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Obst wie Bananen, Limetten und Granatäpfel

„Kaffee entzieht dem Körper Wasser“, „brauner Zucker ist besser als weißer“ – Was ist wirklich dran an den Ernährungsmythen?

Ernährungsmythen gibt es wie Sand am Meer. Kein Wunder, denn die Ernährung ist ein Thema, das jeden von uns betrifft und dementsprechend viel wird auch darüber geredet. Grundsätzlich finde ich es ganz toll, dass die Ernährung für viele mittlerweile so einen wichtigen Stellenwert eingenommen hat und so gerne darüber gesprochen wird. Dadurch ist es aber auch schwierig den Überblick zu behalten und zu erkennen, welche Informationen tatsächlich wahr sind, und welche eher aus der Gerüchteküche stammen. 

Als Diätologin habe ich tagtäglich damit zu tun und freue mich immer, wenn ich bestimmte Themen aus dem derzeitigen wissenschaftlichen Stand behandeln darf. Ich habe euch auf meinem Instagram-Account gefragt, welche Ernährungsmythen oder Themenbereiche euch generell interessieren und ihr habt mir ganz fleißig geantwortet, was mich natürlich wahnsinnig freut!  
 
Die spannendsten Themen werde ich heute für euch in diesem Beitrag erläutern und klarstellen, ob die Ernährungsmythen, die euch interessieren, tatsächlich nur Mythen sind oder, ob auch etwas Wahres dahintersteckt. 

Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Eine Tasse Kaffee und zwei Gläser Wasser mit Zitrone

Zu einer Tasse Kaffee wird auch immer gleich ein Glas Wasser mitgereicht, daher glauben viele, dass Kaffee unserem Körper Wasser entzieht. Dieser „Mythos“ gilt allerdings als widerlegt. Das im Kaffee enthaltene Koffein erhöht zwar kurzfristig wirklich die Filterfunktion unserer Nieren, dieser Mechanismus lässt allerdings sehr schnell wieder nach und die Filterfunktion normalisiert sich. Eine groß angelegte Studie von 2011, die die Wasserausscheidung nach Kaffeekonsum untersucht hat, hat belegt, dass im Laufe des Tages 84% der aufgenommenen Flüssigkeit nach dem Kaffeegenuss wieder ausgeschieden werden. Bei reinem Wasser sind es 81%. Gute Nachrichten also für alle Kaffeetrinker, ihr könnt eure Tassen Kaffee zu eurer täglichen Flüssigkeitsaufnahme dazurechnen! Das Glas Wasser zum Kaffee schadet aber trotzdem nicht, schließlich fällt es vielen schwer, ausreichend zu trinken.

 

Können heimische Produkte mit den „gehypten“ Superfoods aus fernen Ländern mithalten

Produkte wie Bananen und Granatäpfel sowie heimisches Gemüse

Superfoods sind immer noch buchstäblich in aller Munde. Viele Lebensmittel, die als Superfood gelten, kommen von sehr weit her. Aber sind diese Lebensmittel wirklich so viel besser als unsere heimischen Produkte? Natürlich gibt es „Superfoods“ mit sensationellem Nährstoffgehalt, aber die gibt es tatsächlich auch aus Österreich. Es steht zwar nicht immer „Superfood“ drauf, aber auch bei uns gibt es einige Obst- und Gemüsesorten, die es nährtofftechnisch wirklich in sich haben. Zu diesem Thema ist in der Winterausgabe des „MEINE WELT“-Magazins ein ganz toller Artikel erschienen, der heimische Produkte mit exotischen Superfoods vergleicht. (Link: https://katalog.hofer.at/emag/de_AT/print/HOFERMAGAZIN_Ausgabe1V1/#8 )

Essenspausen zur Fettverbrennung

Abnehmen und Fettverbrennung sind beides Themen, die immer wieder aufgegriffen werden und um die mittlerweile unzählige Mythen existieren. Gefühlt jede Woche gibt es eine neue Diät, die DIE Lösung sein soll. So einfach ist es dann meistens leider nicht, aber an dem Mythos „Essenspausen zur Fettverbrennung“ ist tatsächlich etwas dran. 

