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Eine Frau hält eine Orangenhälfte in ihrer linken Hand. Sie hat ein schmerzverzerrtes Gesicht.

Lebensmittelunverträglichkeiten einfach erklärt

Eine Lebensmittelunverträglichkeit kann ganz unerwartet entstehen, die Ursachen können dabei vielfältig sein. Für einige Menschen ist die Diagnose anfängliche eine größere Umstellung. Ein spontaner Besuch im Restaurant gestaltet sich meist etwas schwierig. Selbst die Inhaltsstoffe von Fertigspeisen aus dem Supermarkt oder der leckeren Törtchen vom Bäcker müssen oft je nach Unverträglichkeit hinterfragt werden.

Wir möchten über die typischsten Lebensmittelunverträglichkeiten informieren: Welche Gründe sowie Symptome gibt es und wie kann man eine Lebensmittelunverträglichkeit testen lassen?

Kleine Namenskunde: Unverträglichkeit, Intoleranz oder Allergie?

Oft werden Begriffe wie Lebensmittelallergie, Nahrungsmittelintoleranz und Lebensmittelunverträglichkeit einheitlich verwendet. Allerdings gibt es dabei eine Unterscheidung.

Die Lebensmittelunverträglichkeit wird gern als Oberbegriff genutzt, wenn der Körper untypisch auf Nahrungsmittel reagiert. Es gibt in der Medizin allerdings zwei unterschiedliche Auslöser: eine Allergie oder eine Intoleranz.

Worin liegt der Unterschied?

Eine Nahrungsmittelallergie entsteht durch eine übertriebene Abwehrreaktion des Immunsystems auf spezielle Lebensmittel. Anders die Intoleranz: Sie wird durch eine eingeschränkte Funktion des Körpers ausgelöst, weshalb Nahrungsmittel nicht mehr richtig verwertet werden können.

Beide Begriffe unterscheiden sich also durch die medizinische Ursache der Lebensmittelunverträglichkeit. Zum besseren Verständnis erklären wir häufig auftretende Lebensmittelallergien und -intoleranzen.

Die Nahrungsmittelallergie

Rund 2 Prozent der europäischen Bevölkerung leiden unter einer Lebensmittelallergie. Die Lebensmittelallergie gleicht in ihrer Grundstruktur anderen Allergien – wie dem Heuschnupfen, der Haustaubmilbenallergie oder der Katzenallergie. Meistens sind Babys und Kleinkinder betroffen. Allerdings bildet sich die Lebensmittelallergie im frühen Kindesalter häufig wieder zurück. Beginnt eine Allergie auf Nahrungsmittel erst später, also im Erwachsenenalter, ist diese wahrscheinlich dauerhaft.

Das Immunsystem reagiert durch ein Allergen: Im Falle der Lebensmittelallergie erfolgt eine Abwehrreaktion auf Nahrungsmittel, deren Inhaltsstoffe und Bestandteile. Die Auswirkungen sind Schwellungen, gerötete und juckende Haut sowie Atemprobleme.

Typische Allergie-Reaktionen durch Nahrungsmittel:

  • im Mundraum: Schwellungen, Prickeln
  • in den Atemwegen: Atemnot, Verengungen
  • auf der Haut: Ausschlag
  • an den Augen: Tränenfluss, Jucken

Achtung: Die Extremreaktion einer Allergie nennt sich anaphylaktischer Schock. Die Symptome der Lebensmittelallergie sind viel stärker und führen bis zum Kreislaufversagen oder Ersticken. Bei einem anaphylaktischen Schock sollte sofort der Notarzt gerufen werden.

Wie lässt sich eine Nahrungsmittelallergie erkennen?

Mehrere runde Symbole für Nahrungsmittel auf weißem Hintergrund. Die Symbole sind durchgestrichen.Es ist schwierig herauszufinden, was der Grund für eine allergische Reaktion istOft handelt es sich vielmehr um eine Kreuzreaktion. Der Körper reagiert beispielsweise auf die Birke, was sich aber auch beim Essen eines Apfels mit Rötungen oder Schwellungen im Mundraum bemerkbar machen kann, da beide botanisch verwandt sind. Der Betroffene ist somit auf die Birke und nicht auf den Apfel allergisch, es liegt in diesem Fall keine Lebensmittelallergie vor.

Es gibt eine große Liste mit Lebensmitteln und Bestandteilen, die eine besonders hohes Potenzial für das auslösen einer Lebensmittelallergie haben. Hier ein kleiner Auszug:

  • Krebs- und Weichtiere
  • Fische
  • Erdnüsse
  • Sojabohnen
  • Milch & Milchprodukte
  • Eier
  • Sellerie & Senf

Wer eine Lebensmittelallergie befürchtet, kann beim Arzt einen Allergietest veranlassen. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Einerseits kann das Blut auf spezielle Antikörper überprüft werden (CAP-Test). Andererseits ist ein Test direkt auf der Haut möglich (z. B. Prick-Test).

Man kann auch den Selbsttest wählen und ein Lebensmittel-Tagebuch führen. Das geht ganz einfach: Verdächtige Lebensmittel ausschließen und alle Speisen sowie ihre Wirkung auf den Körper notieren. Nach mehreren Wochen lässt sich so eventuell ein Zusammenhang herausfinden.

Wirklich behandeln lässt sich eine Nahrungsmitteallergie leider nicht. Eine Hyposensibilisierung oder Toleranzinduktion gegen Allergien kann ausprobiert werden. Allerdings verbessern sich nicht bei jedem Patienten die Symptome. Die beste „Behandlung“ ist das Vermeiden des allergieauslösenden Lebensmittels.

