5 Mythen rund um den Ursprung von Halloween

Rund um Halloween und die Entstehung des Fests ranken sich viele Mythen. Kein Wunder, schließlich ist die mündliche Überlieferung viele Tausend Jahre alt! Welche Mythen aber sind wahr und welche nicht? Wir liefern die Antwort.

Mythos Nr. 1: Halloween kommt aus Amerika 

Falsch. Zwar ist es gewiss den Amerikanern und ihrer Liebe für aufwändige Dekorationen und Motto-Partys zu verdanken, dass Halloween auch hier in Europa eine so große Verbreitung fand, seinen Ursprung aber hat Halloween im irischen “Samhain-Fest”.1 Als im 19. Jahrhundert in Irland eine große Hungersnot ausbrach, wanderten viele Iren in die USA aus, wo das Fest kommerzialisiert wurde und schließlich seinen Weg nach Europa fand.2

Mythos Nr. 2: Halloween geht auf ein heidnisches Hexenfest zurück

Das ist bis heute ungeklärt. Die Wurzeln von Halloween reichen bis auf das irische “Samhain-Fest” zurück, darin scheinen sich Experten einig zu sein. Ob das Fest aber immer schon ein “Hexenfest” war, darüber scheiden sich die Geister. Laut dem Keltenexperten Andreas Hofeneder jedenfalls bedeutet Samhain “Versammlung“ oder “Zusammenkunft” und hatte nichts mit Geistern oder Hexen zu tun.3 Stattdessen war es eine Art keltisches Erntedankfest. Erst später, in der Neuzeit, soll sich das Fest mit anderen keltischen Bräuchen rund um die Übergangszeit vom Herbst zum Winter vermischt haben. Dadurch bekam es den heute so beliebten “Gruselfaktor”. Die Kelten glaubten nämlich, dass die Tore zur “Anderswelt” zu Zeiten des Jahreszeitenwechsels besonders durchlässig sind. Um die bösen Geister fernzuhalten, nutzten sie die Kraft des Feuers, brachten Tier- und Speiseopfer zur Besänftigung dar und verkleideten sich furchterregend, um von den bösen Geistern nicht erkannt zu werden.4

Mythos Nr. 3: Der Name “Halloween” kommt von Allerheiligen 

Richtig! Die Katholische Kirche und viele andere christliche Kirchen standen dem heidnischen Fest schon immer kritisch gegenüber. Im Jahr 837 versuchte Papst Gregor der Vierte deshalb, das heidnische Fest durch einen christlichen Feiertag zu ersetzen und verlegte Allerheiligen kurzerhand vom ersten Sonntag nach Pfingsten auf den 1. November.5 Nichtsdestotrotz war es dann gerade das katholische Allerheiligen-Fest, das Halloween seinen Namen gab. Im Englischen wird das Fest nämlich “All Hallows” genannt, der Abend davor heißt “All Hallows Eve”. Über die Jahre wurde daraus schließlich “Halloween”.6

Mythos Nr. 4: Halloween hat heute nichts mehr mit Hexen & Geistern zu tun

Stimmt nicht ganz. Auch heute noch ist das Samhainfest eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das wichtigste Fest für Menschen, die sich selbst als (Kräuter-)Hexen, Druiden oder Schamanen bezeichnen.7 Denn laut dem Hexenkalender endet mit dem Abend des 31. Oktobers das alte Hexenjahr und ein neues Jahr beginnt. An mystischen Orten, wie zum Beispiel Stonehenge, versammeln sich deshalb auch heute noch jährlich Hexen und Druiden, um Samhain und damit das “hexische Silvester” zu feiern.8

Mythos Nr. 5: Den Halloween-Kürbis haben wir einem Alkoholiker zu verdanken 

Stimmt! Die Tradition, zu Halloween Lampen aus Kürbissen zu bauen, geht nämlich angeblich auf die Legende des Gauners und Trinkers Jack zurück. Dieser war ein so großer Halunke, dass er selbst den Teufel überlistete. Am Ende aber wurde er selbst Opfer seiner Betrügereien. Und das ist seine Geschichte:

In Irland lebte einmal ein geiziger Hufschmied namens Jack, der als schlimmer Trinker und Gauner bekannt war. Eines Tages, als er am Abend des 31. Oktobers in der Dorfkneipe saß, stand plötzlich der Teufel selbst neben ihm, um ihn zu sich in die Hölle zu holen. Jack erstarrte, hatte jedoch noch die Geistesgegenwart, den Teufel im Austausch um seine Seele um eine letztes Glas Bier zu bitten. Der Teufel, siegesgewiss wie er war, willigte ein. Doch da der Teufel kein Geld zum Zahlen bei sich hatte, verwandelte er sich kurzerhand rasch selbst in eine Münze, mit der Jack zahlen sollte. Dieser aber griff blitzschnell nach der Münze und steckte sie in seinen Geldbeutel. Dort befand sich auch ein kleines Silberkreuz - der Teufel war also plötzlich machtlos und in der Tasche gefangen! Als Preis für seine Freilassung musste der Teufel Jack versprechen, ihn 10 Jahre in Ruhe zu lassen und ihn zum reichsten Hufschmied des Landes zu machen. 

Genau 10 Jahre später, es war wieder der Abend des 31. Oktobers, kam der Teufel, um Jacks Seele endlich einzufordern. Zerknirscht bat Jack den Teufel, ihm doch eine letzte Mahlzeit zu gewähren und ihm einen schönen roten Apfel vom Baum zu pflücken. Wieder willigte der Teufel ein. Doch kaum war er auf den Baum geklettert, ritzte der listige Jack auch schon flink ein Kreuz in den Baumstamm. Der Teufel aber war ein zweites Mal gefangen. So blieb ihm nichts anderes übrig, als Jack im Gegenzug für seine Freiheit zu versprechen, seine Seele bis in alle Ewigkeit in Ruhe zu lassen. 

Doch auch der reiche Jack musste eines Tages sterben. Da er wegen seiner Betrügereien im Himmel abgewiesen wurde, ging er zum Teufel und bat um Einlass in die Hölle. Doch auch dieser wies ihn ab – schließlich hatte er Jack ja ein Versprechen gegeben. Doch Jack bettelte so lange, bis es selbst dem Teufel zu viel wurde. Er warf Jack ein glühendes Stück Kohle aus der Hölle zu und rief “Da, mach zu, dass du wieder auf die Erde kommst! Die Kohle leuchtet dir den Weg!” Jack aber beschwerte sich, er könne die Kohle doch nicht mit bloßen Händen tragen. Da nahm der Teufel die Rübe, die Jack als Proviant mithatte, höhlte sie aus, schnitzte eine hässliche Fratze hinein, warf das Kohlenstück in die Rübe und gab sie Jack, damit er endlich verschwinden möge. Seitdem wandert seine Seele mit der “Jack  O’Latern” ruhelos durch die Finsternis. Seine Rübenlaterne – und später die Kürbislaterne – wurde zum Symbol für alle ruhelosen Seelen, die weder einen Platz im Himmel, noch in der Hölle gefunden haben.9