Ein kurzer Blick in die Vergangenheit

Die Geschichte des modernen Skilaufs beginnt in Norwegen. Das im Jahr 1888 erschienene Buch von Fridjof Jansen über seine Grönland-Expedition auf Skiern löste dort den ersten Skiboom aus, der bald danach auf Mitteleuropa überging. Allerdings weiß man heute, dass schon im 17. Jahrhundert Bauern im slowenischen Krain auf Skiern slalomartig zu Tal gefahren sind. Die moderne alpine Skilauftechnik wurde aber in Österreich entwickelt.

Mathias Zdarsksy lebte im niederösterreichischen Lilienfeld, als er im Jahr 1897 sein damals wegweisendes Buch „Die Lilienfelder Skilauftechnik“ veröffentlichte. Besonders interessant: Zdarsky konstruierte auch Skier und erkannte schon damals die Vorteile taillierter Modelle.

In den Alpen erlebte der Skisport in den 1920er-Jahren seine erste Hochzeit. Die mittlerweile gut ausgebauten Eisenbahnen brachten viele Touristen in die Berge. Die erste Skischule wurde im Jahr 1922 in Lech am Arlberg von Hannes Schneider gegründet. Schneider war ein Ausnahmekönner auf Skiern und arbeitete im Film „Der weiße Rausch“ mit. Dieser Streifen begeisterte im Jahr 1930 die Massen und machte den Skisport weiter populär. In etwa zur gleichen Zeit gelang dem österreichischen Skitrainer und vierfachen Skiweltmeister Toni Seelos ein Durchbruch: Statt der damals üblichen Fahrweise des „Stemmschwungs“ erfand er den „Parallelschwung“, der heute noch die Grundlage des modernen Skifahrens ist.

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Skifahren zu einem Breitensport. Mit dazu beigetragen hat sicherlich die französische Erfindung des Aprés-Ski, dem gesellig-gastronomischen Zusammenkommen nach dem Skifahren. Doch auch ein Österreicher Namens Stefan Kruckenhauser spielte bei der Verbreitung des Skifahrens eine wichtige Rolle: Er erfand die Wedeltechnik, die 1955 die Welt eroberte. In den folgenden Jahren stieg die Anzahl der Skifahrer bis 1975 auf 35 Millionen weltweit.

Die rasante Entwicklung des Skisports und der Technik führte in unserer modernen Zeit zu seiner raschen Verbreitung. Heute ist Skifahren dank moderner Skihallen an einigen Orten sogar im Flachland möglich. Darüber hinaus sind Ski heute nicht nur vergleichsweise billiger, sondern auch qualitativ viel besser. Letzteres ist auch ein Grund dafür, warum es so viele verschiedene Spezialisierungen im Skisport gibt, zum Beispiel Carving, Freeriden, Buckelpistenfahren, Freestyle oder Slopestye. Aktuell ist der Skisport ein äußerst wichtiger Wirtschaftsfaktor in Österreich und neben Fußball nach wie vor der Nationalsport Nummer 1.