Die Lebensmittelunverträglichkeit und -intoleranz

Wesentlich einfacher ist die Nahrungsmittelintoleranz zu verstehen. Der Körper benötigt Nahrung, um daraus Energie zu gewinnen. Wenn die Verdauung jedoch nicht richtig funktioniert, wird es problematisch. Die Hälfte der Weltbevölkerung leidet unter einer solchen Lebensmittelunverträglichkeit.

Die Lebensmittelintoleranz erklärt die eingeschränkte Funktion des Darms. Dieser schafft es einfach nicht, manche Lebensmittel und deren Bestandteile zu verwerten. Die Verdauung versagt und zeigt dies über unangenehme Begleiterscheinungen.

Symptome durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit finden überwiegend im Magen-Darm-Trakt statt. Typische Anzeichen sind:

  • Blähungen mit Blähbauch
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe
  • Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit

Häufige Typen der Lebensmittelunverträglichkeit

Lebensmittelunverträglichkeit ist nicht gleich Lebensmittelunverträglichkeit. In der Nahrung sind sehr viele verschiedene Bestandteile, die Einfluss haben können. Bekannte und häufige Lebensmittelunverträglichkeiten sind:

Laktoseintoleranz oder auch Milchzuckerunverträglichkeit

Ein Glas Milch steht im Vordergrund. Im Hintergrund sieht man einen Mann, der beide Hände auf den Bauch legt, als würde er schmerzen.Rund 90 % der Weltbevölkerung sind von dieser Lebensmittelunverträglichkeit betroffen. In Österreich haben lediglich 15 Prozent der Bevölkerung eine Laktoseintoleranz.

Der Grund für die Laktoseintoleranz ist leicht erklärt: Ein Enzymmangel (an Laktase) sorgt dafür, dass Laktose zu langsam abgebaut wird. Dadurch entstehen ca. 15 bis 30 Minuten nach dem Trinken von beispielsweise Milch unangenehme Reaktionen des Körpers. Mögliche Symptome:

  • Gasbildung und somit Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit

Mit einem Atemtest beim Arzt lässt sich diese Lebensmittelunverträglichkeit sehr einfach testen.

Heutzutage ist allerdings kein Problem mehr, unter Laktoseintoleranz zu leiden. Laktosefreie Produkte haben sich durch die hohe Anzahl der Betroffenen in den Supermärkten gut etabliert. Auch Lebensmittel wie Hartkäse und viele weitere Käsesorten sind durch ihre Art der Herstellung frei von Laktose.

Was können Betroffene bei einer Milchzuckerunverträglichkeit sofort tun?

  • Milchprodukte mit viel Laktose (Milch, Topfen, Frischkäse) meiden
  • Laktosefreie Produkte als Alternative heranziehen

Die Fruktoseintoleranz aka Fruchtzuckerunverträglichkeit

Ein Apfel, eine Kiwi, eine Orange und eine Erdbeere in einer Schüssel mit Zucker sind auf einer Holzfläche. Im Vordergrund ist auf einem Papier der Schriftzug Die Süße im Obst entsteht durch Fruktose – dem Fruchtzucker. Der Transport von Fruktose ins Blut ist begrenzt, weshalb sehr viel Obst eher schwer verdaulich ist. Wenn dieser Übergang nicht richtig funktioniert, entstehen körperliche Beschwerden und es wird von der Fruchtzuckerunverträglichkeit gesprochen.

Jeder dritte Österreicher ist davon betroffen – manche mehr und manche weniger. Viele wissen nicht einmal, dass sie einer Fruktoseintoleranz haben, wenn die Beschwerden recht gering ausfallen. Blähungen und Bauchschmerzen bis hin zum Durchfall sind klassische Anzeichen für diese Lebensmittelunverträglichkeit. Bei Verdacht lässt sich die Fruchtzuckerintoleranz durch einen Atemtest beim Arzt testen.

Das können Betroffene bei einer Fruchtzuckerunverträglichkeit tun:

  • Trockenfrüchte und Honig vermeiden
  • besonders fruchtzuckerreiches Obst (Trauben, Kirschen, Äpfel) durch Obst mit weniger Fruktose (Erdbeeren, Heidelbeeren, Rhabarber) ersetzen
  • Säfte und Marmeladen meiden

Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)

Ein braunes Blatt auf dem Eine Mischform ist die Glutenunverträglichkeit. Hierbei handelt es sich weder um Allergien noch um eine typische Intoleranz. Die Darmschleimhaut entzündet sich, da eine Immunreaktion ausgelöst wird – Gluten soll abgewehrt werden.

Die Symptome der Glutenunverträglichkeit sind vielschichtig. Vom Durchfall, Vitaminmangel, Gewichtsverlust, Depressionen bis hin zu Hautbeschwerden können viele Anzeichen entstehen.

Diese Weizensensitivität kann nicht gezielt getestet werden, da keine Antikörper im Blut entstehen oder ein Atemtest funktioniert. Die Diagnose entsteht durch ein Ausschlussverfahren der verschiedenen Lebensmittel mit Gluten. Der Selbsttest durch ein Ernährungs-Tagebuch ist sehr effektiv.

Was können Betroffene bei einer Glutenunverträglichkeit tun?

  • meiden von Gluten (überwiegend Getreide und Getreideprodukte)
  • glutenfreies Getreide oder ähnliche Lebensmittel verwenden (Hirse, Mais, Buchweizen, Quinoa)
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