Köstliche Früchte aus dem eigenen Garten

Kaum ein Gemüse ist bei Groß und Klein so beliebt wie die Tomate. Ob aus dem Geschäft oder aus dem Garten – Tomaten kommen bei Jung und Alt gleichermaßen gut an. Am allerbesten schmecken die roten Früchte aber noch immer frisch geerntet aus dem eigenen Garten. Denn nichts geht über das Erlebnis, eine prallrote Tomate eigenhändig von der selbst gezogenen Pflanze zu pflücken und herzhaft hineinzubeißen.

Aber wie züchtet man Tomaten am besten selbst? Wie viel Platz und welchen Boden benötigen die Pflanzen? Ab wann kann man ernten und können auch Samen geerntet werden? Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps & Tricks zusammengesucht.


Tomaten züchten

Es geht nichts über frische Tomaten aus eigener Ernte, sonnengereift, prall und saftig direkt von der Pflanze in den Mund. Selbst auf einem kleinen Balkon oder auf der Fensterbank kann man die roten Köstlichkeiten ziehen. Allerdings braucht man dafür auch ideale Bedingungen und ein geschicktes Händchen, denn die Pflanzen sind relativ empfindlich, speziell, solange sie sich noch im Wachstum befinden.  

Der Boden
Tomaten benötigen einen humusreichen, kalkhaltigen Boden und ausreichend Nährstoffe. Mulchschichten aus Brennnesseln, Pferdedung, Kompost oder fertiger Tomatendünger versorgen die anspruchsvollen Pflänzchen. Nicht zu eng pflanzen (ca. 50 bis 70 cm Abstand), da sie sonst anfällig für Pilzbefall und Schädlinge sind. 

Der Standort
Die Pflanzen sind Sonnenanbeter, sie benötigen viel Licht und Wasser. Auf zu viel Feuchtigkeit und kühle Witterung reagieren sie empfindlich. Ideal ist ein regen- und windgeschützter Standort. Ein Dach aus Folie (z. B. für Gewächshäuser), über Pfähle gespannt, hilft bereits, Seitenteile schützen vor Zugluft. Vorsicht auch beim Gießen: Man sollte nur die Erde gießen, nicht die Blätter der Pflanze. Viele Hobbygärtner gießen lieber weniger als zu viel, da dann die Früchte aromatischer und nicht wässrig werden.  

Die Bestäubung
Fast alle gelbblühenden Arten sind Zwitter, ihre Blüten sind sowohl männlich als auch weiblich und daher selbstbefruchtend. Allerdings: Ganz ohne Hilfe geht das auch nicht. In der Natur übernehmen das der Wind und Insekten, meist Hummeln oder Bienen. Wenn Sie die Pflänzchen im (Gewächs-)Haus stehen haben, empfiehlt es sich, zur Blütezeit zwei Mal wöchentlich die Pflanzen vorsichtig zu schütteln, um den „Wind“ zu ersetzen.  

Die Ernte
Die gängigsten Gartensorten können von Juni bis September/Oktober geerntet werden. Wenn die Nachttemperaturen unter 15 °C sinken, reicht das nicht mehr zum Reifen. Man kann noch grüne Früchte im Haus nachreifen lassen. Dazu auf einen Teller legen und an einem warmen Ort lagern. Licht ist nicht nötig. Die Früchte sollten einander aber nicht berühren.  

Die Lagerung
Reife Tomaten sollten nicht im Kühlschrank gelagert werden, da sie hier ihr Aroma und viele Vitamine verlieren. Die ideale Temperatur liegt zwischen 12 und 17 °C. Der Lagerort sollte trocken und lichtarm sein, die Unterlage weich (Küchenrolle). Tomaten (übrigens auch Äpfel und Bananen), neben anderen Früchten gelagert, bewirken ein Nachreifen der „Nachbarn“. Dies kann erwünscht sein (unreife Früchte), bei bereits reifen Obst- oder Gemüsesorten kann es allerdings zu schnellerem Faulen führen.


Samen selbst ernten

Der eigenen Pflanze beim Wachsen zuzusehen, bereitet Vergnügen und Freude. Noch viel größer ist beides, wenn man die Pflanze aus einem selbstgewonnenen Samen gezogen hat. Versuchen Sie es einmal!

Welche Sorten eignen sich?

Zum Abnehmen von Samen sind alte Tomatensorten (Bio) zu empfehlen. Ein Großteil der käuflich erwerbbaren Tomaten sind Hybride, d. h. Kreuzungen zwischen unterschiedlichen Sorten, um gewisse Merkmale (z. B. robustere Pflanzen, größere Früchte etc.) stärker herauszuzüchten. Dadurch geht aber in den meisten Fällen die Fruchtbarkeit verloren. Samen dieser Früchte bringen meist nur mickrige Pflänzchen hervor – wenn überhaupt. Eine reiche Tomatenernte ist also nicht zu erwarten.  

Samen nehmen

  1. Wenn Sie eine geeignete Pflanze gefunden haben, wählen Sie die reifste, gesündeste Frucht und schneiden Sie sie in der Mitte durch.
  2. Entnehmen Sie vorsichtig (mit einem Löffel) die Kerne mitsamt dem umgebenden Fruchtfleisch.
  3. Weichen Sie die Kerne in einem Glas Wasser an einem warmen, sonnigen Platz für 2-3 Tage ein.
  4. Wenn sich das Fruchtfleisch gelöst hat, entnehmen Sie die Samen und lassen Sie sie (z. B. in einer Filtertüte) gut trocknen.
  5. Die Samen nun in einem gut verschlossenen, sauberen Glas kühl und dunkel lagern (max. 5-8 Jahre).