Wissenswertes rund um die Tomate

Die Bezeichnung „Tomate“ stammt vom aztekischen Wort „xitomatl“ ab, das etwa mit „prall anschwellen“ übersetzt werden kann. Allerdings hat die Frucht viele Namen. In Italien wurde sie zuerst als „Pomi d‘oro“ (Goldener Apfel, lat.: mala aurea) bekannt. Daneben gab es noch weitere Bezeichnungen, z. B. „pomi del Peru („Peruanischer Apfel“), „pomum amoris“ bzw. „pomme d‘Amour“ („Liebesapfel“). Weithin gebräuchlich war auch der Name „Paradiesapfel“, da die verführerischen, prallen Kurven der Frucht an den „Apfel der Erkenntnis“ von Adam und Eva erinnerten. Vom Paradiesapfel leitet sich auch das österreichische Wort „Paradeiser“ ab.

Bis vor wenigen Jahren war „Tomate“, ebenso wie „Sahne“ für Schlagobers oder „Sonnabend“ für Samstag, als „typisch bundesdeutsch“ im Österreichischen Wörterbuch gekennzeichnet. Mitte der 1980er Jahre entbrannte gar ein Streit zwischen Sprachwissenschaftern. Der Germanist Dr. Gregor Retti schrieb in seiner Diplomarbeit („Das Österreichische Wörterbuch – Entwicklung, Wortbestand, Markierungssysteme“, Innsbruck 1991) über die Debatten an der sogenannten „Paradeiserfront“. Verfechter der Theorie, dass die „Tomate“ aus der BRD in den österreichischen Sprachraum eingedrungen sei, standen jenen gegenüber, die meinten, das Wort sei bei uns durchaus schon immer gebräuchlich gewesen. Vor allem durch den Einfluss deutscher TV-Sender wurden mittlerweile viele Ausdrücke aus Deutschland übernommen, sodass „Tomate“ in Österreich schon fast selbstverständlich klingt. In den östlichen Bundesländern behauptet sich der „Paradeiser“ allerdings noch hartnäckiger im Alltag als in westlicheren Gefilden.  

Hier ein paar weitere interessante Fakten:


Woher kommt die Tomate?

So alt und doch so erstaunlich frisch! Die Tomate wurde, wie Funde aus dem Tehuacán-Tal (im heutigen Mexiko) belegen, bereits zwischen 200 vor und 700 nach Christus von den Mayas und Azteken kultiviert.  

In Europa wurde die Tomate erst im 15. Jahrhundert heimisch, nachdem Christoph Kolumbus sie 1498 nach Portugal und Spanien mitbrachte. Anfangs wurde sie als edle Zierpflanze gehandelt, da viele Menschen dachten, sie wäre giftig. Es gibt einige Belege dafür, dass sie auch medizinische Anwendung fand. Die Italiener waren die Ersten, die sich über den Einsatz in der Küche trauten. Die für europäische Verhältnisse relativ junge Frucht wurde bei der Wiener Weltausstellung 1873 gezeigt, daraufhin hielt sie langsam auch in deutschen und österreichischen Küchen Einzug. Obwohl man sie damals schon in Wien vereinzelt auf Märkten kaufen konnte, kam es erst nach dem 2. Weltkrieg zu einer Verbreitung im großen Stil. Daran beteiligt waren bulgarische Saisonarbeitskräfte, die sich im burgenländischen Seewinkel niederließen und das nötige Wissen zur Zucht und Pflege der Pflanzen mitbrachten.  

Quellen: de.wikipedia.org | www.rote-tomaten.de | www.tomaten-welt.de | www.gemuese-info.de | www.tomaten.org


Warum sind Tomaten so gesund?

Nur 17 kcal/100 g und bis zu 94 % Wasseranteil machen die Tomate zu einem erfrischend-leichten Genuss. Was aber steckt noch in der roten „Wunderkugel“?


Welche Tomatensorten gibt es?

Die Sortenvielfalt bei Tomaten ist erstaunlich! Niemand weiß wohl genau, wie viele unterschiedliche Arten und Sorten es gibt. Allein im EU-Sortenkatalog waren im Jahr 2015 3.882 verschiedene Sorten eingetragen. Darüber hinaus bringen Hobbyzüchter viele neue Varietäten hervor, die nicht offiziell gelistet werden. Die Früchte kommen in allen Größen, Farben und Formen daher.

Von winzigen „Johannisbeertomaten“, die nicht größer als ihre Namensgeber und sehr teuer sind, über Kirsch- und Fleischtomaten bis hin zu fast kürbisgroßen Exemplaren ist alles vertreten. Die Farbpalette beginnt bei grünen Sorten und setzt sich über gestreifte, getigerte, gepunktete und natürlich rote Früchte bis hin zu dunkelvioletten, fast schwarzen Sorten fort.


Wo werden Tomaten angebaut?

Tomaten sind weltweit beliebt. Wir haben uns die fünf größten Erzeugerländer der Erde angesehen (Stand 2013, Tonnen/Jahr)*. Das erste europäische Land ist Italien auf Rang 7 mit 4,9 Mio., Österreich rangiert auf Platz 89 mit 53.000 Tonnen pro Jahr. Laut AMA essen die Österreicher übrigens rund 28 kg Paradeiser pro Jahr  (Stand: 2013)**.

Quellen:* faostat3.fao.org | ** amainfo.at 


Tomatensaft im Flugzeug?

Wer viel fliegt, hat es schon beobachtet: Tomatensaft wird reichlich angeboten und auch überraschend oft konsumiert, selbst von Menschen, die sich auf der Erde nichts aus ihm machen. Warum ist das so? Durch den niedrigeren Luftdruck in großer Höhe sinkt die Sauerstoffkonzentration im Blut. Jene Zellen, die für unser Geschmacksempfinden zuständig sind, binden Aromastoffe schlechter. Alles „schmeckt und riecht“, als ob man einen Schnupfen hätte. Für fruchtige Aromen gilt dies nicht, weshalb sie in großer Höhe intensiver empfunden werden. Das erklärt die außerordentliche Beliebtheit des Tomatensaftes in Flugzeugen.