor dem Bösen beschützen. Die biblische Gestalt Eva hat sich das vierblättrige Kleeblatt einer Legende nach als Andenken aus dem Paradies mitgenommen.

Der Rauchfangkehrer

Der Rauchfangkehrer wurde früher zu Hilfe gerufen, wenn der Kamin eines Hauses verstopft war. Das kam fast einer Katastrophe gleich, denn der Ofen blieb kalt und das Essen konnte nicht mehr gekocht werden. Außerdem bestand die Gefahr, dass sich der Ruß entzündete und so das Haus in Brand setzte. Der Rauchfangkehrer war somit der Retter in der Not und konnte dieses Unglück abwenden. Den „schwarzen Mann“ zu berühren, soll auch heute noch Glück bringen.

Das Hufeisen

Pferde genießen seit jeher hohe Wertschätzung und gelten als elegante und kraftvolle Tiere. Die ersten genagelten Hufeisen, wie wir sie heute kennen, wurden von den Kelten erfunden. Man ist sich heute immer noch nicht ganz einig, wie das Hufeisen als Glücksbringer über der Tür aufgehängt werden sollte. Hängt man es mit den Enden nach oben auf, so soll bzw. kann das Glück nicht herausfallen. Hängt man das Eisen mit den Enden nach unten, so kann das Glück stets über einen herabfließen. Egal wie man es aufhängt, ein Hufeisen soll über der Tür aufgehängt werden und so vor dem Teufel und den bösen Geistern beschützen.

Der Marienkäfer

Der Marienkäfer gilt als Himmelsbote seiner Namensvetterin Maria. Ihm wird zugesprochen, dass er Kinder beschützt und Kranke heilt, wenn er ihnen zufliegt. Man darf ihn aber nicht von der Hand schütteln. Die Käfer gelten vermutlich auch wegen ihrer Nützlichkeit in der Landwirtschaft als Glücksbringer. Sie tragen erheblich zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bei, denn auf ihrem Speiseplan stehen zum Beispiel auch die ungeliebten Schildläuse.

Der Glücksgroschen

Wenn man einen Glücksgroschen verschenkt, wünscht man dem oder der Beschenkten, dass das Geld nie ausgehen möge. Es wird vermutet, dass dieser Brauch auf die Tradition des Tauftalers oder Weihgroschens zurückgeht. Diese wurden an die Stalltür genagelt, um vor Hexen zu schützen oder in der Hosentasche getragen, damit man nicht belogen und betrogen werden konnte.

Der Fliegenpilz

Genau lässt sich die ursprüngliche Bedeutung des Fliegenpilzes als Glücksbringer nicht ermitteln. Im Volksglauben stand er stets mit Hexen und Zauberei in Verbindung, die Germanen nutzten ihn als erregungssteigerndes Mittel. Ein möglicher Ursprung liegt in der germanischen Mythologie: Weil der Gott der Ekstase und Erkenntnis für die Entstehung der Fliegenpilze verantwortlich sein soll, wird der Fliegenpilz als göttliches Glückszeichen gesehen. In Südeuropa wird der germanische Gott Wotan genannt, im Norden Europas heißt er Odin. Laut Überlieferung trieb er sein Pferd Sleipnir auf einer Jagd so stark an, dass ihm Blutstropfen aus dem Maul fielen. Dort, wo sie auf den Boden aufprallten, wuchsen neun Monate später Fliegenpilze aus der Erde, so die alten Erzählungen.