Gartentipps Header

Garten-ABC

Sobald sich Väterchen Frost endlich verabschiedet und die ersten Knospen sprießen, fühlt man es richtiggehend: Der Frühling ist im Anmarsch! Da ist das „Garteln“ nicht mehr weit, und die Vorfreude steigt. Ein kleines Begriffslexikon unterstützt Gartenliebhaber bei ihrem Hobby. 

Ausgeizen

Ist das regelmäßige Entfernen junger Seitentriebe und soll die Pflanze daran hindern, unkontrolliert zu wuchern. Besonders bekannt ist das Tomaten Ausgeizen. Aber auch Gurken oder Weinreben profitieren davon. Die Pflanze steckt nach dem Ausgeizen ihre Kraft in die Fruchtbildung auf den Haupttrieben und nicht in das Bilden von neuen Blättern, Trieben oder auch allzu vielen Früchten, für die dann die Nährstoffe nicht reichen.1 

Aushagerung

Bezeichnet einen Nährstoffentzug des Bodens. Nach dem Abernten der Erträge in einem Beet sollte man daher dem Boden wieder Nährstoffe in Form von Dünger oder auch gehäckseltem Pflanzenschnitt zuführen. Ideal wäre eigens kompostierte Erde, die sich aus Laub, Stroh, Pflanzen- und Rasenschnitt genauso wie aus Resten von Salat, Gemüse, Obst, Zwiebelschalen oder alter Blumenerde zusammensetzt.2

Bodengare

Ist die Bezeichnung für den optimalen Zustand eines fruchtbaren Bodens. Der gare Boden sollte humos, gut durchlüftet, krümelig, leicht durchwurzelbar und entsprechend feucht sein. Vergleichen kann man ihn mit gärendem Brotteig, der aus kleinen und mittleren Hohlräumen besteht. Ein gesunder Boden kann überschüssige Niederschläge aufsaugen und leicht in das Grundwasser ableiten (siehe auch „Frostgare“).3

Dunkelkeimer

Sind Samen, die eine spezielle Lichtwellenlänge benötigen. Fällt das passende Lichtspektrum auf den Samen, startet die Keimung. Dazu muss der Samen entsprechend tief eingepflanzt werden, denn nur so dringen die richtigen Lichtbestandteile durch. Typische Dunkelkeimer sind u. a.: Lupine, Rittersporn, Kürbis, Karotte, Bärlauch und Schnittlauch sowie Koriander und Gurke.4

Entspitzen (auch Pinzieren)

Bedeutet, dass man den Pflanzen ihre Spitze abkappt, um dadurch die Bildung von Seitentrieben – und somit einen buschigeren, kompakteren Wuchs – zu fördern. Entspitzen empfehlt sich bei vielen Zier- und Kübelpflanzen, aber auch zum Beispiel bei Paprika.5

Frostgare

Sind Samen, die eine spezielle Lichtwellenlänge benötigen. Fällt. Ist eine vorteilhafte Bodenstruktur, die der Frost im Winter verursacht. Wasser im Bo- den gefriert und dehnt sich aus. Dadurch entstehen kleine Aufsprengungen und Hohlräume. Die Erde wird feiner, lockerer und krümeliger. Damit der Frost seine Wirkung entfalten kann, sollte man daher den Boden vor dem Winter gut und tief auf- lockern – so kann das Wasser eindringen. Lässt man die Schollen liegen und setzt sie dem Frost aus, muss man den Boden im Frühling weniger bearbeiten. Bei sandigen Böden ist dies leider nicht ganz so wirkungsvoll. Auch zu viel Wasser, das nicht ablaufen kann, kann durch das hohe Gewicht die Frostgare wieder zerstören.6

Fruchtwechsel

Ist eine Anbaumethode, bei der auf die abwechselnde Bepflanzung der Fläche, speziell bei Gemüse, geachtet wird. Pflanzt man jedes Jahr die gleiche Pflanze am gleichen Ort, laugt das den Boden aus, schmälert den Ernteertrag und macht die Pflanzen anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Man beginnt daher mit Starkzehrern, setzt im Jahr darauf Mittel- und im letzten Jahr Schwachzehrer an. Die Übergänge zwischen den „Zehrern“ sind fließend, d. h. manche Gärtner zählen einige Pflanzen zu den Schwachzehrern, die von anderen als Mittelzehrer betrachtet werden usw. Mit wachsender Erfahrung findet man den optimalen, individuellen Fruchtwechsel.7

Gründüngung

Bedeutet, dass man im Herbst Pflanzen setzt, die im Winter im Beet gelassen werden. Ziel ist das Auflockern des Bodens durch die Pflanzenwurzeln und die Verbesserung der Bodensubstanz. Durch die verdorrten Pflanzenreste zum Winterende steigern sich das Bodenklima, die Durchlüftung und die organische Substanz aufgrund des höheren Humusanteils. Die Gartenerde wird dadurch verbessert.8