Wenn wir etwas essen steigt auch (meistens) unser Blutzucker. Um den Zucker vom Blut in die Zellen zu schleusen, wo er dann schließlich für die Energiegewinnung verwendet wird, braucht unser Körper das Hormon Insulin. Mit der Hilfe von Insulin kann der Zucker in die Zelle gelangen und das ist auch gut so. Insulin hat allerdings auch eine kleine „Nebenwirkung“, es wirkt nämlich „anabol“, was „aufbauend“ bedeutet. Für unseren Körper heißt das jetzt, dass er, so lange Insulin ausgeschüttet wird, im „Aufbaumodus“ ist und nichts - und schon gar keine Fettreserven -  hergeben möchte. Wenn ihr also den ganzen Tag hindurch immer wieder Kleinigkeiten esst, muss der Körper immer wieder Insulin ausschütten und hat keine Zeit, Fett zu verbrennen. Beim Wunsch abzunehmen, sind drei regelmäßige Mahlzeiten pro Tag ideal, so gebt ihr eurem Körper zwischendurch immer wieder die Möglichkeit Fett verbrennen zu können.

 

Schale mit jeweils einer Hälfte braunem und weißem Zucker

Brauner Zucker ist besser als weißer

Eine dunkle Farbe wird bei Lebensmitteln meistens mit „Vollkorn“ verbunden. Das macht sich die Lebensmittelindustrie oft zu Nutze und färbt Lebensmittel z.B. Brot und Gebäck dunkel ein, damit es den Anschein hat, aus Vollkornmehl zu bestehen. Auch beim Zucker wird immer wieder vermutet, dass der braune Zucker gegenüber dem weißen, Vorteile bringt. Tatsächlich unterscheiden sich die beiden Zucker chemisch gesehen überhaupt nicht. Beide bestehen aus einem Teil Fruchtzucker und einem Teil Traubenzucker. Der einzige minimale Unterschied ist, dass brauner Zucker nicht „gewaschen“ wird – somit ist die sogenannte Melasse noch enthalten, die auch für die braune Farbe verantwortlich ist, ansonsten aber keinerlei Auswirkungen hat. 
 

Schokolade macht glücklich

Eine angebissene Tafel dunkle Schokolade

Zum Schluss noch ein ganz schöner „Mythos“, wie ich finde. Die Mechanismen, die in unserem Gehirn ablaufen, wenn wir glücklich sind, sind wirklich faszinierend, aber leider auch genauso kompliziert. Fakt ist, dass Schokolade tatsächlich Stoffe enthält, die uns potentiell glücklich machen können. Hauptverantwortlich ist dafür die Aminosäure Tryptophan aus der Kakaobohne, die stimmungsaufhellend wirken kann. Leider bleibt davon in der fertigen Schokolade nicht mehr viel übrig und es ist meist nur mehr ein sehr kleiner Bestandteil enthalten. Es ist also schwierig zu sagen, ob sich Schokolade aufgrund des Tryptophangehalts tatsächlich positiv auf die Stimmung auswirken kann. Leider gibt es dazu aktuell auch noch keine wirklich aussagekräftigen Studien. Nichtsdestotrotz schmeckt ein Stück Schokolade einfach lecker und kann somit das Belohnungszentrum in unserem Gehirn aktivieren und auch alleine dadurch die Stimmung verbessern. Wichtig dabei ist nur, dass ihr eure Schokolade auch wirklich genießt und sie nicht mit einem riesen schlechten Gewissen esst. Also: setzt euch in Ruhe hin, vielleicht mit einer Tasse Kaffee oder eurem Lieblingstee dazu, nehmt euch ein Stück von eurer allerliebsten Schokolade, genießt den leckeren Geschmack und eine schöne kleine Auszeit!

Ich hoffe ich konnte ein wenig Klarheit in die Menge an Ernährungsmythen bringen und euch alles verständlich erklären. Ich freu mich schon auf meinen nächsten Beitrag! 

Bis dahin ganz liebe Grüße, 
 Christina von Kitchentherapies

Beitrag von Christina Schierlinger

Website: kitchen-therapies.com

Instagram: kitchentherapies