Lichtkeimer

Brauchen einen kurzwelligen, hellroten Spektralbereich. Die Samen der Lichtkeimer sind im Gegensatz zu den Dunkelkeimern leicht und sehr klein, es ist sehr wenig Nährgewebe vorhanden. Würden sie zu tief eingepflanzt, gäbe es nur geringe Chancen für eine erfolgreiche Blüte. Bekannte Lichtkeimer sind Thymian, Basilikum oder auch Vergissmeinnicht.9

Mittelzehrer

Sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoff- Bedarf, wie etwa Kohlrabi, Paprika, Fenchel, Knoblauch, Pastinake, Schwarzwurzel, Endivie, Aubergine, Lauch, Liebstöckel, Mangold, Rettich, Spinat, Salate u. Ä.10

Nützlinge

Sind Insekten oder Spinnentiere, die für den Menschen von Nutzen sind und im Idealfall „Schädlinge“ als Nahrung oder Wirt benötigen. Um Nützlinge in den heimischen Gärten zu beherbergen, sollte man auf Chemie weitgehend verzichten und Rückzugs Überwinterungs- Nist- sowie Brutplätze errichten. Ein großes Angebot an heimischen Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten bietet den Nützlingen ausreichend und langfristig Nahrung. Stauden und Sträucher werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten, da sie beliebte Überwinterungsplätze sind.11

Pikieren

Nennt man das Trennen von Keimlingen nach dem Austreiben. Im Zuge der Pflanzenanzucht werden Samen in Gefäßen oder Schalen ausgesät. Durch die Keimung nehmen sich die dicht stehenden Jungpflanzen gegenseitig Licht und Nährstoffe weg. Ist das erste richtige Blattpaar sichtbar, empfehlen sich daher „getrennte Wohnungen“ – es ist Zeit, zu pikieren! Mit einem Pikierstab sticht man neben dem Keimling in den Boden, hebt ihn vorsichtig an und befreit die Wurzeln von der Erde. Die Wurzeln werden vorsichtig voneinander gelöst. Danach kommen die Pflänzchen in ein vorbereitetes Pflanzloch in einem neuen Gefäß und werden gut gegossen.12

Schwachzehrer

Sind Pflanzen, die sehr wenig Stickstoff zum Gedeihen brauchen, wie zum Beispiel Bohnen, Erbsen, Radieschen, Gartenkresse, Zwiebeln, Primeln, Stiefmütterchen, Petunien u. Ä.13

Starkzehrer

Brauchen am meisten Stickstoff und Nährstoffe aus dem Boden. Zu ihnen zählen zum Beispiel alle Kohlsorten, Kartoffeln, Karotten, Gurken, Rote Rüben, Zucchini, Sellerie, Kürbisse, Sonnen- blumen und Geranien.14

Staunässe

Entsteht, wenn eine Pflanze zu viel gegossen wird. Das Gießwasser kann nicht mehr abfließen und zum Wurzelballen dringt keine Luft mehr vor. Dieser ertrinkt förmlich und beginnt zu faulen. Sonach verkümmert die Pflanze, lässt die Blätter hängen (Verfärbung wie beim Verwelken) und stirbt im schlimmsten Fall. Verhindern kann man dies durch Drainagelöcher in den Töpfen, kombiniert mit Übertöpfen oder Topfuntersetzern. Vorsicht gilt auch bei Außenbeeten, wenn der Boden lehmige Eigenschaften aufweist.15

Vergeilen/Etiolieren

Beschreibt die Reaktion einer Pflanze auf unzureichende oder schlechte Lichtverhältnisse. Durch schnelles und starkes Längenwachstum versucht die Pflanze, eine Position zu erreichen, die genügend Licht bietet. Diese sehr innovative Lösung der Natur fordert aber auch ihren Preis, denn die Blätter bleiben eher klein und verkümmern. Die Konsequenz ist eine schwache Photosynthese. Jungpflanzen erscheinen, aufgrund des fehlenden Chlorophylls, ausgebleicht und können leichter abknicken bzw. sterben.16

 

1 www.nebelung.de/wissenswertes/gaertner-abc/  
2 www.gartenwissen.com/gartenlexikon/aushagerung
www.gartenwissen.com/gartenlexikon/bodengarewww.spektrum.de/lexikon/biologie/bodengare/9811
4 www.gartenwissen.com/gartenlexikon/dunkelkeimer
5 www.nebelung.de/wissenswertes/gaertner-abc/
6 www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/frostgare/5276
7 www.gartenwissen.com/gartenlexikon/fruchtwechsel
www.gartenwissen.com/gartenlexikon/gr%C3%BCnd%C3%BCngung
9 www.gartenwissen.com/gartenlexikon/lichtkeimer
10 www.gartenwissen.com/gartenlexikon/mittelzehrer
11 www.umweltberatung.at/nuetzlinge-im-garten
12 www.gartenwissen.com/gartenlexikon/pikieren
13 www.gartenwissen.com/gartenlexikon/schwachzehrer
14 www.gartenwissen.com/gartenlexikon/schwachzehrer
15 www.gartenwissen.com/gartenlexikon/staun%C3%A4ssewww.gartenwissen.com/gartenlexikon/staun%C3%A4sse
16 www.gartenwissen.com/gartenlexikon/vergeilen-etiolieren